MacBook Neo: Apples Strategie im Bildungsgeschäft

Der bislang billigste Mobil-Mac als eine Art Einstiegsdroge: Das Neo könnte Apple nicht nur gegen Chromebook und PC-Laptops an Schule und Uni positionieren.

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MacBook Neo im Bildungskontext

MacBook Neo im Bildungskontext.

(Bild: Apple)

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Wer in den USA ein MacBook Neo zum Bildungspreis erwirbt, zahlt nur 499 US-Dollar ohne Umsatzsteuer, die je nach Bundesstaat auch wegfällt. In Europa sind es mit 599 Euro etwas mehr. Dennoch ist davon auszugehen, dass Apple mit den Geräten eine sinnvolle Marge macht – vor allem, weil der verwendete A18 Pro mit einem GPU-Kern weniger sonst nur Ausschuss aus der iPhone-16-Pro-(Max-)Produktion wäre. Mit dem Preis kann Apple auch wieder gegen billige PCs sowie Chromebooks anstinken, die insbesondere in Nordamerika den Schul- und Unimarkt überrollt hatten. Doch beim Neo geht es dem Konzern um mehr: Er hofft, Langzeitkunden zu finden, die über Jahrzehnte bleiben.

Das zeigt eine simple Rechnung, die das Apple-Blog 9to5Mac kürzlich aufgestellt hat. Wer mit, sagen wir einmal, 14 Jahren ein MacBook Neo erhält, macOS mag und sich später für weitere Apple-Produkte interessiert, kann schnell einen hohen Live-Time-Value (LV) für Apple darstellen. Mit 18 möchte diese Person vielleicht ein MacBook Air mit schnellerer Hardware, das aktuell im Bildungstarif 1000 Dollar kostet.

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Auch ein Einsteiger-iPhone könnte interessant werden, ebenso wie AirPods. Später geht es dann vielleicht mit einem iPhone-Pro-Modell und einer Apple Watch weiter, schließlich kommen ein iMac oder ein MacBook Pro hinzu. Bedenkt man, dass Apple-Kunden dazu neigen, ihre Geräte regelmäßig auszutauschen (vier Jahre gelten als eher langer Zyklus), ergibt sich so in Verbindung mit diversen Apple-Diensten von iCloud bis AppleCare ein LV von locker 50.000 Dollar. Angesichts Apples hoher Gewinnmarge von um die 40 Prozent kommen so knapp 20.000 Dollar in die Kassen des Konzerns.

Somit könnte das MacBook Neo zu einem Gerät werden, das Apple einen neuen Halo-Effekt liefert, wie ihn einst nur iPod und iPhone darstellten: PC-Benutzer kauften diese als erste Apple-Produkte, um sich dann tiefer ins Ökosystem zu begeben. Im schulischen Bereich nahm bisher das iPad diese Rolle ein, doch aufgrund des vergleichsweise hohen Preises musste sich Apple hier häufig dem Chromebook geschlagen geben, insbesondere im US-Markt.

Ein Problem gibt es allerdings noch: Niemand weiß, wie viele Neos Apple insgesamt bauen kann, ohne dass die A18-Pro-Chips nachproduziert werden müssen, was die Produktionskosten steigern würde. Denn wie erwähnt profitiert der Konzern Medienberichten zufolge davon, dass er SoCs verwendet, die im iPhone nicht verwendet werden können. Sie sind daher quasi „kostenlos“. Doch bei 5 bis 6 Millionen Stück könnte hier Schluss sein, meint zumindest der ehemalige Bloomberg-Reporter Tim Culpan. Schon jetzt wartet man bei Apple mehrere Wochen auf die Auslieferung.

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(bsc)