MacBook Neo: Die Nachteile im Detail

Um den Preis beim MacBook Neo zu drĂĽcken, ist Apple an einigen Stellen kreativ geworden. Ein Ăśberblick.

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MacBook Neo im Farbton „Zitrus“

MacBook Neo im Farbton „Zitrus“.

(Bild: Apple)

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Am Mittwoch kommt Apples MacBook Neo auf den Markt, die erste neue Mac-Baureihe seit dem Mac Studio von 2022. Es ist das bislang günstigste Notebook, das Apple jemals herausgebracht hat: Bei 699 Euro geht es los, mit nur einer weiteren Version für 799 Euro, die den Flash-Speicher von 256 GByte auf 512 GByte verdoppelt und einen Touch-ID-Fingerabdrucksensor ergänzt. Bildungskunden erhalten das Neo bereits ab 599 Euro. Bei dieser für Apple ungewöhnlichen Preisgestaltung stellt sich die Frage, mit welchen Kompromissen man leben muss. Wir fassen die potenziellen Nachteile des Neo zusammen.

Zunächst fällt auf, dass Apple das Neo nicht in einem Kunststoffgehäuse steckt. Stattdessen setzt der Konzern wie etwa beim MacBook Air, das dem Neo vom Formfaktor her recht nahekommt, auf recyceltes Aluminium. Das dürfte für Haltbarkeit sorgen. Apple hat über das letzte Jahrzehnt sein Unibody-Design perfektioniert, bei dem das Gehäuse aus einem Block Alu gefertigt wird, was die Stabilität erhöht. Ob das beim Neo auch so ist, bleibt bislang unklar. Das Neo ist minimal dicker als das MacBook Air M5 (1,27 cm statt 1,13 cm), das das dünnste MacBook bleibt. In Sachen Länge und Breite ist das Air wiederum minimal kleiner und damit das kleinste MacBook, das Apple derzeit verkauft.

Am Display ist ein relativ dicker schwarzer Rand zu sehen, in dem die FaceTime-Kamera steckt. Letztere kommt nur mit 2,1 Megapixel und nicht mit 12 Megapixel. Eine Center-Stage-Funktion wie bei vielen anderen Apple-Geräten fehlt. Die Kamera hat offenbar kein Licht, wenn sie aktiviert ist – dies erledigt Apple über Software. Es sind nur zwei Mikrofone verbaut, die aber Sprachisolation und Wide Spectrum Audio unterstützen.

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An Ports gibt es genau drei: Ein Kopfhöreranschluss (vermutlich nicht für hochohmige Modelle geeignet), ein USB-C-Anschluss für Laden und USB 2.0 (rechts) und ein USB-C-Port mit USB 3 (maximal 10 Gbit/s) links. macOS warnt Nutzer, falls sie High-Speed-Peripherie am USB-2.0-Port anstecken, nur der linke Port ist zudem für ein 4K-Display (maximal 60 Hertz) geeignet. Die Lautsprecher verbaut Apple erstmals seitlich (jeweils links und rechts unten) – wie gut der Klang ist, bleibt abzuwarten. Angeblich beherrschen sie 3D-Audio.

Zur Qualität der weißlichen Tastatur, die unbeleuchtet und farblich an die Gehäusefarbe (Silber, Rosa, Zitrus oder Indigo) angepasst ist, gibt es noch keine Infos – Apple bezeichnet sie in einem Werbevideo als „Magic Keyboard“. Einen Touch-ID-Fingerabdrucksensor gibt es wie erwähnt nur beim 799-Euro-Modell. Das Trackpad des Neo ist nicht in Solid-State-Technik mit Vibrationsmotor ausgeführt (wie bei allen anderen MacBooks), sondern mechanisch klickbar – das soll aber in allen Bereichen gehen, also auch oben. Mechanische Trackpads gibt es bereits im Magic Keyboard für iPads. Die Force-Click-Funktion fällt dadurch weg, auch kann das Trackpad den Anpressdruck nicht messen.

Der Bildschirm stellt 2408 mal 1506 Bildpunkte dar und damit etwas weniger als das MacBook Air (2560 mal 1665 Bildpunkte bei 13,6 Zoll). Die Farbwiedergabe erreicht sRGB (Air: P3). True Tone, also die Farbtemperaturanpassung an die Umgebungshelligkeit, lässt Apple weg. Als Chip ist der A18 Pro aus dem iPhone 16 Pro verbaut. Er hat sechs CPU-Kerne (MacBook Air M5: zehn) und fünf GPU-Kerne (Air: acht). Die Speicherbandbreite liegt bei 60 GB/s, das MacBook Air M5 schafft hier 153 GB/s. Die RAM-Größe beträgt nur 8 GByte, obwohl Apple allen seinen Macs mittlerweile mindestens 16 GByte spendiert. Was das in der Praxis heißt, muss sich zeigen. Apple Intelligence wird trotz des geringeren RAMs unterstützt.

Die Akkulaufzeit beim Neo soll beim Videostreaming zwei Stunden kürzer sein als beim MacBook Air M5 (16 statt 18 Stunden). Der Akku ist allerdings mit 36,5 Wh auch ein gutes Stück kleiner (MacBook Air M5: 53,8 Wh). Apple dürfte auch den gesamten Platz, der im Gehäuse vorhanden ist, nicht für den Akku nutzen. Eventuell ist auch die verbaute Akkutechnik eine einfachere. Eine Fast-Charging-Funktion ist nicht vorgesehen. Wie erwähnt gibt es nur USB-C-Ports, man kann also nicht mittels magnetischem MagSafe-Kabel (das einen Fallschutz bietet) aufladen. Ein Ladegerät liefert Apple in der EU wie schon beim MacBook Pro M5 nicht mit. Der integrierte WLAN-Chip des Neo unterstützt Wi-Fi 6E, kein aktuelles Wi-Fi 7. Apples eigener Funkchip N1 fehlt.

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(bsc)