Video-Podcasts: Apple baut „neues Erlebnis“ mit HLS – und will mitverdienen
Mit iOS 26.4 dreht Apple auch an seinem populären Podcasts-Client. Der setzt nun verstärkt auf Bewegtbild. Werbetreibende müssen abgeben.
Apples neue Podcasts-App: Mehr Video, wenn man wünscht.
(Bild: Apple)
Podcasts waren über viele Jahre standardmäßig ein Audioformat: Einst auch dank iTunes und iPod popularisiert, betreibt Apple immer noch den wohl beliebtesten Client auf dem Markt dafür, schlicht Apple Podcasts genannt. Nun möchte der Konzern verstärkt auf den Trend zu Video-Podcasts aufspringen: Mit der in iOS 26.4 kommenden neuen Version der App sollen Bewegtbilder stärker in den Fokus rücken.
Apples HLS statt YouTube
Dazu unterstützt Apple künftig sein hauseigenes HTTP-Live-Streaming-Format (HLS). Der Konzern hofft augenscheinlich, damit YouTube als Podcast-Plattform ein Schnippchen zu schlagen. Apple verspricht „Podcast-Creator:innen beispiellose Kontrolle und neue Monetarisierungsmöglichkeiten“. Für Nutzer soll sich ein „Videoerlebnis in höchster Qualität“ ergeben. Apples Dienste- und Unterhaltungschef Eddy Cue sagte, Apple habe vor 20 Jahren dazu beigetragen, Podcasts mit ihrer Integration in iTunes einem breiten Publikum zugänglich zu machen, die eigenständige Podcasts-App gibt es seit mehr als einem Jahrzehnt. Nun wolle man Apple Podcasts um „ein branchenführendes Videoerlebnis“ erweitern. Das solle „so einfach wie nie“ für die Nutzer werden.
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Immerhin werden Video-Podcasts in Apples App nicht erzwungen – denn es gibt durchaus noch Nutzer, die lieber nur Audio genießen. Stattdessen gibt es eine neue Funktion, mit der man zwischen Ansehen und Anhören wechseln kann. Es gibt eine Vollbildansicht, eine Offline-Wiedergabe mit Download und eine automatische Bandbreitenanpassung. Video-Podcasts werden wie schon die Audiovarianten innerhalb von Apples redaktionellem Angebot kuratiert, das viele User findet. Apple will auch mit Hostern kooperieren sowie Werbenetzwerke unterstützen. Dazu gehören anfangs SiriusXM, Acast, die Amazon-Tochter ART19, Triton Omny Studio und andere. Werbung wird es mehr geben: In Video-Podcasts dürfen deren Macher nun dynamisch verfilmte Anzeigen einfügen.
Beteiligung an Werbeeinnahmen für Apple
Apple selbst will dabei teilweise mitverdienen. „Im Laufe des Jahres“ werde das Unternehmen „teilnehmenden Werbenetzwerken eine impressionsabhängige Gebühr für die Auslieferung dynamischer Anzeigen in HLS-Video auf Apple Podcasts berechnen“. Das wäre ein Kurswechsel, den sich angesichts der Marktmacht von Apple Podcasts sicherlich auch die Regulierungsbehörden ansehen. Auch unklar: Wie einfach es sein wird, Reklame zu überspringen. Ansonsten wird der Konzern keine weiteren Gelder verlangen, wie das aber schon immer war: „Apple erhebt keine Gebühren von Hosting-Anbietern oder Creator:innen für die Verbreitung von Podcasts auf Apple Podcasts – weder über traditionelles RSS/MP3 noch über HLS-Video“, schreibt der Konzern.
Details zu den neuen Videofunktionen hat Apple auf einem Portal für Anbieter zusammengetragen. Die App soll verschiedene bekannte Features wie das Hervorheben von Dialogen, die Änderung der Wiedergabegeschwindigkeit (0,5- bis 3-fach) und automatisch erstellte Kapitel, Transkripte und Links enthalten. HLS-Video kann in den Betaversionen von iOS 26.4, iPadOS 26.4 und visionOS 26.4 getestet werden, auf dem Mac verwirrenderweise derzeit aber nicht. Dort muss man ins Web ausweichen. Rollout für die Öffentlichkeit soll noch im Frühjahr sein, auch hier wird der Mac aber bislang nicht erwähnt.
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(bsc)