„Chip-Dilemma” beim MacBook Neo – und die Frage nach der nächsten Generation

Apple verwendet Binning-Varianten des A18 Pro für das MacBook Neo, die im iPhone nicht benötigt werden. Offenbar ist hier nun eine Nachproduktion notwendig.

vorlesen Druckansicht 26 Kommentare lesen
MacBook Neo in verschiedenen Farben auf einem Tisch

MacBook Neo in verschiedenen Farben.

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

Lesezeit: 2 Min.

Apples Verkaufserfolge beim MacBook Neo könnten für den Konzern zu einer Art „Chip-Dilemma“ werden: Die hohe Nachfrage nach dem Einsteiger-Notebook kann auf absehbare Zeit dazu führen, dass nicht ausreichend Stückzahlen der speziellen Variante des iPhone-Chips A18 Pro vorhanden sind, die in den Geräten stecken.

Denn: Derzeit nutzt Apple dank Chipsortierung (Binning) quasi Ausschuss. Die im iPhone 16 Pro und 16 Pro Max verwendeten A18-Pro-Varianten verfügen über einen weiteren GPU-Chip (6 statt 5) im Vergleich zum MacBook Neo. Bei dem Einsteigergerät kann der Hersteller also SoCs verbauen, deren Fertigungsqualität (Yield) nicht für 6 GPUs reicht – eine GPU muss deaktiviert werden. Diese würden ohne das MacBook Neo schlicht aussortiert, was Apple große preisliche Vorteile bringt.

Videos by heise

Das Problem: Offenbar neigen sich die vorhandenen Stückzahlen des gebinnten A18 Pro dem Ende zu, schreibt der ehemalige Bloomberg-Reporter Tim Culpan in seinem Newsletter aus Taiwan. Das heißt: Apple müsste künftig speziell A18-Pro-SoCs nur für das Neo mit einer GPU weniger produzieren. Dies würde besagten Preisvorteil konterkarieren, den der Konzern bislang durch das Binning genießt.

Culpan und weiteren Lieferkettenexperten zufolge sind die SoCs, die Apple derzeit verwendet, Überbleibsel vom ursprünglichen Produktionsvorgang für iPhone 16 Pro und 16 Pro Max. Apple sei nun in Gesprächen mit seinen Lieferanten, um dieses „massive Dilemma“ zu lösen. Schon jetzt ist das MacBook Neo je nach Farbvariante bei Apple selbst nur mit Wochen Wartezeit zu haben. Ein weiteres Problem laut Culpan: Der Prozess, in dem der A18 Pro hergestellt wurde (N3E), ist beim Fertiger TSMC quasi „ausverkauft“. Allerdings dürfte Apple genügend Druck machen können, um eine Neuproduktion zu erreichen. Weitere Probleme: Auch NAND-Module und DRAM, deren Preise stetig steigen, müssten besorgt werden – ebenso wie ausreichend Alu für die Gehäuseproduktion des Neo

Culpan glaubt unterdessen, dass Apple bereits am MacBook Neo 2 sitzt. Dieses soll auf dem A19 Pro aus dem iPhone 17 Pro und 17 Pro Max basieren. Der große Vorteil: Diese Chips kommen standardmäßig mit 12 GByte statt der 8 GByte im A18 Pro. Aber auch hier könnte Apple vor besagtem Produktionsdilemma stehen, sollte das Neo 2 sich genauso gut verkaufen wie der aktuelle Vorgänger.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

(bsc)