WhatsApp bekommt Eltern-Modus fĂĽr Kinder
WhatsApp-Konten für 10- bis 12-Jährige bekommen eingeschränkte Funktionen. Fremde können Kindern nicht mehr schreiben.
(Bild: DenPhotos(Shutterstock.com)
Meta führt für seinen Messenger WhatsApp Kinder-Konten ein. Diese können von Eltern eingerichtet werden. Zielgruppe sind 10- bis 12-Jährige. Für sie gelten dann deutlich strengere Regeln und es gibt weniger Funktionen.
Mit einem solchen Kinder-Konto kann man den Messenger ausschlieĂźlich zum Telefonieren und Schreiben von Nachrichten nutzen. Es gibt also keine Broadcast-Channels oder Statusmeldungen, die deutliche Anleihen an klassische soziale Netzwerke haben. Es wundert daher nicht, dass Meta genau jetzt diese Entscheidung trifft, ist die Nutzung beziehungsweise ein Verbot von Social Media von Kindern und Jugendlichen gerade Gegenstand politischer Diskussion.
Zu den Einschränkungen gehört auch, dass Fremde die Kinder nicht einfach so anschreiben können. Eltern oder Erziehungsberechtigte entscheiden, wer mit dem Kind kommunizieren darf und auch, welchen Gruppen Kinder beitreten dürfen.
Eltern können keine Nachrichten der Kinder lesen. Wie bei WhatsApp üblich sind alle Nachrichten Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Das heißt, auch Meta hat keine Einsicht. Nachrichten können ausschließlich von Sendern und Empfängern gesehen werden.
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Um den Kindermodus einzurichten, müssen das Smartphone des Kindes und das eines Elternteils beim Einrichten nebeneinander gehalten werden – so lassen sie sich verknüpfen. Zu einem späteren Zeitpunkt geht das auch über die Einstellungen. Auf dem Smartphone des Kindes sind die Einstellungen mit einer Eltern-PIN gesichert. WhatsApp führt die Funktion allerdings laut eigenen Aussagen erst nach und nach ein, es kann also noch eine Weile dauern, bis sie tatsächlich verfügbar ist.
Betreiber mĂĽssen Jugendliche schĂĽtzen
Einen ähnlichen Modus für Kinder gibt es auch für Instagram von Meta. Dort können Eltern ebenfalls beschränken, wer ihre Kinder und Jugendlichen anschreiben kann. Eine große Sorge online ist das sogenannte Cyber-Grooming. Dabei schreiben Erwachsene gezielt Jugendliche mit Missbrauchsabsichten an. Auch Inhalte können bei Instagram gezielt ausgeblendet oder gesteuert werden.
TikTok bietet einen „Begleiteten Modus“ an. Dieser sieht beispielsweise auch vor, dass Eltern Zeiten festlegen, in denen Kinder TikTok nicht nutzen können. Auch die Follower können kontrolliert und blockiert werden.
Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sieht auch der Digital Services Act (DSA) vor, dass für sie besondere Regeln gelten. Die umfassen vor allem technische Designs, die negative Auswirkungen haben. Sogenannte Dark Patterns sind demnach verboten – gemeint sind manipulative Designs, die zu dauerhafter Nutzung und Abhängigkeiten oder anderen ungewollten Handlungen verleiten. Die Vorgabe ist, dass die Plattformbetreiber alle Risiken für Minderjährige minimieren müssen. Wie das genau aussehen kann, ist aber fraglich.
(emw)