KI-Workstation Nvidia DGX Spark: Preiserhöhung wegen gestiegener Speicherkosten
Da beißt sich die Katze in den Schwanz: Der KI-Boom verteuert Speicher und Nvidia als ein Auslöser des KI-Booms erhöht seine Preise wegen des teuren Speichers.
(Bild: Nvidia)
Es ist ein wahrer Teufelskreis, den wie üblich die Kunden ausbaden müssen. Einer der Hauptprofiteure vom KI-Boom erhöht die Preise seiner KI-Miniworkstation von rund 4000 auf 4700 US-Dollar, also um rund 17,5 Prozent. Die Rede ist von Nvidia, die kürzlich ihre unverbindliche Preisempfehlung für die KI-Miniworkstation DGX Spark anhoben. Als Begründung führte man im hauseigenen Entwicklerforum „Memory Supply Constraints“, also das derzeit überaus knappe Speicherangebot an.
Dass dies ausgerechnet den KI-Profiteur Nvidia trifft, könnte man als feine Ironie werten. Allerdings werden mindestens die gestiegenen Beschaffungspreise auch direkt an die Kunden durchgereicht, auch wenn es sich bei der Zielgruppe nicht um den typischen Büroanwender oder Spieler handelt, sondern um KI-Entwickler.
Im DGX Spark sind außerdem 128 GByte großen Arbeitsspeicher vom Typ LPDDR5X verlötet. Daten liefert und empfängt der Speicher, auf den auch die Cuda-Kerne des GB10-Chips gleichberechtigten Zugriff haben, mit 273 Gigabyte pro Sekunde. Außerdem im Explosionsradius des Speicherpreises: die SSD, die bei Nvidia 4 TByte fasst. Vergleichbare Angebote anderer Anbieter wie Acer, Asus, Dell, Gigabyte (zum c’t-Test), HP oder Lenovo sind da meist spartanischer unterwegs und steigen mit einem einzigen Terabyte SSD-Speicher ein.
(Bild: Nvidia, Screenshot: c’t)
Die Größe des Arbeitsspeichers hingegen ist fix bei 128 GByte, ebenso die sonstige Hardware-Ausstattung mit dem 200-Gbit/s-Netzwerkadapter ConnectX-7 der Nvidia-Sparte Mellanox, einem 10-Gbit/s-Ethernetport, Wi-Fi 7 und vier USB-C-Buchsen, eine davon zur Stromversorgung.
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Zu hoch gepokert?
Ein wenig überraschend kommt diese Preiserhöhung dann doch. Denn vor wenigen Wochen sagte Nvidia-Boss Jensen Huang noch, in Bezug auf KI-Beschleuniger habe Nvidia vorgesorgt. Dabei ging es aber hauptsächlich wohl nicht um Standardchips wie GDDR7, DDR5 und LPDDR5X, sondern vorwiegend um superteures High Bandwidth Memory der dritten und vierten Generationen (HBM3e/HBM4), bei dem es auch wesentlich weniger Konkurrenzdruck gibt. Und für die technisch komplexen HBM-Stapel schließt Nvidia ohnehin längerfristige Verträge und sogar Entwicklungspartnerschaften ab.
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Jedenfalls war die Ausstattung der DGX Spark wohl kein Bestandteil der Nvidia-Vorsorge. Nvidia sagt in seinem Statement aber ebenfalls, dass die Vorbestellungen zu den bei Vertragsschluss gĂĽltigen Preisen ausgeliefert werden. Auf die Preisgestaltung anderer Anbieter, die teils 1000 Euro unterhalb von Nvidias DGX Spark in den Markt eingestiegen waren, habe man keinen Einfluss.
(csp)