Aufrüsten mit dem Lötkolben: So bekommt das MacBook Neo 1 TByte

Die SSDs, die Apple beim Neo mitliefert, sind nur 256 oder 512 GByte groß. Ein Aufrüsten ist aufgrund verlöteter NAND-Module schwierig. Aber es geht.

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MacBook Neo mit 1 TByte

MacBook Neo mit 1 TByte

(Bild: DirectorFeng / YouTube)

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Ein chinesischer Elektronik-YouTuber, der im Hauptberuf auf die Reparatur von Mobiltelefonen spezialisiert ist, hat demonstriert, dass sich die integrierte SSD des MacBook Neo doch aufrüsten lässt. Apple liefert sein Einsteiger-Notebook derzeit ab Werk nur in Varianten mit 256 GByte (699 Euro) und 512 GByte (799 Euro). Die NAND-Module sind zudem fest auf der Hauptplatine verlötet, was bedeutet, dass eine Aufrüstung durch den Nachkauf von Speicherkarten und deren simplen Austausch grundsätzlich nicht möglich ist. Nur ein arbeitsintensiver „Brute Force“-Ansatz hilft: Das Auslöten der alten NANDs samt Einsetzen und Festlöten frischer Module.

Letzteres zeigt nun der Kanal von DirectorFeng, wie sich der laut YouTube in Hongkong ansässige Feinmotoriker nennt. In dem knapp 24 Minuten langen Video wird zunächst per Speedtest gezeigt, wie schnell die Standardmodule sind, danach wird der Rechner auseinandergebaut (was glücklicherweise recht einfach ist) und die Entnahme der sehr kleinen Hauptplatine beginnt. Auf dieser sitzen alle wichtigen Komponenten wie der A18-Pro-Chip (mit integriertem RAM) und eben die NAND-Chips.

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Um an die Module zu kommen, muss zunächst eine Wärmeleitfolie entfernt werden – inklusive Wärmeleitpaste auf dem A18 Pro (die später wieder aufgebracht werden muss). Dann wird das NAND-Modul ausgelötet, in diesem Fall eines mit 256 GByte. Nach Reinigung und Flussmittelgabe wird ein frisches 1-TByte-NAND eingelötet, wofür auch eine Spezialmaschine benötigt wird.

Um das neue 1-TByte-NAND für macOS nutzbar zu machen, bedarf es schließlich noch eines weiteren Apple-Geräts, um über den sogenannten DFU-Modus die notwendigen Betriebssystem- und Firmware-Bestandteile auf die NAND zu schreiben. Nach dem Zusammenbau kommt das 1-TByte-Modul sogar auf leicht höhere Geschwindigkeitswerte als die 256-GByte-Variante ab Werk. macOS läuft offenbar wie zuvor problemlos.

Der Umbau sorgt natürlich dafür, dass die Garantie beziehungsweise Gewährleistung des MacBook Neo verloren geht. Zudem muss man sowohl ein passendes NAND-Modul als auch einen fähigen Reparaturdienstleister finden, der den Umlötprozess fehlerfrei durchführen kann. Neu sind solche Aktionen allerdings keinesfalls. Auch für den Mac mini gab es erfolgreiche Umlötversuche, hier werden zudem mittlerweile Module von Dritten offeriert, da sich diese vergleichsweise einfach einbauen lassen.

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(bsc)