Best Western Hotels: Weltweite Cyberangriffe auf touristische Buchungssysteme
Immer noch gibt es neue Berichte von Phishing-Nachrichten kurz nach Buchung bei Best Western Hotels. Ursache seien anhaltende Cyberangriffe.
Best Western Corpus Christi Airport Hotel
(Bild: Best Western Hotels / Alexis Diaz)
Ende Februar haben die Best Western Hotels (BWH) in E-Mails an Kunden und Kundinnen vor laufenden Phishing-Angriffen gewarnt. Auf unsere Nachfrage hat die Hotelkette die Situation etwas deutlicher geschildert.
Auch jetzt erreichen uns noch Leserhinweise, dass nach jüngst getätigten Buchungen bei Betroffenen etwa Phishing-SMS eintrudeln, die mit real verwendeten Daten operieren. Das Problem hat die Hotelkette offenbar noch nicht im Griff.
Weltweites Problem
Auf Nachfrage von heise online erklärt Best Western Hotels: „Nach aktuellem Kenntnisstand handelt es sich um eine anhaltende Serie unterschiedlich gelagerter Cyberangriffe auf touristische Buchungssysteme und deren technische Infrastruktur sowie auf Browser, Apps und Standardsoftware weltweit.“ Die anschließende Aussage: „Nach derzeitiger Einschätzung könnten die Vorfälle auch im Zusammenhang mit Formen hybrider Kriegsführung stehen“ wirkt allerdings weit hergeholt. Es lässt sich nicht erschließen, wie das einer der Kriegsparteien helfen würde. Die Vorfälle sollen jedoch lediglich einen „sehr geringen Anteil der insgesamt über Best Western getätigten Buchungen“ betreffen.
BWH erklärt weiter: „Wir arbeiten mit höchster Dringlichkeit und unter Einsatz aller verfügbaren Mittel daran, mögliche Beeinträchtigungen zu verhindern, unsere Systeme umfassend abzusichern und entsprechende Angriffe erfolgreich abzuwehren.“ Die Hotelkette kooperiert demnach eng mit mehreren Cybersecurity-Unternehmen und internationalen Strafverfolgungsbehörden wie dem FBI. Die BWH versprechen weitergehende Informationen zu veröffentlichen, sofern der Kette gesicherte Erkenntnisse vorliegen.
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Abhilfe offenbar schwierig
Konkret von den Cyberangriffen betroffene Buchungsplattformen nennt BWH nicht. Die Schuldzuweisung an externe Buchungssysteme und auf Rechnern genutzte Browser, Apps und Standardprogramme wirkt ein wenig wie der Versuch, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Darauf deutet ebenso der Hinweis von BWH, dass auch „zahlreiche weitere Unternehmen der Branche betroffen“ sind.
Möglicherweise hält sich das Problem auch deshalb so hartnäckig, da insbesondere kleinere Hotels mit wenig Verkehr an diese Systeme angeschlossen sind. Dort setzen die Betreiber unter Umständen keine weiteren Sicherheitsmaßnahmen um, wie die Nutzung getrennter Systeme für Buchungsverwaltung und etwa normalem E-Mail- und Schriftverkehr sowie für das Surfen im Netz. Die Pflege der Betriebssysteme und Softwarestände könnte mangels Ressourcen dort ebenso schleifen gelassen werden wie Mitarbeiterschulungen zu Cyberrisiken. Ein mögliches weiteres Indiz in diese Richtung liefern auch die Vorfälle in Hotels in Südtirol, die kompromittierte Extranet-Zugänge zu Booking.com zu beklagen hatten.
(dmk)