Astronomie: Braune Zwerge rotieren langsamer als riesige Gasplaneten

Zwar ähneln sich Braune Zwerge und riesige Gasplaneten sehr, deshalb ist die Abgrenzung schwierig. Nun wurde wohl ein entscheidender Unterschied gefunden.

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Staubring um einen schwach leuchtenden Himmelskörper

KĂĽnstlerische Darstellung eines von Staub eingehĂĽllten Braunen Zwergs

(Bild: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/M. Kornmesser (ESO))

Lesezeit: 2 Min.

Eine US-amerikanische Forschungsgruppe hat womöglich eine Eigenschaft entdeckt, mit der sich riesige Gasplaneten von gescheiterten Sternen – den sogenannten Braunen Zwergen – zuverlässiger unterscheiden lassen. Die oft ähnlich hellen und ähnlich warmen Himmelskörper drehten sich mit einer merklich unterschiedlichen Geschwindigkeit, fasst die Northwestern University aus Illinois zusammen. Das könnte nicht nur dabei helfen, die beiden Objektarten künftig leichter zu differenzieren. Die Entdeckung könnte auch Einblick in unterschiedliche Entstehungsmechanismen der sonst so ähnlichen Himmelskörper geben, denn die Rotationsgeschwindigkeit ist gewissermaßen ein Überbleibsel ihrer jeweiligen Frühgeschichte.

Durch ein Teleskop betrachtet, glichen sich Braune Zwerge und riesige Gasplaneten sehr, erklärt das Forschungsteam. Aber während Gasriesen eindeutig Exoplaneten sind, die den großen Gasplaneten Jupiter und Saturn aus dem Sonnensystem gleichen, sind Braune Zwerge eher Sterne. Anders als echte Sterne wurde bei ihnen aber keine Kernfusion gezündet. Die Unterscheidung wird dabei durch den Sachverhalt erschwert, dass die größten Gasriesen größer sind als die kleinsten Braunen Zwerge. Sollte sich die Rotationsgeschwindigkeit jetzt tatsächlich als zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal bestätigen, könnte das die Erforschung beider Arten von Himmelskörpern voranbringen.

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Gefunden hat die Forschungsgruppe den Unterschied mit dem W.M. Keck Observatory auf dem Mauna Kea in Hawaii. Damit hat sie sechs riesige Exoplaneten und 25 Braune Zwerge ins Visier genommen. Zusammen mit Daten aus früheren Analysen habe sich ein deutliches Muster gezeigt: Exoplaneten rotieren demnach viel näher an jener Geschwindigkeit, bei der es sie zerreißen würde. Das deute darauf hin, dass Braune Zwerge nach ihrer Entstehung viel mehr Rotationsgeschwindigkeit verlieren. Während Gasriesen um Sterne entstehen, können Braune Zwerge sich dort bilden oder ganz alleine im All. Interessanterweise drehen sich Braune Zwerge, die andere Sterne umkreisen, am langsamsten. Das und mehr erklärt die Forschungsgruppe im Astronomical Journal.

(mho)