heise meets … „Es wäre unethisch, autonome Autos weiterhin zu blockieren"

Trendforscher Mario Herger behauptet, dass Robotaxis viel sicherer sind als menschliche Fahrer. Weiteres Blockieren sei deshalb unverantwortlich.

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Lesezeit: 3 Min.

In den USA absolvieren Robotaxis bereits 450.000 kommerzielle Fahrten pro Woche. Warum das in Europa anders ist – darüber diskutieren der Technologie-Trendforscher Mario Herger, Moia-Geschäftsführer Rainer Becker und Christian Holzhauser von der Wiener Taxizentrale 40100 sowie Gregor Beiner, Präsident des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen.

Herger lebt seit 25 Jahren im Silicon Valley und beobachtet die Entwicklung autonomer Fahrzeuge von Beginn an. Er verweist auf einen Neurochirurgen, der in der New York Times die Sicherheitsdaten von Waymo-Robotaxis analysiert hat.

Sein Fazit: Die Fahrzeuge schneiden so viel besser ab als menschliche Fahrer, dass es – analog zu einer Medikamentenstudie – „unverantwortlich und unethisch“ wäre, sie weiterhin zu blockieren.

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In den Regionen, in denen Robotaxis fahren, seien die Verkehrstoten drastisch gesunken. Herger sieht den entscheidenden Unterschied im Mindset: „Die Leute im Silicon Valley sehen nicht zuerst die Probleme und Risiken, sondern, wie man die Welt verbessern könnte.“

Wer sich zu früh nur mit Gefahren beschäftige, fokussiere sich auf das Falsche und packe es gar nicht erst an.

Neben der kulturellen Zurückhaltung bremsen strukturelle Nachteile Europa aus. Waymo hat gerade 16 Milliarden US-Dollar eingesammelt – bei einer Bewertung von über 110 Milliarden.

Wer das in Europa machen will, hätte ein Problem, sagt Rainer Becker. Dazu komme die zersplitterte Regulierung: Jedes europäische Land habe eigene Vorschriften für den Straßenverkehr, eigenes Steuerrecht und eigene Zulassungsverfahren. Einzelne Nationen beginnen bereits, Sonderregelungen zu treffen.

Moia setzt deshalb auf ein neues Geschäftsmodell. Nach sieben Jahren eigenem Shuttle-Betrieb in Hamburg und Hannover mit über 12 Millionen Fahrten bietet das Volkswagen-Tochterunternehmen seine Technologie jetzt als schlüsselfertige Lösung an.

Lokale Mobilitätsanbieter erhalten autonome Fahrzeuge, eine Softwareplattform sowie Support und Training. In Berlin arbeitet Moia mit der BVG zusammen, in Oslo mit dem öffentlichen Nahverkehr, und in Los Angeles startet noch 2025 ein Testbetrieb mit Uber.

Gregor Beiner erwartet konkrete Fortschritte: „Wir werden autonome Fahrzeuge mit Safety Drivers Ende des Jahres oder Anfang 2027 in den Städten sehen.“

Zwischen Hamburg und München entwickle sich bereits ein Wettlauf darum, wer das autonome Fahren zuerst auf die Straße bringt. Vollautonome Fahrzeuge auf Level 4 ohne Sicherheitsfahrer dürften allerdings noch auf sich warten lassen – dafür brauche es gesetzliche Rahmenbedingungen auf Bundesebene.

Auch das Mobilitätsverhalten ändere sich grundlegend: Junge Menschen bräuchten kein Auto mehr als sozialen Connector – das Smartphone habe diese Rolle übernommen. Der letzte Führerschein-Neuling sei schon geboren.

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Ein vollständiges Transkript der aktuellen Podcast-Episode von heise meets gibt es unter den Shownotes bei Podigee zu lesen.

(mki)