Microsoft-Videoeditor Clipchamp nur noch mit OneDrive nutzbar
Microsoft liefert bei Windows 11 den Videoeditor Clipchamp mit. Der lässt sich nun nicht mehr ohne OneDrive nutzen.
(Bild: Microsoft)
Microsofts auch kostenlos verfügbarer Videoeditor Clipchamp lässt sich nicht mehr ohne OneDrive nutzen. Geplant war das offenbar bereits länger, nun lassen sich aber nicht einmal mehr einfache Clips lokal erstellen und ablegen – ohne OneDrive ist die Software nun nutzlos.
Der Videoeditor Clipchamp kommt in der Regel ab Werk auf Windows-11-Installationen mit. Die kostenlose Fassung genügte für viele einfache Aufgaben. Der Zusammenschnitt von Videoschnipseln, Fotos, Musik, Texten und einfache Effekte waren bis zur Auflösung 1080p damit möglich. Wer Clipchamp jetzt startet, bekommt jedoch die Aufforderung zu sehen, sich mit einem OneDrive-Zugang anzumelden. Dieser sei nötig, damit Nutzerinnen und Nutzer „geräteübergreifend bearbeiten und mit anderen zusammenarbeiten können“. Die neuen Projekte würden auf OneDrive gespeichert. „Dadurch werden ihre Inhalte sicherer und einfacher zugriff auf verschiedene Computer.“ (sic).
(Bild:Â heise medien)
Die Auswahlbox „Weitere Optionen“ bietet die Option an, lokale Ordner zu verwenden. Ein darauffolgender Dialog klärt auf: „Wenn Sie sich entscheiden, Projekte lokal zu speichern, werden sie nicht in der Clipchamp-App angezeigt.“ Projekte müssten auf OneDrive gespeichert werden, um bearbeitbar zu bleiben.
Clipchamp ohne OneDrive faktisch funktionslos
Im Anschluss folgt ein vermeintlicher Download mit Fortschritt, der jedoch auf allen Testrechnern mit Fehlern abbricht. Wenn Clipchamp schließlich das gewohnte Hauptmenü anzeigt, folgt die Überraschung prompt: Die Auswahl, einen neuen Clip zu erstellen, wirft User erneut in die Einrichtungsschleife, die die OneDrive-Einbindung verlangt. Es lassen sich also weder bereits erstellte Videoprojekte öffnen und bearbeiten, noch neue erstellen. Auf Anfrage von heise online verweist Microsoft lediglich auf eine FAQ, die diese Änderung bereits für August 2025 angekündigt hat. Dort findet sich jedoch kein Hinweis, dass die Software ohne OneDrive nur noch die Angriffsfläche für Cyberkriminelle erhöht und Speicherplatz verschwendet, da sie nicht mehr nutzbar ist.
Videos by heise
Das könnte für viele der Weckruf sein, doch auch andere Software auszuprobieren und Clipchamp zur Erhöhung der Sicherheit zu deinstallieren. Es gibt zahlreiche einfache Videoschnitt-Programme, die jedoch meist Werbevehikel für eine Vollversion darstellen und damit Interessenten deutlich einschränken. Andere kostenlose Vollversionen richten sich eher an Videoschnittprofis und überfordern Nutzer schnell. Einen Kompromiss stellt etwa Kdenlive (als Kürzel für KDE Non-Linear Video Editor) dar. Anders als der Name vermuten ließe, läuft das Programm auch unter Windows. Eine Einführung in Kdenlive erläutert die Nutzung und erklärt den Funktionsumfang. Anders als die kostenlose Fassung von Microsofts Videoeditor kann Kdenlive inzwischen sogar mit lokaler KI etwa bewegliche Objekte freistellen.
(dmk)