Hannover Messe zeigt intelligente Roboter
Eine Roboterküche heimst den Robotics Award 2026 ein. Auf der Preview zur Hannover Messe im April stehen KI-getriebene Robotiklösungen im Mittelpunkt.
(Bild: Arne Grävemeyer / heise medien)
Auf der heutigen Hannover-Messe-Preview kreisten die Diskussionen auf der Bühne um die Einführung künstlich intelligenter Anwendungen und KI-gesteuerter Roboter in der Industrie. Viele Menschen setzen künstliche Intelligenz bereits privat ein, um produktiver zu sein. „Bei 95 Prozent aller industriellen KI-Projekte springt hingegen noch kein wirtschaftlicher Nutzen heraus, sagt Norbert Jung, CEO Bosch Connected Industry, unter Verweis auf eine Studie des NANDA-Projekts am MIT in Massachusetts von August 2025. Beispielsweise bleiben KI-Projekte im Pilotstatus stecken oder werden von den beteiligten Mitarbeitern nicht angenommen. Bosch Connected Industry liefert vorkonfigurierte Anwendungsfälle, die in Unternehmen beim Einstieg helfen sollen. Industrielle KI-Anwendungen und KI-getriebene Robotiklösungen (Physical AI) werden laut Messechef Jochen Köckler einen Schwerpunkt auf der diesjährigen Hannover Messe vom 20. Bis 24. April bilden.
(Bild: Agile Robots)
Agile Robots hat inzwischen mit der Produktion des Agile One begonnen, ein humanoider Roboter für die Industrie. „Allerdings hat man noch keine Lösung, wenn man nur einen Agile One kauft“, sagt Sven Parusel, Head of Research Partnerships von Agile Robots. In vielen Fällen ist ein intelligent gesteuerter Roboterarm oder eine feinfühlige Dual-Arm-Montage wie jüngst bei einem Projekt in der Getriebemontage von Daimler die bessere Lösung. Solche Anwendungen mit physischer KI erhöhen den Output und die Flexibilität und erleichtern es in Zukunft, die Produktionszyklen zu verbessern. „Produzierende Unternehmen und insbesondere der Mittelstand müssen ihre Chance durch KI und die Nutzung ihrer Datenbestände jetzt ergreifen, um nicht in Zukunft international abgehängt zu werden“, warnt Parusel. Wo die Humanoiden in der Produktionshalle ihre Zukunft haben, ist heute noch unklar; vielleicht beim Transport von Produktionsmitteln. Es kann aber auch sein, dass sich in den meist ebenen Werkhallen eher angepasste Humanoide mit fahrbarem Untersatz durchsetzen.
Küche ohne Koch
Drei spektakuläre Lösungen mit physischer KI hatten es in die Endauswahl des Robotics Award 2026 geschafft. Den Award räumte eine Roboterküche des Hamburger Unternehmens Goodbytz ab. Das robotische System besteht nicht nur aus verschiedenen Armen, Töpfen und Kochstellen sowie Zutatenstationen. Zudem plant die KI gerade bei mehreren gleichzeitig eingehenden Bestellungen die Abläufe intelligent, sodass es zu möglichst geringen Wartezeiten kommt und Mahlzeiten nicht etwa verkochen oder zwischendurch zu sehr abkühlen. Die Station soll zu allen Tageszeiten eine individuelle Menüauswahl ermöglichen, selbst wenn Personal schwer zu bekommen ist.
(Bild: Goodbytz)
Knapp auf einem der zweiten Plätze landete ein Machine Tool Robot, der fräsen kann und eine Kombination aus Industrieroboter und Werkzeugmaschine darstellt. Der Roboter, der am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen entwickelt worden ist, kann dynamisch Fehler kompensieren und auftretende Schwingungen ausgleichen, um so die Fräsqualität zu verbessern.
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Auf der Hannover Messe erwartet die Deutsche Messe als Veranstalter in diesem Jahr 3500 Aussteller aus über 60 Ländern. Partnerland wird in diesem Jahr Brasilien sein. Die Hallen sollen klar nach drei Themen aufgeteilt werden: Automation und Digitalisierung, Energiesysteme sowie Forschung und Technologietransfer. Darüber hinaus wird als neuer Themenbereich ein „Defense Production“-Park mit Ausstellern bestückt.
(agr)