Pi-hole: Update schließt Sicherheitslücken und liefert mehr Performance

Die Pi-hole-Programmierer haben dem DNS-Werbefilter Sicherheitslücken ausgetrieben und die Software verschlankt.

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pihole-Dashboard auf blauem Mosaik-Hintergrund

(Bild: heise medien)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der DNS-basierte Werbeblocker Pi-hole stopft in aktualisierter Fassung zwei Sicherheitslücken. Außerdem haben die Programmierer Änderungen umgesetzt, die der Performance insbesondere auf älteren Raspberry Pis auf die Sprünge helfen.

In einem Blog-Beitrag auf der Pi-hole-Webseite haben die Entwickler die neuen Versionen der Komponenten angekündigt. Die darin geschlossenen Sicherheitslücken betreffen das Web-Interface von Pi-hole. Zum einen hätten als Admin angemeldete Angreifer eine „Stored HTML-Injection“-Schwachstelle missbrauchen können, um HTML-Code einzuschleusen, der bei der Anzeige der DNS-Eintragstabelle angezeigt wird (CVE-2026-26952, CVSS 5.4, Risiko „mittel“). Zum anderen gelingt dies auch auf der API-Einstellungswebseite (CVE-2026-26953, CVSS 5.4, Risiko „mittel“).

Die aktuellen Pi-hole-Komponenten FTL 6.5, Web 6.4.1 und Core 6.4 stopfen die Sicherheitslecks in der Web-Oberfläche. Wer Pi-hole einsetzt, sollte generell sicherstellen, dass die Web-GUI nicht offen im Internet steht und gegebenenfalls den Zugriff auf die Admin-Rechner beschränken.

Die aktualisierten Teile von Pi-hole haben jedoch noch mehr zu bieten. Die Performance haben die Entwickler nach eigenen Angaben darin verbessert. Das Starten geht nun schneller, da FTL den Anfragenverlauf asynchron aus der Datenbank importiert. Bislang blieb die DNS-Auflösung blockiert, bis der komplette Anfrageverlauf in den Speicher geladen wurde. Jetzt akzeptiert FTL Anfragen umgehend und importiert die alten Daten in einem Hintergrund-Thread. Um die Konsistenz sicherzustellen, startet der Garbage Collector erst, wenn der Import abgeschlossen wurde.

Außerdem bringt die neue Konfigurationsoption database.forceDisk FTL dazu, die eigentlich im Speicher vorgehaltene SQLite3-Datenbank auf das Speicherlaufwerk zu verfrachten. Das reduziert den Speicherverbrauch und ist insbesondere auf älteren Raspberry Pis hilfreich. Die Programmierer weisen darauf hin, dass das besonders für Pi-hole-Instanzen taugt, deren Web-Interface nur selten genutzt wird. Wo lediglich SD-Karten genutzt werden, sorgt das unter Umständen für Geschwindigkeitseinbußen, auf Systemen mit NVMe-Laufwerk waren jedoch keine Unterschiede messbar. Der Standardwert ist „false“, lässt sich aber etwa mittels Aufruf von sudo pihole-FTL --config database.forceDisk true aktivieren.

Zudem soll das Update der Blocklisten, also des Gravity-Systems, zügiger ablaufen. Die Domain-Prüfungsschleife ist nun effizienter – Tests mit fünf Millionen Einträgen aus mehreren Listen senkten die Update-Zeit von 27 auf 23 Sekunden, was einem Geschwindigkeitsgewinn von 16 Prozent Echtzeit entspricht – bei der CPU-Zeit sogar um 22 Prozent.

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Der praktische Test über wenige Tage auf einem Raspberry Pi Zero W zeigt, dass die Entwickler nicht zu viel versprechen. Wo sonst täglich mehrere Warnungen über zu hohe Systemlast in Pi-hole auftauchten, schnurrt das System nun ohne derartige Beschwerden und größere Auslastung vor sich hin. Bestehende Installationen lassen sich durch den Aufruf von „sudo pihole -up“ auf den aktuellen Stand bringen.

Vor einem Jahr hatten die Pi-hole-Entwickler die Major-Version 6 veröffentlicht. Auch diese sollte bereits die DNS-Filtersoftware verschlanken. Die nun veröffentlichten Updates legen insbesondere in diesem Belang jedoch spürbar nach.

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(dmk)