Apple dreht App-Store-Bezahlfunktionen für Russland ab – und Abodienste
Bislang gab es noch vereinzelt Möglichkeiten, in der Russischen Föderation für iOS-Apps sowie Apple-Dienste zu bezahlen. Apple reagiert nun und schaltet sie ab.
Grenze dicht: Letzte Möglichkeiten, in Russland im App Store und für Apple-Abos zu bezahlen, sind nun abgeschaltet.
(Bild: Novikov Aleksey / Shutterstock.com)
Nutzer in Russland können künftig Apples bezahlte Dienste nicht mehr verwenden. Zum 1. April stoppt Apple dazu alle zahlungspflichtigen „Apple Media Services“ samt App-Store-Käufe. Zuvor hatte der iPhone-Konzern zwar keine russischen Kreditkarten mehr akzeptiert, es gab über die Zahlung per Mobilfunkrechnung jedoch einen Umweg, kostenpflichtige Apple-Angebote zu nutzen. Neben dem App Store für kostenpflichtige Apps sowie Abonnements sind auch iCloud+ (also alle kostenpflichtigen iCloud-Dienste), Apple Music, Apple TV (sowohl Abo als auch der Kauf von Serien und Filmen), iTunes-Store-Käufe, Apple Arcade, Apple Fitness+, Apple-Podcast-Abos und der Kauf von Klingeltönen betroffen.
Daten sind nicht weg, Abos schon
Bestehende Abonnements löst Apple auf, sobald diese in den nächsten Bezahlzyklus gelangen und dann nicht mehr von Russland aus beglichen werden können. Bereits erworbene Inhalte, die bezahlt und nicht gemietet wurden, darunter Unterhaltungs-Content ebenso wie kostenpflichtige Apps, sollen weiterhin zugänglich bleiben. Auf iCloud lagernde Daten bleiben nutzbar, allerdings ist kein Hochladen zusätzlicher Inhalte im Rahmen von iCloud+ mehr möglich. Fotos und Videos können heruntergeladen werden.
Videos by heise
Apple gab keine Gründe für die Entscheidung an. Der Konzern hatte zuletzt allerdings eine Strafzahlung in sechsstelliger Höhe an die britische Regierung leisten müssen. Apple Distribution International (ADI) mit Sitz in Irland soll einem russischen Streamingdienst rund 730.000 Euro überwiesen haben, die offenbar im Ausland an Einnahmen anfielen. ADI ist unter anderem für Europa und den Nahen Osten zuständig. Es ging dabei aber nicht um Apples eigene Dienste.
Reaktion auf mögliche Verbote?
Laut einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti war es angeblich die russische Regierung selbst, die veranlasst haben könnte, dass Zahlungen an Apple-Dienste per Telefonrechnung nicht mehr möglich sind – zumindest wurde dies Ende März diskutiert. Der Konzern solle so dazu gezwungen werden, verschiedene Apps, die aufgrund von US- und EU-Sanktionen aus dem App Store genommen wurden, erneut einzustellen.
Zudem will Moskau, dass Apple eine App namens RuStore, eine Art App-Laden der Regierung, in sein Programm nimmt, was das Unternehmen bislang nicht tut. Schließlich sperrt der iPhone-Hersteller VPN-Dienste laut dem russischen Telekommunikationsregulierer trotz Anweisung nicht vollständig, mit denen die Menschen dann die Zensur umgehen. Angeblich machen diese Services derzeit 80 Prozent aller In-App-Einkäufe in dem Land aus. Dieser Weg wird den Russen nun offensichtlich genommen. Ob ein Ausweichen in einen anderen App Store – etwa den amerikanischen – hilft oder Apple hier Geosperren aufgebaut hat, ist unklar.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
(bsc)