4000 Stellen in Gefahr: Droht Bahn-IT-Tochter DB Systel die Zerschlagung?

Die EVG warnt vor massivem Personalabbau und Verlagerungen bei der DB Systel. Geplant ist, bis zu 4000 Stellen abzubauen.

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DB Navigator als App auf dem Smartphone in der Hand

(Bild: Deutsche Bahn)

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Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) warnt vor einem massiven Personalabbau und Verlagerungen bei der Deutsche-Bahn-IT-Tochter DB Systel. Bis Ende 2029 sei ohnehin ein Abbau von rund 1900 Vollzeitstellen geplant. Jetzt soll es laut EVG neue, noch nicht bestätigte Pläne geben, bis zu 4000 Stellen abzubauen. Gleichzeitig drohe dem IT-Dienstleister die teilweise oder komplette Zerschlagung. Die Bahn nannte gegenüber dem MDR keine Einzelheiten und erklärte lediglich, dass das Unternehmen schlanker und kundenorientierter werden solle. Dazu sollen Pläne entwickelt werden.

Die DB Systel GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG mit Sitz in Frankfurt am Main. Das Unternehmen beschäftigt rund 7200 Mitarbeiter und betreibt etliche Standorte in Deutschland, die größten in Frankfurt am Main, Erfurt und Berlin. Kernaufgabe ist die zentrale IT-Versorgung des DB-Konzerns – vom EBuLa (Elektronischer Buchfahrplan) über den DB-Navigator bis zu den Fahrscheinautomaten.

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Laut Gewerkschaft plant der Konzern unter dem Titel „Transformation der DB Systel“, nahezu alle IT-Aufgaben zu dezentralisieren. Die einzelnen Geschäftsfelder sollen ihre IT künftig selbst verantworten. Die EVG nennt das eine Zerschlagung. Sie argumentiert, dass Cybersicherheit ohne zentrale Struktur kaum zu gewährleisten sei. Erst Anfang dieser Woche war die Deutsche Bahn Opfer einer DDoS-Attacke geworden, die Website und die Fahrplanauskunft in Mitleidenschaft gezogen hat. Auch beim Vorgehen gegen gefälschte Deutschland-Tickets, die einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe verursachen, sei eine zentrale Sicherheitsinfrastruktur unverzichtbar.

Am 25. Februar 2026 soll eine Kundgebung in Frankfurt am Main stattfinden.

(mki)