E-Bike-Hersteller Sushi Bikes gerettet: Düsseldorfer Holding übernimmt
Nach der Insolvenz im November 2025 hat der E-Bike-Hersteller Sushi Bikes einen neuen Besitzer. Der Gründer Andy Weinzierl bleibt an Bord.
Sushi Bikes hat einen neuen Besitzer.
(Bild: Sushi Bikes)
Das 2019 gegründete Münchner E-Bike-Start-up Sushi Bikes hat nach der im November 2025 beantragten Insolvenz einen neuen Eigentümer gefunden. Neuer Besitzer ist die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft Wealth Collect Holding (WCH). Im Rahmen eines Restrukturierungsprozesses markiere die Übernahme durch die WCH-Unternehmensgruppe „den Beginn eines neuen Kapitels für die Weiterentwicklung von Sushi Bikes“, heißt es.
Von München nach Düsseldorf
Mit der Übernahme erweitert die Beteiligungsgesellschaft ihr Mobilitätsportfolio „um eine etablierte Lifestyle-Marke für urbane, bezahlbare Elektromobilität und setzt zugleich ein klares Zeichen für den Ausbau ihres integrierten Mobilitäts-Ökosystems“, schreibt das Unternehmen in seiner Ankündigung. Sushi Bikes soll künftig das Einstiegssegment im Mobilitäts-Ökosystem der WCH abdecken und als Volumentreiber dienen. Weitere Beteiligungen der WCH sollen unterschiedliche Preis- und Nutzungsklassen abdecken. Ziel sei es, „Mobilität nicht isoliert als Produkt, sondern als ganzheitliches System aus Fahrzeugen, Services und Infrastruktur zu entwickeln“, schreibt die WCH.
(Bild: WCH)
Der Fokus der WCH liegt eigenen Aussagen zufolge auf „zukunftsfähigen Geschäftsmodellen“ in den Bereichen Private Equity, erneuerbare Energie (von Photovoltaik bis Biogasanlagen), Real Estate und Entrepreneurial Services.
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Sushi Bikes als Teil des Mobilitäts-Ökosystems
Rainer Langnickel, Gründer und CEO der WCH-Unternehmensgruppe sagt zur Übernahme: „Innerhalb unseres Mobilitäts-Ökosystems sehen wir erhebliches Potenzial, die Marke weiterzuentwickeln, ihre Liefer- und Servicefähigkeit zu stärken und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen“. Zudem wolle man die Identität von Sushi Bikes erhalten.
Für Sushi-Gründer Andy Weinzierl fühlt sich die Übernahme „wie der Befreiungsschlag an, auf den wir alle gewartet haben“. Man habe in den vergangenen Monaten „hart dafür gekämpft, eine Lösung zu finden, die der Marke Sushi Bikes und unserer treuen Community gerecht wird“, sagt er weiter. „Ich bin glücklich, dass die Reise von Sushi Bikes nun mit frischem Rückenwind weitergeht, und zwar mit dem gleichen Fokus auf das, was uns groß gemacht hat: das beste bezahlbare E-Bike für die Stadt zu bauen. Und vielleicht noch mehr“.
Sushi Bikes wurde 2019 von Andy Weinzierl mit Rückendeckung von Moderator Joko Winterscheidt (der seit April 2024 nicht mehr Gesellschafter ist) und Investments von den Mymuesli-Chefs Max Wittrock und Philipp Kraiss gegründet.
Sushi ist nicht der einzige Fahrradhersteller, der mit dem harten Zweirad-Markt nach dem Corona-Boom zu kämpfen hat. Auch Marken wie Möve oder Sprick Cycle mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Das belgische E-Bike-Unternehmen Cowboy blieb die Insolvenz zwar erspart, es hat aber seit Dezember 2025 einen neuen Mehrheitseigentümer.Die Gründer haben die Führungspositionen des Unternehmens abgegeben.
(afl)