Podcast Die Hupe: Wunderakku von Donut Labs und Dinge, die zu gut klingen
Donut Labs beteuert, dass die kleine Firma die gesammelte Forschungsgemeinde rechts überholt und einen Feststoffakku mit Wunderwerten serienreif entwickelt hat.
„Es klingt fast zu gut, um wahr zu sein“, lautet ein beliebter Einstieg in Artikel, und als Leser kann man an dieser Stelle schon aufhören mit dem Schenken der Aufmerksamkeit, weil das Beschriebene dann einfach nicht wahr ist. Zuletzt machte die kleine finnische Firma Donut Labs Schlagzeilen damit, den Feststoffakku als Technik nicht nur serienreif geknackt zu haben, sondern auch noch Wunderwerte dabei erreichen zu können: 400 Wh/kg Energiedichte, in 5 Minuten von 0 auf 100 Prozent geladen (11 C), 100.000 Ladezyklen, funktioniert von -30 bis 100 °C. Die Batterie sollte im hauseigenen Motorrad Verge TS Pro schon 2026 verkauft werden, allerdings ist dieser Plan wohl wieder Geschichte, weil es „so viele Vorbestellungen“ für den Akku gibt. Und naja, wir betreiben wieder einmal Investorenberatung und sagen: Es gibt diesen Akku so wie angepriesen nicht.
(Bild: Donut Labs)
Seit unserer Aufnahme hat Donut Labs die Website „I Donut Believe“ ins Leben gerufen, auf der sie Kritikern wie uns antworten (und Investoren zurück zur Geldabgabebereitschaft beruhigen wollen). Messungen beim renommierten finnischen Institut VTT sollen überzeugen. VTT hat tatsächlich etwas gemessen, allerdings sieht das Ding von Optik und Messwerten stark nach einer NMC-Pouch-Zelle aus. VTT schreibt dazu nur „wir maßen dieses Ding, von dem Donut Labs angibt, es sei ein Feststoffakku“. Es wurde mit 11 C beladen, allerdings muss man dazu wissen, dass es längst Hochleistungs-NMC in Serie (!) gibt, die über 36 C schaffen (in Sport-Hybrid-Systemen).
Es gibt keinen Beleg, dass es sich um Feststofftechnik handelt. Obwohl wir also leider im Cast nicht über die Website sprechen konnten, weil die erst später online ging, hat sie bisher nichts an unserer Einschätzung geändert. Und weil wir schon einmal dabei waren, gingen wir die ganze Straße zu guter Schaufensterauslagen entlang – von e-Fuels-Tankstellen für die eigene Garage bis hin zu Zimmertemperatur-Supraleitern. Investieren Sie jetzt (in etwas anderes, Seriöses)!
Die Hupe Folge 71
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Winternichtsorichtigsportwagen Skoda Elroq RS
(Bild: Clemens Gleich / Heise Medien)
Clemens hat ein Elektroauto bewegt. Mit dem Kompakt-SUV Elroq ist Skoda ein richtig rundes Paket gelungen. Das Auto sticht nirgends bemerkenswert heraus, ist in Summe aller Eigenschaften aber so angenehm, dass es dann für diese bemerkenswerte Nichtnervigkeit doch wieder heraussticht. Das haben auch die Käufer bemerkt: Der Wagen verkauft sich wie vorgeklöppelte Schnitzel.
Aufgrund der Beliebtheit haben wir eine weitere Modellvariante getestet, diesmal den RS. Obwohl das mal für „Rallye Sport“ stand, hat das Auto wenig mit Sport zu tun und viel mit feiner Vollausstattung. Kräftiger Allradantrieb, Augmented-Reality-HUD, bequeme Alcantara-Sitze und ein insgesamt kumpelhaftes Auto, dem man kaum etwas ankreiden kann. Wenn ich meckern muss, dann darüber, dass es so wenig zu meckern gibt.
Automobile Vorschau auf Amerika: Hyundai Santa Fe
Sebastian wird nicht mehr von Tesla bewegt, weder positiv noch negativ. Er konnte sein Tesla-Leasing ohne Probleme abschließen, brauchte dann jedoch vor seinem Umzug in die USA noch einige Monate ein Auto. Es wurde dann ein Fahrzeug, wie es auch in den Vereinigten Staaten sehr viel herumfährt: eine Größe zwischen Kombi und Bus mit drei Sitzreihen. Man kann dabei wählen, ob man hinten zwei Sitzbänke (7-Sitzer) oder einmal 2 Einzelsitze und eine Sitzbank (6-Sitzer) haben möchte. Man kann sich diesen Innenraum dann sehr schön konfigurieren und die Getränkehalter kommen in amerikanischen Größen. Der Motor ist wie immer im Konzern Hyundai-Kia nichts Besonderes, aber in Kombination mit dem zusätzlich anschiebenden E-Motor bewegt sich das Auto auf langen Touren souverän vorwärts und auch der Verbrauch ist für die Größe mit rund 8 Litern nicht schlecht.
(Bild: Sebastian Bauer)
(cgl)