Leistungsdichte und Haltbarkeit verbessert: Neue NMC-Mischung bei Daimler Buses

Daimler Buses präsentiert Akkugeneration NMC4 mit höherer Leistungsdichte und Lebensdauer trotz Schnellladung. Hauptgrund sei eine verbesserte Zellchemie.

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Mercedes-Benz eCitaro

Mercedes-Benz eCitaro mit batterieelektrischem Antrieb, zwei elektrischen Radnabenmotoren mit je 140 kW und 495 Nm.

(Bild: Daimler Buses)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Auf der Elektrobus-Fachtagung mobility move 2026 vom 10. bis 12. März in Berlin präsentiert Daimler Buses Akkus mit einer dank veränderter Zellchemie höheren Leistungsdichte und Lebensdauer sowie erweiterten BMS- und Ladefunktionen für seine Mercedes-Benz eCitaro-Linienbusse.

Die „4“ in der Bezeichnung steht für die vierte Generation, „NMC“ für die Zellchemie mit Lithium, Nickel, Mangan und Kobalt. Diese Akkus sollen ab diesem Jahr in den Niederflur-Stadtlinienbussen Mercedes-Benz eCitaro, eCitaro G sowie eCitaro K eingebaut werden. Die Batteriegeneration NMC4 von Daimler Buses zeichnet sich durch höhere Kapazität bei gleichem Bauraum aus. Damit stiegt die Reichweite.

Die Zellchemie mit einer anderen Gewichtung der Materialien als im aktuellen Akku soll laut Daimler Buses zu einer um knapp 13 Prozent höheren Energiedichte im Vergleich zur NMC3-Batterie und damit einer höheren Speicherkapazität bei gleichem Bauraum führen. So soll eine NMC3-Batterie 98 kWh vorhalten können, die gleich große NMC4-Batterie hingegen 111 kWh. Gleichzeitig gibt Daimler einen größeren Nutzhub frei, was die mögliche Reichweite ohne Nachladen erheblich vergrößern soll.

Die NMC4-Batterie unterscheidet sich äußerlich nicht von der NMC3 und passt ohne Änderung in die aktuellen Mercedes-Benz eCitaro. Das ermöglicht auch eine spätere Nachrüstung an Bestandsfahrzeugen, falls das nötig werden sollte.

Daimler Buses verspricht eine längere Lebensdauer der neuen NMC4-Batterie, was eine größere Kilometerlaufleistung ermöglichen soll. Damit wird der Betrieb eines Elektrobusses langfristig günstiger, wie Daimler Buses schreibt. Zur Kostendämpfung sollen seltenere Akkuwechsel beitragen. Das senke auch die Recyclingkosten.

Solobus und der kurze eCitaro K können mit zwischen vier und sechs Akkus bestellt werden, die Kapazität liegt dann bei 444, 555 oder 666 kWh, entsprechend einer maximalen Reichweite von bis zu 600 Kilometer.

(Bild: Daimler Buses)

Das Versprechen eines geringeren Verschleißes gilt dabei auch jenseits von 150 kW Ladeleistung. Regelmäßige Schnellladevorgänge mit bis zu 300 kW Ladeleistung soll die neue Zellchemie so gut wegstecken, dass der Akku auch unter solchen Betriebsbedingungen länger halten soll. Das erscheint insofern glaubwürdig, als Daimler Buses eine Zehn-Jahres-Garantie und gegen Aufpreis eine erweiterte Garantie bis zu 15 Jahren bietet.

Weil die thermische Überwachung und Alarmierung im Falle der Überhitzung beim NMC4-Akku auch im Ruhezustand arbeitet, soll sich auch die Sicherheit der neuen Batteriegeneration verbessern. Das sogenannte Batteriemonitoring ist bereits seit 2025 integriert und kontaktiert bei problematischen Grenzwerten vom Kunden hinterlegte Rufnummern. Viele Versicherungen erkennen diese Echtzeit-Brandprävention mit entsprechend gesenkten Prämien bereits als Risikominimierungsmaßnahme an, ein weiteres TCO-Argument für Bus-Unternehmen.

Ab 2026 stattet Daimler in der Mercedes-Benz eCitaro-Baureihe den Solobus und den kurzen eCitaro K wie auch den Gelenkbus eCitaro G mit einer NMC-4-Akkubestückung nach Kundenwunsch aus. Solobus und der kurze eCitaro K können mit vier bis sechs Akkus bestellt werden, die Kapazität liegt dann bei 444, 555 oder 666 kWh, entsprechend einer maximalen Reichweite von bis zu 600 Kilometer. Der Gelenkbus eCitaro G kann mit vier bis sieben Akkus mit zusammen bis zu 777 kWh für bis zu 450 Kilometer bestellt werden. Damit könne die tägliche Fahrleistung von Stadtbussen ohne Zwischenladung meistens gewährleistet werden, wie Daimler Buses schreibt.

Die NMC4-Akkus für den Mercedes-Benz eCitaro

(Bild: Daimler Buses)

Wie bisher bietet das Unternehmen von der Machbarkeitsanalyse über die Planung bis hin zu schlüsselfertigen Lösungen für Busbetreiber inklusive elektrischem Betriebshof mit Netzanschluss und Ladepark. Dazu Expertise und gegebenenfalls schnelle Hilfe von Hochvolt-qualifizierten Mitarbeitern und entsprechender technischer Ausstattung in derzeit mehr als 130 eBus-Servicestützpunkten in Europa.

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Neu dazu kommt nun Charging-as-a-Service für den eigenen Betriebshof, bei dem Daimler Buses die Errichtung und den Betrieb der Ladeinfrastruktur vollständig übernimmt und monatlich mit dem Kunden abrechnet. Mit seinem digitalen Dienst Omniplus ON Portal ermöglicht Daimler Buses bereits jetzt Services wie Online-Ferndiagnose, Verbrauchs- und Fahranalysen, Vorkonditionierung und Ortung. Neu ist ein geschwindigkeitsbasiertes Geofencing, mit dem der Unternehmer die Sicherheit erhöhen und die Fahrer entlasten können soll.

(fpi)