Anonymisierendes Linux Tails 7.6 wechselt den Passwort-Manager

Die Entwickler setzen im anonymisierenden Linux Tails 7.6 auf einen einfacheren Passwort-Manager und verbessern die Verbindung.

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Deskopt von Tails 7.6 auf Notebook

(Bild: heise medien)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Entwickler der anonymisierenden Linux-Distribution Tails haben die Version 7.6 veröffentlicht. Darin setzen sie auf einen neuen Passwort-Manager und stellen bessere Verbindungsoptionen bereit.

Die Versionsankündigung erklärt die Änderungen in Tails 7.6. Um in Umgebungen anonym ins Netz zu gehen, in denen Zensoren den regulären Zugang zum Tor-Netzwerk blockieren, können sogenannte Tor Bridges helfen, die Zensur zu umgehen. Die Tails-Entwickler empfehlen, die Option „Automatisch mit Tor verbinden“ beim Öffnen einer Tor-Verbindung auszuwählen. Sofern der Zugriff auf das Netzwerk blockiert ist, bietet der Bridge-Konfigurationsdialog nun die neue Option „Ask for a Tor bridge based on your region“. Die Funktion ist identisch mit der aus dem Standalone-Tor-Browser, die dieser seit Juli 2022 mitbringt. Sie tarnt die Verbindung mittels sogenanntem Domain Fronting, was auf Redirects von Domains bei CDN-Anbietern und Verschlüsselung mittels HTTPS setzt und sich von Zensurmaßnahmen nur schwerlich erkennen lässt.

Außerdem haben die Maintainer von Tails nun den Passwort-Manager „Secrets“ zum Standard gemacht. Er ersetzt das bislang eingesetzte KeePassXC. Die Bedienoberfläche davon fällt einfacher aus und ist besser in den Gnome-Desktop integriert, argumentieren die Programmierer. Dadurch klappt auch der Einsatz von Barrierefreiheitsfunktionen wie Bildschirmtastatur oder angepasste Cursor-Größe. Secrets kann direkt die KeePassXC-Datenbank nutzen, da es das gleiche Dateiformat zum Speichern von Passwörtern nutzt. Wem dadurch etwas fehlt, steht die Installation von KeePassXC als Zusatzsoftware offen.

Weitere Änderungen umfassen die Aktualisierung von Kernkomponenten. Electrum ist nun auf Version 4.7.0 gesprungen, der Tor Browser auf 15.0.8. Thunderbird kommt in Fassung 140.8.0 mit. Die Firmware-Pakete haben die Tails-Entwickler ebenfalls aktualisiert, wodurch neuere Hardware besser unterstützt wird. Das umfasst Grafikkarten, WLAN-Chipsätze und so weiter. Kleinere Fehlerkorrekturen listet die Versionsankündigung ebenfalls auf.

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Tails 7.6 steht als USB-Abbild zum Verfrachten auf USB-Sticks sowie als ISO-Image zum Brennen auf DVD oder zum Einsatz in einer VM zum Herunterladen bereit. Auf USB-Stick dient Tails zum anonymen Surfen im Netz etwa auf fremden Rechnern, die sich einfach damit starten lassen.

Die Version 7.5 von Tails erschien Ende Februar und hat Änderungen bei der Thunderbird-Integration gebracht. Das soll für mehr Sicherheit sorgen, da Thunderbird als Zusatzpaket immer auf aktuellem Stand installiert wird.

Siehe auch:

  • Tails: Download schnell und sicher von heise.de

(dmk)