Apple Maps bekommt Reklame: Zunächst auf iPhone und iPad
Bislang zeigt die Karten-App von Apple nur organische und redaktionelle Inhalte. Das ändert sich demnächst. Der Rollout erfolgt in Schritten.
Hier gut zu sehen: Apple-Maps-Reklame wird man künftig kaum entkommen können.
(Bild: Apple)
Es hatte sich bereits angedeutet: Apple versieht seine bislang werbefreie Karten-App Apple Maps künftig mit bezahlter Reklame. Entsprechende Berichte bestätigte der Konzern im Rahmen der englischsprachigen Pressemitteilung zur Ankündigung des neuen Apple-Business-Dienstes. Das Angebot namens „Ads on Apple Maps“ soll ab Sommer verfügbar sein und zunächst Firmen in den USA und Kanada erlauben, „lokale Anzeigen in Maps“ zu platzieren, die während Such- sowie „Discovery“-Vorgängen beim Navigieren durch die Karte zu sehen sein sollen. Wann die Reklame auch nach Europa kommt, blieb zunächst unklar.
Werbung bekommt viel Platz
Offenbar ist geplant, zunächst nur auf iPhone und iPad Reklame auszuliefern, wie Macrumors schreibt. Später dürfte auch die Karten-App für macOS folgen sowie Apples immer noch im Betatest befindliches Maps-Portal im Web. Auf den von Apple bislang präsentierten Screenshots (siehe oben) ist die Reklame erstaunlich prominent. Während eines Suchvorgangs gibt es einen organischen Vorschlag sowie ein Werbeergebnis, das über diesem platziert ist (allerdings ist die Tastatur eingeblendet). Während eines „Discovery“-Vorgangs nimmt eine Reklame samt Fotos das gesamte untere Drittel der Karten-App ein. Apple plant auch eine neue Funktion namens „vorgeschlagene Orte“, bei denen Werbung ebenfalls auftauchen kann.
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Apples Karten-App, die anfangs nicht mit Google Maps konkurrieren konnte, wurde in den vergangenen Jahren immer mehr verbessert und gilt heute als sehr zuverlässig. Auch die Verwendung von Verkehrsmitteln klappt darüber gut – samt Echtzeitdaten in Deutschland und anderswo. Beliebt ist Apple Maps auch wegen der fehlenden Reklame, die bei Google Maps teils überhandnehmen kann. Es wird spannend, wie Nutzer auf die Werbeinitiative reagieren.
Beste Position wird versteigert
Apples Pläne bei Maps erinnern an die Reklame im App Store. Auch hier gab es anfangs nur organische Suchergebnisse sowie redaktionelle Tipps. Mittlerweile ist die Reklame prominenter als beide unbezahlten Ergebnisarten. Bei Apple Maps deutet sich nun ein ähnlicher Trend an. Apple möchte mit der Werbung sein Dienstegeschäft, das bereits bei über 100 Milliarden US-Dollar im Jahr liegt, weiter ausbauen, plant angeblich einen bis zu zweistelligen Milliardenumsatz mit Reklame. Werbefrei ist aktuell noch der Streamingdienst Apple TV.
Wie bei Werbung im Web und in Apps zunehmend üblich, wird Apple wohl auf einen Versteigerungswettbewerb für die besten Reklameplätze setzen. Der Konzern betont auf seinem neuen Maps-Werbeportal für Reklametreibende, dass Apple Maps weiterhin auf Privatsphärenschutz setzen wird. So sollen Werber etwa keine Bewegungsdaten erhalten.
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(bsc)