Apple-Mobilfunkchips: Berichte über Ärger mit 5G+ Gaming der Telekom

C1 und C1X stecken im iPhone 16e und iPhone Air. Telekom-Kunden haben damit unter Umständen ein Problem, melden Betroffene.

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Detail eines Mobilfunk-Antennenmastes mit kleinen 5G-Funkzellen.

Detail eines Mobilfunk-Antennenmastes mit kleinen 5G-Funkzellen.

(Bild: Lisic/Shutterstock.com)

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Von
  • Ben Schwan
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Apples hauseigene Mobilfunkchips sorgen Forenberichten zufolge für Verbindungsprobleme mit dem Netz der Deutschen Telekom – allerdings nur, wenn eine bestimmte Zusatzfunktion aktiv ist. Betroffene schreiben, dass es trotz normaler Empfangslage zu keiner Datenübertragung mehr kommt. Das Fehlerbild tritt nur beim iPhone 16e sowie dem iPhone Air auf. Das 16e war das erste Gerät mit Apples C1-Modem, das Air das zweite mit dem schnelleren C1X. Einen Workaround scheint es bereits zu geben, allerdings ist dieser nicht immer leicht umsetzbar.

Grund für die Verbindungsstörung ist ein Feature, das es so in Deutschland bislang nur im Telekom-Netz gibt: die Option 5G+ Gaming. Sie wurde im vergangenen Jahr für Apple-Handys aktiviert und ist auch offiziell für iPhone 16e und iPhone Air freigegeben, allerdings scheinen sich jetzt erst die Probleme damit zu zeigen. Die Technik dient dazu, die Latenz bei mobilen Spielen zu reduzieren. Dank Network-Slicing-Technik verringern sich die Paketlaufzeiten, was für einzelne Cloud-Gaming-Anbieter (aktuell Nvidia Geforce Now und Sora Stream) freigegeben ist. 5G+ Gaming ist eine kostenlose Zusatzoption, die man eigentlich beauftragen muss, teilweise scheint sie aber auch automatisch aktiv zu sein.

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Aus bislang unbekannten Gründen „beißt“ sich 5G+ Gaming mit C1 und C1X. Nutzern gelang es zunächst nicht, durch übliche Fix-Versuche Abhilfe zu schaffen: Weder Neustart noch Neuaktivierung des Mobilfunkzugangs (via Flugmodus) halfen dauerhaft. "Apps, Browser und Dienste luden nicht oder hingen dauerhaft", obwohl Telefonie und Empfang normal wirkten, so ein Betroffener. Er fand letztlich in Zusammenarbeit mit der Telekom-Störungsbehebung heraus, dass 5G+ Gaming abgeschaltet werden muss. Das geht am schnellsten über den Service oder die Tarifeinstellungen. Damit fällt aber natürlich auch das Feature weg, sollte man zu den Gamern gehören, die es nutzen.

Ein Thread im „Telekom hilft“-Forum hat mittlerweile fast 90 Postings. Ein Nutzer schreibt, das Problem sei „seit langem“ bekannt. Eine Mitarbeiterin aus dem „Telekom hilft“-Team gab an, man arbeite derzeit an der Fehlerhebung. Ohne das Löschen der Option geht derzeit aber offenbar nichts. Ein Problem bei der Deaktivierung gibt es allerdings: 5G+ Gaming scheint, so schreibt es zumindest das Blog iPhone-Ticker.de, für Apple-Watch-Nutzer im Telekom-Netz automatisch aktiv zu sein.

Offenbar steht es mit der neuen Technik 5G-RedCap im Zusammenhang, die bei Ultra 3, Series 11 und SE3 neu hinzukam. 5G+ Gaming und 5G-RedCap werden zusammen gesteuert. Zuvor funkte die Watch noch im LTE-Netz. Nun stellt sich die Frage, ob es möglich ist, 5G+ Gaming für das iPhone zwar zu deaktivieren, für die Watch aber nicht, damit dort 5G aktiv bleibt. Nutzern zufolge sieht die Telekom das derzeit aber nicht vor. Wir haben dazu bei dem Konzern angefragt. Der Artikel wird ergänzt, sobald eine Antwort vorliegt.

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Auf Nachfrage teilte die Telekom mit, es habe „Neukonfigurationen im 5G-Kernnetz“ gegeben, die „kurzzeitig Probleme bei einigen Nutzern“ der 5G-Standalone-Produkte 5G+ Gaming sowie Red Cap verursacht hätten. Offenbar wirkten sich diese auch auf LTE aus.

Der Konzern behauptet allerdings, dass die Einschränkungen keine spezifischen Endgerätemodelle betroffen haben – „sondern [offenbar alle] Kunden, die eine dieser Optionen nutzen“. Warum die Fehlerberichte nahezu ausschließlich von iPhone-Air- und iPhone-16e-Nutzern kamen, in denen die neuen Apple-Modems arbeiten, erklärt das nicht.

Die Deutsche Telekom bedauere die Unannehmlichkeiten, so eine Sprecherin weiter. „Unsere Teams konnten das Problem heute Nachmittag beheben, sodass die betroffenen Kunden jetzt wieder reibungslos LTE und 5G nutzen können.“

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(bsc)