Verwunderliche App-Store-Updates direkt von Apple

Nutzer erhalten für bestehende iOS-Apps Aktualisierungen, die laut Beipackzettel direkt von Apple stammen. Es ist unklar, woran genau das liegt.

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„Update von Apple”: Keiner weiß, warum

„Update von Apple”: Keiner weiß, warum.

(Bild: Screenshot iOS 26.4)

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iOS-User erhielten in den vergangenen Tagen Aktualisierungen von Apps, die offenbar nicht von den jeweiligen Entwicklern stammten. Laut mitgeliefertem Beipackzettel ist es jeweils Apple selbst, das für die Updates verantwortlich ist. Welche Gründe es dafür gibt und welche Arten von Apps betroffen sind, ließ sich zunächst nicht feststellen.

Erkennbar sind solche Aktualisierungen aufgrund der Angabe, dass im ersten Satz zu den Neuerungen verzeichnet ist, dass es sich um ein „Update von Apple“ handele, das „die Funktionalität dieser App“ verbessere. Weiterhin heißt es, dass es keine neuen Funktionen gebe. Betroffen waren Anwendungen quer durch das App-Store-Angebot: von Spielen wie „Candy Crush Soda Saga“ oder „Catan Universe“ bis hin zu Apps von Fluggesellschaften wie Transavia. Dabei handelte es sich auch nicht immer um Programme, die besonders alt wären. Apple hat also offenbar nicht etwa nachträglich Zertifikate oder ähnliche Komponenten ausgetauscht, um das Weiterfunktionieren sicherzustellen – gänzlich ausgeschlossen ist dies aber nicht. Teilweise hatten die betroffenen Programme erst vor einer Woche Aktualisierungen erhalten. Mit den Entwicklern selbst scheint Apple nicht kommuniziert zu haben.

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Die Versionsnummer erhöht sich jeweils. In Foren wurde spekuliert, dass die Aktualisierungen aufgrund des Endes von LLVM-Bitcode bei App-Store-Programmen vorgenommen wurden. Andere User meinten, möglicherweise habe Apple Änderungen wegen der Verwendung abgekündigter APIs vorgenommen. Allerdings sind dies beides Dinge, für die Entwickler letztlich selbst verantwortlich sind: Sie würden gegebenenfalls einen Hinweis vom App-Store-Review-Team erhalten, um solche Probleme auszuräumen. Wieso Apple selbst den Weg des direkten Eingriffs geht, bleibt verwunderlich.

Der Vorfall zeigt, wer im App Store die Hosen anhat: Apple. Der iPhone-Konzern bestimmt, welche Anwendungen zugelassen werden, welche Bezahlwege diese enthalten dürfen und ob etwa bestimmte Formen von Links erlaubt werden. Das Unternehmen kann auch jederzeit in den an die Nutzer ausgelieferten Code eingreifen.

Berichte zu den Updates gibt es aus vielen Teilen der Welt, es ist also nicht etwa nur der amerikanische App Store betroffen. Zuletzt hatte Apple in mehreren Ländern neue iPhone-Alterskontrollen eingeführt, zu denen das Unternehmen gesetzlich verpflichtet wurde.

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(bsc)