Apple verdient bald eine Milliarde US-Dollar dank KI im App Store

Apple Intelligence gilt als Flop, doch mit dem Hype um Künstliche Intelligenz macht Apple dennoch Cash. Der Grund: Das App-Store-Gebührenmodell.

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KI-Nutzung auf einem Smartphone

KI-Nutzung auf einem Smartphone.

(Bild: Lalaka / Shutterstock.com)

Lesezeit: 3 Min.

Nach wie vor hat Apple den großen KI-Konzernen wie OpenAI (ChatGPT), Anthropic (Claude) oder Google (Germini) nicht wirklich viel entgegenzusetzen: Apple Intelligence gilt als technisch unterlegen, solange es keine Cloud-Hilfe der Konkurrenz gibt und die verbesserte Sprachassistentin Siri lässt weiterhin auf sich warten. Dennoch soll Apple allein im Jahr 2025 mit Künstlicher Intelligenz fast eine Milliarde US-Dollar eingenommen haben. Des Rätsels Lösung: Der App Store und sein Provisionsmodell, über den Apple zwischen 15 und 30 Prozent kassiert, sofern Nutzer sein Abrechnungssystem verwenden, was viele aus Bequemlichkeitsgründen tun.

Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Zahlen des Marktforschers AppMagic berichtet, kamen 2025 knapp 900 Millionen Dollar zusammen. Dies soll die Summe sein, die Apps aus dem Bereich generative KI an Apple abgeführt haben.

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Der Wert dürfte sich 2026 noch erhöhen – AppMagic schätzt, dass die Milliarde geknackt wird. Dies liegt nicht nur am anhaltenden Hype um solche Apps, die klassische Chatbots, Video- und Bildgeneratoren und zunehmend auch Vibe-Coding-Programme umfassen. Sondern auch daran, dass die KI-Firmen regelmäßig Preise erhöhen und Kunden bereit sind, für eine Nutzung ohne (große) Limits bis zu 200 Euro und mehr im Monat zu entrichten.

Auch die Tatsache, dass Apple bei Abonnements ab dem zweiten Jahr pro Nutzer nur noch 15 Prozent statt 30 Prozent verlangt, soll den Reibach laut AppMagic nicht schmälern. Allerdings ist die Verteilung nicht sehr gesund: Aktuell sollen drei Viertel der KI-Provisionseinnahmen im App Store von OpenAI kommen. Auf Platz zwei folgt Grok von xAI. In einem Monat kommen laut AppMagic bis zu 100 Millionen Dollar zusammen. Allerdings ist das Geschäft teils volatil. So gingen die Downloadzahlen der offiziellen ChatGPT-App zurück.

Charles Rinehart, Investmentchef der Assetmanagementfirma Johnson, die Anteile an Apple hält, sagte dem Wall Street Journal, der iPhone-Konzern könne als eine Art Mautstraße für KI-Anbieter agieren, müsse gleichzeitig aber weniger Kapitalkosten aufwenden. Letztere sind beim Aufbau von KI-Infrastruktur, also für Chips oder Rechenzentren, mittlerweile gigantisch geworden. Große Ausnahme dabei ist Apple, hier haben sich die direkten Investitionen in den letzten Jahren kaum erhöht. KI-Anbieter könnten sich auch entschließen, Abos nur noch über eigene Websites abzuwickeln, zudem erzwingt die Regulierung von Apple geringere Tarife. Allerdings ist ersteres für Nutzer unbequemer, zweiteres dauert lange.

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(bsc)