Epic-Chef Tim Sweeney darf Google bis 2032 nicht mehr kritisieren

Nach dem langen Rechtsstreit um den Play Store haben sich Epic und Google geeinigt. Teil des Deals: Tim Sweeney darf Google jahrelang nicht mehr kritisieren.

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Tim Sweeney auf der Gamescom 2017

(Bild: Martin Fischer / heise medien)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Epic und Google haben sich nach einem jahrelangen Rechtsstreit über den Play Store geeinigt: Google passt im Zuge dessen sein Geschäftsmodell an, was der Epic-Chef Tim Sweeney offenbar stark befürwortet. Teil der Einigung ist Gerichtsunterlagen zufolge aber nicht nur die Anpassung der Play-Store-Richtlinien und die Möglichkeit, auf Android-Geräten alternative App-Stores zu installieren: Tim Sweeney, einer der lautesten Kritiker von Apples und Googles Geschäftsgebaren, hat sich dazu verpflichtet, die Praktiken des Google-Play-Stores nicht mehr zu kritisieren.

Das US-Techmagazin The Verge zitiert aus den Vertragsunterlagen: Demzufolge tritt Epic, und damit auch der gewöhnlich sehr meinungsstarke CEO Tim Sweeney, das Recht ab, Google in einigen vereinbarten Punkten zu verklagen und zu kritisieren. Dazu gehören Googles Praktiken beim Vertrieb von Apps, bei Gebühren und bei der Behandlung von Spielen und Apps. Sweeney verzichtet zum anderen auch auf das Recht, sich für weitere Änderungen der Richtlinien des Google-Play-Stores einzusetzen. Zudem dürfe er die Praktiken des Google-Play-Stores nicht kritisieren – vielmehr müsse er sie künftig loben.

Auszug aus der Vereinbarung zwischen Google und Epic.

(Bild: The Verge)

Weiter besagt die Vereinbarung, dass „Epic der Ansicht ist, dass die Google- und die Android-Plattform mit den Änderungen in diesem Term-Sheet wettbewerbsfördernd und ein Vorbild für den Betrieb von App-Stores/Plattformen sind. Epic werde sich also dafür einsetzen, diese Meinung zu vertreten und zu fördern.

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Allerdings darf Epic weiterhin Teil der „Coalition for App Fairness“ sein, einer Organisation, die Epic im Streit gegen Google und Apple finanziert hat. Sie darf sich jedoch nicht für weitere Änderungen der Richtlinien und Praktiken von Google einsetzen, die Gegenstand der Vereinbarungen sind.

Diese Vorgaben bestätigt auch der Epic Games Newsroom auf X: „Epic und Tim haben vereinbart, Google nicht in Bezug auf den Vertrieb im App Store und die Gebühren zu kritisieren. Alle anderen Themen stehen weiterhin zur Debatte, und Kritik ist weiterhin erlaubt.“

Gemäß dem unterzeichneten Dokument läuft es fünf Jahre nach der letzten Änderung der Servicegebühren durch Google aus. Google plant, dies bis spätestens zum 30. September 2027 umzusetzen. Demnach dürfte Sweeney womöglich bis zum September 2032 keine Kritik gegenüber Googles Play-Stores äußern. Sweeney hat bereits erste lobende Tweets in Richtung Google geschickt. Am Mittwoch schrieb er: „Google öffnet Android vollständig und bietet umfassende Unterstützung für konkurrierende Stores, konkurrierende Zahlungssysteme und bessere Konditionen für alle Entwickler. Damit haben wir alle unsere Streitigkeiten weltweit beigelegt. DANKE, GOOGLE!“

(afl)