Oracle startet offenbar Entlassungswelle
Der Schritt wurde seit Anfang März erwartet: Oracle entlässt tausende Mitarbeiter. Hintergrund sind offenbar hohe Ausgaben für KI.
(Bild: Michael Vi/Shutterstock.com)
Anfang März 2026 kamen Gerüchte auf, dass Oracle die Entlassung tausender Mitarbeiter aufgrund der Restrukturierung des Unternehmens und hoher Kosten etwa für KI-Rechenzentren plant. Seit Dienstag dieser Woche setzt das Unternehmen diese Pläne offenbar um.
Wie Business Insider berichtet, hat Oracle am Dienstag, dem 31. März 2026, die erwartete Entlassungswelle gestartet. Betroffen sind Arbeitnehmende in diversen Regionen und aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Demnach weisen Posts entlassener Mitarbeiter auf LinkedIn unter anderem auf die Sparten Oracle Health, Sales, Cloud, Kundenerfolg und NetSuite. Der Umfang der globalen Entlassungen ist derzeit noch unklar, soll jedoch in die Tausende gehen. Im Mai 2025 hatte Oracle 162.000 Angestellte.
Der Bericht zitiert aus der E-Mail, die Oracle an betroffene Mitarbeiter schickt. Demzufolge erfolgt die Kündigung mit sofortiger Wirkung aufgrund größerer Organisationsumbauten. Nach dem Unterzeichnen der Kündigungsunterlagen habe der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin Anspruch auf eine Abfindung. Die ehemaligen Angestellten sollen zudem zur weiteren Abwicklung eine private E-Mail-Adresse angeben. Das Unternehmen kündigt außerdem in der E-Mail an, die Zugänge zu Computern, E-Mail, Anrufbeantworter und Dateien in Kürze zu sperren.
Hintergrund: Kostendruck und Aktienkurse
Nach anfänglichen Kursgewinnen durch Oracles Einstieg in das Cloud-Business fielen die Aktienkurse des Unternehmens seit Anfang September 2025 auf etwa die Hälfte. Die Ankündigung der Entlassungen sorgte jedoch wieder für einen leichten Anstieg. Bis 2030 wird an der Wall Street ein negativer Cashflow bei Oracle prognostiziert – erst dann sollen sich die massiven Investitionen auszahlen.
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Entgegen der Erwartungen konnte Oracle Anfang März jedoch ein Umsatzwachstum vermelden. Das Unternehmen übertraf die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Das Geschäft mit Cloud-Infrastruktur wuchs um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar. Im Jahresvergleich stieg der Quartalsumsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Oracle verdiente dabei knapp 3,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Aktie sprang in einer ersten Reaktion im nachbörslichen Handel um mehr als acht Prozent hoch.
(dmk)