Skoda aktualisiert Enyaq und Elroq: Infotainment mit neuer Hardware

Skoda befasst sich intensiv mit den E-SUVs Elroq und Enyaq. Antrieb und Infotainment bekommen ein großes Update – nicht immer zum Vorteil des Kunden.

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Skoda Enyaq und Elroq Modelljahr 2027

(Bild: Skoda)

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Skoda aktualisiert seine beiden E-SUVs Enyaq und Elroq mit einem neuen Infotainmentsystem samt frischer Hardware und etwas stärkeren Antrieben für die Einstiegsmodelle. Diese Schritte gehören zu einem großen Jahresplan, bei dem auch der kommende Epiq eine Rolle spielt. Um Platz für das kleine E-SUV zu schaffen, wird der Elroq-Einstieg gewissermaßen etwas höher platziert.

Dieser Schritt hatte sich angekündigt: Schon seit Wochen sind Elroq und Enyaq im Konfigurator nur noch mit der großen Batterie zu haben. Die Versionen Enyaq 60, Elroq 50 und 60 wurden aus dem Programm genommen – vorübergehend, denn Skoda hatte selbstverständlich nicht vor, den Erfolg beider E-SUVs zu beschneiden. In welche Richtung es technisch geht, hatte sich mit dem Upgrade bei Ford schon abgezeichnet. Dort wird die gleiche Basis genutzt.

Die Einstiegsmotorisierung in Elroq und Enyaq leistet mit 140 kW etwas mehr als bisher. Als einzige Version wird sie auf 160 km/h elektronisch begrenzt, obwohl es bezogen auf die Leistung dafür keinen Grund gibt. Alle anderen Varianten sind auf maximal 180 km/h festgelegt. Mit rund 8,5 Sekunden im Standardsprint sind schon die Einstiegsmodelle ziemlich flott. Allerdings können sie bei maximal 12 Prozent Steigung gebremst nur 1000 kg an den Haken nehmen. Alle anderen Elroq ziehen bis zu 1800, die Enyaq mit der großen Batterie zwischen 2000 und 2200 kg.

Einen Wechsel gibt es auch bei der Zellchemie der Batterie im Basismodell. Volkswagen setzt auf eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP), die einen nutzbaren Energiegehalt von 58 kWh bietet. Die maximale DC-Ladeleistung liegt bei 105 kW. Das ist weniger als in den direkten Vorgängern. Aus der Zeit von 26 Minuten für die Aufladung von 10 auf 80 Prozent lässt sich eine durchschnittliche Netto-Ladeleistung von knapp 94 kW ermitteln.

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Veränderungen gibt es auch bei den RS-Modellen. Die hatten bislang eine 79-kWh-Batterie, die sich mit bis zu 185 kW laden ließ. Beide RS-Ableger bekommen ein kleines Downgrade. Die Batterie hat nur noch 77 kWh netto und lässt sich mit maximal 165 kW laden. Die Zeit für die Aufladung von 10 auf 80 Prozent gibt Skoda mit 29 Minuten an. Der Unterschied ist also nicht dramatisch, es geht aber auch hier ein kleines bisschen weniger schnell als bisher. Neu ist eine zweistufige Rekuperation, mit der erstmals auch One-Pedal-Driving möglich wird. Nachgerüstet hat Skoda auch ein Fach unter der vorderen Haube. Das ist mit 21 Litern nicht allzu groß, aber zumindest gibt es das nun auch bei Volkswagen ab Werk. Wer eine solche Ablage in einem Modell auf dieser Basis haben wollte, musste das bislang über andere Anbieter nachträglich beziehen.

Volkswagen vollzieht auf dieser Plattform bereits zum zweiten Mal einen Tausch der Hardware fĂĽr das Infotainmentsystem. Wie damals beim Schritt der Software von 3.7 auf 4.0 bleiben auch jetzt die Bestandsfahrzeuge von diesem Upgrade ausgeschlossen. Das heiĂźt nicht, dass Volkswagen sich nicht mehr um diese Varianten kĂĽmmert. Kleinere Schritte kann es auch fĂĽr die bald alten Plattformen weiterhin geben. Klar ist aber, dass die Aufmerksamkeit bei dem neuen System liegt, das mit dem Softwarestand 6.0 vermarktet wird.

Der Konzern hat sich offenbar mit Kundenfeedback beschäftigt. Der Home-Bildschirm wurde aufgeräumt, Funktionen wie die Temperatureinstellung oder Favoriten sind nun seitlich angeordnet. Im App-Store stehen weitere Programme zum Download zur Verfügung, darunter auch Spotify und YouTube. Endlich lassen sich Ladeanbieter favorisieren, die bei der Routenplanung bevorzugt werden. Skoda geht sogar noch einen Schritt weiter und ermöglicht auch den Ausschluss von bestimmten Betreibern. Von allen Funktionen, die mit diesem Upgrade gereicht werden, ist diese Verfeinerung des Routenplaners vermutlich am ehesten die, die Skoda auch auf der bisherigen Hardware nachreichen wird.

Skoda Enyaq und Elroq Modelljahr 2027 (9 Bilder)

Das vorgestellte Update vollzieht sich nahezu vollständig im Hintergrund. Sichtbar wird es nur an der veränderten Oberfläche des Infotainmentsystems. (Bild:

Skoda

)

Viele andere Dinge setzen dagegen die veränderte Hardware voraus. Die Innenraumkamera im Gehäuse des Rückspiegels soll Aufmerksamkeitsüberwachung und Erkennung von Müdigkeit verbessern. Smartphones können induktiv mit bis zu 25 Watt geladen werden. Wer mag, kann sein Smartphone als Fahrzeugschlüssel einrichten. In den Ecken der Stoßfänger sitzen nun Radar-Systeme, die einen Kreuzungs-Assistenten ermöglichen. An unübersichtlichen Kreuzungen werde so vor Gefahrensituationen gewarnt, bewirbt Skoda das System.

Neu ist auch eine Stufe zwischen Tagfahr- und Abblendlicht. In der beginnenden (oder auch endenden) Dämmerung oder bei trüben Lichtverhältnissen werden Scheinwerfer und Rückleuchten in einem stromsparenden Modus genutzt. Vielleicht hilft das ja ansatzweise, dass zumindest Skoda-Fahrer beispielsweise bei Nebel nicht mehr nur mit dem Tagfahrlicht unterwegs sind, bei dem die Rückleuchten standardmäßig ja ausgeschaltet sind. Einen Generationssprung macht auch die Assistentensammlung unter dem Begriff „Travel Assist“. Generation 3.0 bekommt neue Radarsensoren und eine tiefere Online-Einbindung. Das soll unter anderem den assistierten Spurwechsel auf der Autobahn und den Nothalt bei einem Ausfall des Fahrers verbessern.

Die überarbeiteten Modelle sollen ab dem Sommer ausgeliefert werden. Skoda verrät noch nicht, was sie kosten sollen. Wir rechnen mit Preisen, die den direkten Vorgängern stark ähneln. Der Elroq 60 dürfte damit rund 38.000, der Enyaq 60 etwa 44.000 Euro kosten. Damit schafft Skoda Platz für die Spitzenversion des Epiq, die eine NMC-Batterie mit 52 kWh bekommen dürfte. Den Einstiegspreis für diese Version erwarten wir etwas unterhalb des bisherigen Elroq 50 (Test). Rund 32.000 Euro dürften für den Epiq 55 realistisch sein.

(mfz)