Freitag: Hondas Kurswechsel bei Elektroautos, Google Maps bald mit Gemini-KI

Abkündigung geplanter E-Autos + Maps-Suche und -Navigation per KI + Atlassian-Entlassungen wegen KI + FPGA-Modul aus Deutschland + Datenschutz der EUDI-Wallet

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Elektroauto wird neben Hauseingang geladen, im HIntergrund steht Frau vor Tür; Freitag: Honda-Umstrukturierung, Kartendienst-KI, Atlassian-Sparkurs, Cologne-Chip-FPGA & EUDI-Wallet-Kritik

(Bild: husjur02/Shutterstock.com)

Lesezeit: 7 Min.

Honda gibt die Einstellung der Produktion von drei E-Auto-Modellen bekannt und begründet dies mit dem tiefgreifenden Wandel der Automobilindustrie, vor allem in den USA. Dort ist die Nachfrage nach Elektroautos deutlich zurückgegangen, nachdem die Trump-Regierung die staatliche Förderung von Elektrofahrzeugen gestrichen hat. Dagegen hat Google seinen Kartendienst deutlich aufgebohrt, denn künftig beantwortet Gemini komplexe Suchanfragen und erweitert die visuelle Navigation in Google Maps. Das ist laut Google das größte Update in mehr als einem Jahrzehnt. Zunächst kommt das in den USA, aber soll bald auf weitere Regionen ausgedehnt werden. Der Einsatz von KI in Unternehmen hat zumeist negative Folgen für die Mitarbeiter. Zwar sagt der Atlassian-Chef, dass KI bei dem Softwarehersteller keine Menschen ersetzen soll. Aber man müsse trotzdem 1600 Leute entlassen, um Geld für KI-Investitionen zu haben. Bei Atlassian betrifft dies vorwiegend Entwickler und andere Jobs im Softwarebereich – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Der japanische Automobilhersteller Honda wird die Entwicklung und Markteinführung von drei für Nordamerika geplanten Elektrofahrzeugmodellen einstellen. Die Produktion der drei Modelle sollte dieses Jahr im Werk im US-Bundesstaat Ohio anlaufen. Von der Entscheidung betroffen sind der Honda Zero SUV, die Honda Zero Limousine und der Acura RSX. Honda erklärt, „dass die Aufnahme der Produktion und des Verkaufs dieser drei Modelle im aktuellen Marktumfeld mit deutlich rückläufiger Nachfrage nach Elektrofahrzeugen langfristig zu weiteren Verlusten führen würde.“ Zugleich kündigte das Unternehmen an, dass die vollständige Umstrukturierung seiner Elektrofahrzeugsparte den Konzern bis zu 13,6 Milliarden Euro kosten könnte: Wegen Umstrukturierung stellt Honda die Produktion von drei Elektrofahrzeugen ein.

Umstellungen gibt es auch bei Google Maps, denn Google hat die Integration seines KI-Modells Gemini in den eigenen Kartendienst angekündigt. Künftig wird Gemini komplexe Suchanfragen in Google Maps wie bei einer normalen Unterhaltung beantworten können. Dabei wird der Chatbot nicht nur Orte, sondern auch lokale Merkmale berücksichtigen, die er aus Berichten von Maps-Nutzern lernt, etwa beliebte Restaurants. Gleichzeitig nutzt Google Gemini auch für die Erweiterung der Navigationsfunktionen von Maps. Das KI-Modell erstellt eine aktuelle 3D-Ansicht für die sogenannte „Immersive Navigation“ zur besseren Veranschaulichung der Route. Das soll den Nutzern helfen, sich besser zurechtzufinden: Google Maps bekommt Gemini-KI für komplexe Suche und „Immersive Navigation“.

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Die Schattenseite von KI wird deutlich bei Atlassian. Denn der Softwarehersteller entlässt rund 10 Prozent seiner Belegschaft, um mehr Mittel für KI-Investitionen zu haben. „Wir tun dies, um weitere Investitionen in KI und Vertrieb selbst zu finanzieren und gleichzeitig unser Finanzprofil zu stärken“, erklärte CEO Mike Cannon-Brookes. Insgesamt verlieren damit rund 1600 Leute ihren Arbeitsplatz. Cannon-Brookes betonte zwar, dass Atlassian nicht der Philosophie folgt, Menschen durch KI zu ersetzen. Zugleich führte er aber auch aus: „Es wäre unaufrichtig, so zu tun, als würde KI nichts an der Zusammensetzung der benötigten Fähigkeiten oder der Anzahl der erforderlichen Stellen in bestimmten Bereichen ändern“. Das tut sie, so der Atlassian-Chef: KI ersetzt bei uns keine Menschen, aber wir feuern sie trotzdem.

Viele Entwicklerboards für Field Programmable Gate Arrays (FPGAs) sind teuer und lassen sich nur mit proprietärer, kostenpflichtiger Design-Software programmieren. Das ist anders bei den GateMate-FPGAs des deutschen Herstellers Cologne Chip, die Globalfoundries in Dresden mit 28-Nanometer-Technik fertigt. Um die Kosten für Bastler weiter zu senken, hat Cologne Chip das Modul ULX5M-GS entwickelt, das beispielsweise auf das rund 25 Euro günstige Raspberry Pi Compute Module 5 IO Board für das CM5 passt. Einen Anbieter und einen genauen Preis für das ULX5M-GS nennt Cologne Chip bisher nicht. Das Modul soll jedoch in etwa 50 Euro kosten, sagte ein Vertreter von Cologne Chip auf Nachfrage bei der der Fachmesse embedded world 2026 in Nürnberg: Günstiges FPGA-Modul mit deutschem Chip und Open-Source-Toolchain.

Eigentlich soll die europäische digitale Brieftasche ein Musterbeispiel für Datensparsamkeit werden: Wer etwa beim Weinkauf nur sein Alter nachweisen muss, gibt auch nur das Alter preis – so zumindest der Plan. Doch die EU-Kommission untergräbt in ihren aktuellen Durchführungsrechtsakten zur eIDAS-Verordnung genau dieses Prinzip. Nichtregierungsorganisationen warnen nun, dass Unternehmen weit mehr Daten abfragen könnten als nötig. Zudem wird kritisiert, dass die Kommission neben Namen, Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit auch biometrische Gesichtsdaten verpflichtend in den bewusst minimal gehaltenen Mindestdatensatz zur Personenidentifizierung aufnehmen will. Dabei fallen biometrische Daten unter DSGVO-Schutz: EU-Kommission höhlt Datenschutz der digitalen Brieftasche aus.

Auch noch wichtig:

(fds)