Songs aus der KI: Bei Apple Music gibt es dafür bald ein Label

Der Apple-Musikstreaming-Dienst will in Sachen KI-generierter Musik transparenter werden. Spotify hat ähnliche Planungen, Deezer nutzt Detektoren.

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Apple Music auf dem Mac

Apple Music auf dem Mac: Nutzer sollen wissen, wann Musik aus dem Ki-Modell kommt.

(Bild: Apple)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Apple hat gegenüber seinen Lieferanten aus der Musikindustrie angekündigt, künftig ein Labeling für KI-generierte Songs in Apple Music umsetzen zu wollen. Sogenannte Transparency Tags sollen Nutzern des Musikstreamingdienstes helfen, zu erkennen, dass ein Track oder ein ganzes Album nicht oder nur teilweise von Menschen gemacht wurde. Dabei lassen sich vier Elemente „flaggen“: Die Komposition, der Titel selbst, ein eventuell beigestelltes Musikvideo oder das Artwork, also das Cover oder die in Apple Music zunehmend verwendete Cover-Animation. Tracks sollen auch gekennzeichnet werden, wenn ein Song teilweise mit KI entstanden ist; bei der Komposition geht es nicht nur um den Song selbst, sondern auch den Liedtext. Musikvideos werden auch dann gekennzeichnet, wenn sie ohne Album oder Track bei dem Dienst landen.

Laut Music Business Worldwide, dem ein entsprechendes Schreiben an Vertriebe und Labels von Mittwochmorgen (US-Zeit) vorliegt, nimmt Apple die Daten ab sofort an. Künftig sollen sie erzwungen werden. Es gehe um einen ersten Schritt hin zu mehr Transparenz in der Industrie, schreibt Apple. Die Deklarierung obliegt vollständig den Labels und/oder ihren Vertrieben.

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Andere Anbieter wie etwa Deezer versuchen, KI auf Plattformebene zu erkennen – mit entsprechenden Algorithmen zur Detektierung. Dafür verlangt Deezer aber auch keine Deklarierung durch Label. Beide Modelle haben Vor- und Nachteile: Während Apple sich auf die Selbstangaben verlässt, können bei Detektoren auf Plattformebene KI-Songs fehldeklariert (sowohl False Positives als auch False Negatives) werden.

Deezer hatte im Januar mitgeteilt, dass die Plattform pro Tag (!) bis zu 60.000 KI-Tracks erhält. Das sind fast 40 Prozent aller eingereichten Tracks. Das Streaming bei KI-Musik erfolgt zudem oft betrügerisch – angeblich bis zu 85 Prozent aller Hörvorgänge bei KI-Musik sind laut Deezer Fake. Die Ersteller wollen damit Geld kassieren, der Streamingdienst hofft, dies mit seiner Erkennung zu verhindern.

Apple selbst hat noch keine Angaben gemacht, wie sehr Apple Music von dem Problem betroffen ist. In dem Schreiben an die Musikindustrie wurden keine Angaben gemacht, was passiert, wenn das Labeling inkorrekt erfolgt. Technische Details sind hier zu finden. Bei Spotify will man ebenfalls mit einem Label helfen, dass Nutzer KI-Musik erkennen können. Statt eines eigenen Systems will der schwedisch-amerikanische Streaming-Marktführer den Industriestandard DDEX verwenden.

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(bsc)