Transform 2026: Was tun gegen den Transformation Overload?

Auf der Konferenz ging es um die rasanten Veränderungen durch KI - und die Schwierigkeiten von Unternehmen, mit der Entwicklung Schritt zu halten.

vorlesen Druckansicht 3 Kommentare lesen
Redner bei der Konferenz Transform 2026

(Bild: Dennis Reimann / Bitkom)

Lesezeit: 3 Min.
Von

Etliche Unternehmen haben bereits KI-Pilotprojekte gestartet oder setzen KI schon auf breiter Basis ein. Allerdings bleiben Rollenmodelle, Verantwortungsstrukturen und Talentarchitekturen häufig unverändert. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Deloitte zeigt, dass der Engpass der KI-Transformation nicht mehr in der Technologie selbst liegt, sondern im Organisationsdesign, in der Governance-Reife und in der Neudefinition von Arbeit.

Nina Moeller, Geschäftsführerin, Materna TMT, beschreibt es schon im Titel ihres Talks auf der Transform. Es herrscht vielerorts „Transformation Overload“. Transformation ist nicht mehr nur ein zeitlich und organisatorisch begrenztes Projekt, sondern der Dauerzustand quer durchs Unternehmen, in dem etliche Transformations- und Veränderungsinitiativen parallel laufen.

Die Folge ist Transformation Overload: Orientierungslosigkeit, Überforderung und sinkende Wirksamkeit, weil Change-Projekte um Zeit, Aufmerksamkeit und Ressourcen konkurrieren. Ihrer Ansicht nach gilt es zukünftig nicht mehr um die erfolgreiche Steuerung einzelner Change-Projekte. Unternehmen müssten vielmehr Change als dauerhaften Zustand orchestrieren.

Josephine Hofmann, stellvertretende Leiterin des Forschungsbereiches Arbeitsgestaltung und Unternehmensorganisation beim Fraunhofer IAO, ging in ihrem Talk darauf ein, was der vermehrte Einsatz von KI mit Mitarbeitern macht, insbesondere mit Führungskräften.

So führe Kollege KI-Agent zu einer allgemeinen Verunsicherung. Mitarbeiter fragten sich, was sie und ihre Arbeit noch wert seien, wenn die KI ihre Tätigkeiten oft schneller und rund um die Uhr erledige. Wenn KI Tätigkeiten von Menschen übernehme, bestehe auch die Gefahr von De-Skilling: Wenn der Mitarbeiter aus Fleisch und Blut Tätigkeiten nicht mehr regelmäßig ausführt, kann er Fertigkeiten verlernen. Last not least könne KI im Team auch zu einem veränderten Sozialverhalten unter Mitarbeitern führen, wie aktuelle Studien zeigen.

Um diese und weitere Veränderungen zu bewältigen, schlägt Hofmann ein ganzes Bündel an Maßnahmen vor. Dazu zählen zum Beispiel ein gemeinsamer Wissenspool sowie eine gemeinschaftlich gepflegte Promptbibliothek – viel in Eigeninitiative im Team aufbereitetes und bereitgestelltes Know-how.

Videos by heise

Was die Fortbildung von Mitarbeitern zu Digitalthemen „von oben“ betrifft, herrscht nach einer Umfrage von Bitkom Research noch viel Verbesserungspotenzial. So bieten die meisten Unternehmen für ausgewählte Mitarbeiter Weiterbildungen zu Digitalthemen an – aber nur 14 Prozent schulen alle oder fast alle Beschäftigten.

Zwei Drittel der befragten Unternehmen schulen immerhin vereinzelt in der Belegschaft. 40 Prozent der Unternehmen geben an, dass die Beschäftigten keine Lust auf Weiterbildungen zu Digitalthemen haben, ebenso vielen fehle die Zeit, Beschäftigte weiterzubilden, und 28 Prozent sagen, es mangele dafür an Geld.

(jo)