OpenWrt: Version 25.12.0 bringt Wechsel des Paketmanagers

Die frisch erschienene Version 25.12.0 von OpenWrt unterstützt mehr Geräte und setzt auf einen neuen Paketmanager.

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OpenWrt-Welcome-Screen

(Bild: heise medien)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das OpenWrt-Projekt hat die Version 25.12.0 der Open-Source-Router-Firmware veröffentlicht. Besonders stechen darin die zahlreichen unterstützten Geräte und der Wechsel auf eine neue Paketverwaltung hervor.

In den Release-Notes liefert OpenWrt einen Überblick über die Änderungen. Als wichtigen Punkt vorneweg nennen die Entwickler, dass das Upgrade von OpenWrt 24.10 auf 25.12 in vielen Fällen vom sysupgrade-Werkzeug unterstützt wird, das versucht, die Konfiguration mitzumigrieren. Dennoch sollten Upgrade-Willige zuvor ein Backup ihrer Konfiguration anlegen, raten die OpenWrt-Programmierer. An OpenWrt 25.12.0 haben die Entwickler über ein Jahr lang gearbeitet und kommen auf mehr als 4700 Quellcode-Commits seit Fassung 24.10. Der Codename „Dave’s Guitar“ soll der Erinnerung des im April 2025 verstorbenen Dave Täht dienen.

Der Paketmanager wechselt vom alten opkg zu apk (Alpine Package Keeper). Wichtigster Grund dafür ist, dass das OpenWrt-opkg nicht mehr unterstützt und apk weiterhin gepflegt wird. Nur wenige Paketnamen haben sich geändert. Ein Cheatsheet soll beim Umsteigen hilfreiche Informationen liefern. Außerdem liefert OpenWrt nun eine webbasierte „attended.sysupgrade“-LuCI-App (ASU) mit. Auf Geräten mit größerem Flash-Speicher installiert OpenWrt außerdem das Kommandozeilen-Tool „owut“ (OpenWrt Upgrade Tool) standardmäßig mit. ASU soll auf neue OpenWrt-Versionen aktualisieren und Firmware-Images automatisch mit allen derzeit installierten Paketen zusammenbauen können. Dabei erhält es die Systemkonfiguration und erlaubt die Integration zusätzlicher installierter Pakete direkt in das SquashFS-Dateisystem. Das soll Upgrades deutlich vereinfachen: Mit nur wenigen Klicks in LuCI und nach kurzer Wartezeit steht ein angepasstes Firmware-Abbild bereit, das ohne weitere manuelle Eingriffe installiert wird.

Außerdem speichert OpenWrt in einem RAM-basierten Dateisystem den Befehlsverlauf der Shell. Der steht damit auch nach neuen Logins bereit. Das erspart unnötige Schreibzugriffe auf den Flash-Speicher, der nur eine begrenzte Zahl an Schreibzyklen verkraftet. Das lässt sich jedoch umstellen, sodass auch persistente Speicherung auf dem Flash-Speicher möglich ist. Das erhöht jedoch die Schreibzyklen und wirkt sich auf die Flash-Lebensdauer aus, warnen die Entwickler.

Hardwareseitig gibt es mehr Unterstützung für Realtek-Ziele, dort insbesondere mehr Switch-SoCs mit 10-GBit-Support. Das qualcommax-Ziel unterstützt zwei weitere SoCs. Neu dabei ist ein siflower-Build-Target und neue Sub-Targets für Allwinner-F1C100/200s-SoCs. Ebenfalls neu dabei ist der Microchip LAN969x-Switch-Chipsatz. Insgesamt kommt OpenWrt nun auf mehr als 2200 unterstützte Geräte. Seit OpenWrt 24.10 sind 180 neu dazugekommen.

Die Software ist ebenfalls aktueller: Der Linux-Kernel 6.12.71 kommt für alle Build-Targets zum Einsatz, außerdem sind die Stände von glibc 2.41, gcc 14.3.0, binutils 2.44 dabei. Als zentrale Komponenten sind nun die Fassungen busybox 1.37.0, dropbear 2025.89 und dnsmasq 2.91 Bestandteil von OpenWrt. OpenWrt 24.10 erreicht mit dem Release von OpenWrt 25.12.0 in sechs Monaten das Support-Ende, also gibt es dafür nach September 2026 keine Sicherheitsupdates mehr. Nutzer sollten daher die Zeit nutzen und zeitnah auf die neue Version aktualisieren.

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Ende Oktober musste das OpenWrt-Projekt Sicherheitslücken schließen. Die haben Angreifern etwa das Einschleusen und Ausführen von Schadcode oder das Ausweiten ihrer Rechte im System ermöglicht.

Siehe auch:

(dmk)