Tesla verzichtet nach Drohung auf Werbung für „Autopilot“ in Kalifornien
Nachdem Tesla im wichtigsten US-Markt ein einmonatiger Verkaufsstopp angedroht worden war, hat der Konzern eingelenkt und wirbt nicht mehr für den „Autopilot“.
(Bild: BoJack/Shutterstock.com)
Nach der Androhung eines einmonatigen Verkaufsstopps in Kalifornien hat Tesla eingelenkt und zugesagt, den Begriff „Autopilot“ nicht mehr in der Werbung für das eigene Fahrassistenzsystem im größten US-Bundesstaat zu verwenden. Das hat die dortige Verkehrsbehörde jetzt bekannt gegeben und ergänzt, dass der Streit um die Bezeichnung „Full Self-Driving“ (FSD, zu Deutsch: komplett selbstfahrend) bereits beigelegt war. Weil der fälschlicherweise suggeriert, dass ein Tesla damit zu einem selbstfahrenden Fahrzeug wird, nennt Tesla die Funktion inzwischen „FSD supervised“ (beaufsichtigt). Mit dem Verzicht auf den Begriff „Autopilot“ wendet Tesla nun eine 30-tägige Verkaufssperre ab, nachdem Kaliforniens Department of Motor Vehicles (DMV) im Dezember ein Ultimatum gestellt hatte.
Erfolgreiche Drohung
Beim DMV ist man „erfreut, dass Tesla die erforderlichen Maßnahmen ergriffen hat, um die Verbraucherschutzbestimmungen des Bundesstaates Kalifornien weiterhin einzuhalten“, erklärt deren Chef Steve Gordon. Wenn Unternehmen falsche Behauptungen über die Fähigkeiten ihrer Fahrzeuge verbreiten, würden sie Menschenleben gefährden, ergänzt seine Behörde. Deshalb würden sie dafür zur Verantwortung gezogen. Im Dezember hatte dort ein Gericht festgestellt, dass bei Tesla genau das geschehe, weswegen ein 30-tägiger Verkaufsstopp und sogar eine Aussetzung der Herstellerlizenz angedroht werden sollte. Letzteres hatte das DMV auf Eis gelegt und Tesla dann eine 60-tägige Frist gesetzt. Das hat gereicht, um den Konzern von Elon Musk zum Einlenken zu bewegen.
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Die Debatte um den Namen und die Vermarktung des „Autopilot“-Systems und vor allem der Ausbaustufe „Full Self-Driving“ läuft schon seit Jahren. Denn anders als die Namen nahelegen, müssen Fahrerinnen und Fahrer jederzeit bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen und tragen durchgehend die Verantwortung. Damit ist FSD faktisch nur ein Assistenzsystem. Trotz Warnungen im Handbuch verließen sich viele Personen am Steuer nach Erkenntnissen der Unfallermittlungsbehörde NTSB übermäßig auf die „Autopilot“-Software. Kaliforniens DMV hat im November 2023 begonnen, gegen die irreführende Werbung vorzugehen. Für den Elektroautokonzern ist Kalifornien mit Abstand der wichtigste Markt in den USA, laut Reuters hat er dort Anfang 2025 ein Drittel seiner Verkäufe in den USA erzielt.
(mho)