Streit unter Foto-Entwicklern: Ärger um Apple-Übernahme von Halide-Mitgründer

Halide-Entwickler Sebastiaan de With ist nun bei Apple – was Hoffnung auf eine bessere Kamera-App macht. Doch vorher muss ein Rechtsstreit ausgestanden werden.

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Halide-App auf dem iPad

Halide-App auf dem iPad.

(Bild: Lux Optics)

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Apples Anwerbung des Foto-Software-Spezialisten Sebastiaan de With sorgt für einen Rechtsstreit: Zwischen de With und dem Mitgründer seiner ehemaligen Firma Lux Optics – beziehungsweise Lux Optics selbst – läuft derzeit ein Zivilverfahren, wie der IT-Newsdienst The Information meldet. Demnach soll Apple bereits im vergangenen Sommer vorgehabt haben, Lux Optics zu übernehmen. Die Firma entwickelt und vermarktet beliebte und bekannte alternative Kamera-Apps für iPhone und iPad, darunter Halide und Kino. Allerdings kam es nicht zu dem Kauf, da de With zusammen mit seinem Mitgründer Ben Sandofsky beschlossen hatte, dass man nach einem größeren Halide-Update womöglich einen höheren Betrag von Apple verlangen könnte. Doch dann soll der iPhone-Hersteller versucht haben, de With einfach direkt einzustellen, was im Januar schließlich öffentlich wurde.

Was bislang nicht bekannt war: Sandofsky und Lux behaupten, de With im Dezember wegen „finanziellem Fehlverhalten“ gefeuert zu haben, was dieser selbstverständlich bestreitet. In einem Zivilverfahren vor dem California Superior Court of Santa Cruz County behauptet Sandofsky laut The Information, de With habe „150.000 US-Dollar an Firmengeldern“ seit 2022 für persönliche Ausgaben verwendet, darunter Flugtickets nach São Paulo im Wert von über 7500 Dollar.

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Nachdem Sandofsky gegenüber de With entsprechende Vorwürfe machte, kam es zu einer Untersuchung durch einen Privatdetektiv, de With wurde schließlich in den bezahlten Urlaub geschickt und später gekündigt. Laut der Klage kam es während des bezahlten Urlaubs de Withs zu Gesprächen mit Apple, was dann dazu führte, dass de With im Frühjahr Teil des Designteams des Konzerns wurde.

In der Klage heißt es weiter, Apple habe vor, Technik aus Halide für seine Kamera-App zu verwenden, die zusammen mit dem iPhone 18 Pro verbessert werden soll. Dies soll ein Mitarbeiter des iPhone-Konzerns im Rahmen der Kaufverhandlungen mitgeteilt haben. Lux Optics hat Apple selbst nicht verklagt, versucht nur, de With in Regress zu nehmen.

Dessen Anwälte weisen die Klage zurück. De With habe keinerlei geistiges Eigentum von Lux Optics für seinen neuen Apple-Job „verwendet, transferiert oder offen gelegt“. Er sieht in der Klage offenbar ein Nachtreten seitens Sandofsky. Die Vorwürfe stellten „eine nachträgliche Umdeutung gewöhnlicher, offen kommunizierter Geschäftstätigkeiten in einem kleinen Unternehmen dar, das gemeinsam und ohne formelle Kontrollmechanismen geführt wurde“, so die Anwälte von de With gegenüber The Information. „Die fraglichen Ausgaben wurden verbucht, waren einsehbar und wurden damals nie infrage gestellt. Erst nachdem Herr de With auf finanzielle Transparenz drängte, wurden sie als unzulässig eingestuft.“ Apple hat den Fall bislang nicht kommentiert.

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(bsc)