Telnet: Kritische LĂĽcke erlaubt Einschleusen von Schadcode aus dem Netz
Eine Lücke im telnetd der GNU Inetutils ermöglicht Angreifern aus dem Netz das Einschleusen von Schadcode – ohne vorherige Anmeldung.
(Bild: Shutterstock / Skorzewiak)
IT-Verantwortliche sollten Zugriffsmöglichkeiten auf ihre Instanzen des telnetd aus den GNU Inetutils unbedingt auf vertrauenswürdige Rechner beschränken oder sie durch verschlüsselte Methoden ersetzen. Eine neu entdeckte Schwachstelle ermöglicht Angreifern aus dem Netz ohne vorherige Authentifizierung, beliebigen Code einzuschleusen und auszuführen.
Die Sicherheitslücke hat einen Schwachstelleneintrag erhalten, der erklärt, dass ein Schreibzugriff außerhalb vorgesehener Speichergrenzen im Code zur Verarbeitung der „LINEMODE SLC“-Option (Set Local Characters) möglich ist. Die Funktion add_slc prüft schlicht nicht, ob der Puffer bereits voll ist (CVE-2026-32746, CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). Betroffen sind die GNU Inetutils bis einschließlich Version 2.7 – es handelt sich um die derzeit aktuelle Fassung aus dem Dezember 2025, die auf den GNU-Servern zum Herunterladen bereitsteht. Laut dem Bericht der Schwachstellen-Entdecker ist zudem der aktuelle Entwicklercode im Branch HEAD mindestens bis zum Datum 11. März 2026 anfällig.
Ein Update zum Stopfen des Sicherheitslecks steht demnach bislang nicht zur VerfĂĽgung. Die Entwickler planen jedoch aktuell, zum 1. April 2026 eine fehlerkorrigierte Version herauszugeben.
GegenmaĂźnahmen: Zumachen
Mindestens bis dahin sollten Zugriffe auf den Telnet-Daemon aus den GNU Inetutils etwa mittels Firewall – standardmäßig auf dem Port 23/TCP – auf absolut vertrauenswürdige Maschinen beschränkt werden. Idealerweise sollten jedoch Dienste zum Zugriff genutzt werden, die ihre Daten nicht im Klartext über das Netz schicken, sondern verschlüsselt wie Secure Shell (SSH).
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Bereits im Januar wurde eine SicherheitslĂĽcke im telnetd der GNU Inetutils bekannt. Auf triviale Art und Weise konnten sich Angreifer dadurch als root-User anmelden und ebenfalls wie mit der nun bekannt gewordenen Schwachstelle komplette Server kompromittieren.
(dmk)