Vision Pro: Haben die Apple Stores den Start vermasselt?

Bei der Einführung der Vision Pro benötigten die Kunden viel Unterstützung. Einem neuen Buch zufolge gab es beim Training der Apple-Store-Mitarbeiter Probleme.

vorlesen Druckansicht 11 Kommentare lesen
Vision-Pro-Verkaufsgespräch im Apple Store

Vision-Pro-Präsentation in einem Apple-Laden.

(Bild: Apple)

Lesezeit: 3 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Als die Vision Pro im Februar 2024 zuerst in den USA auf den Markt kam und in den folgenden Monaten auch in weiteren Ländern, spielten Apples Ladengeschäfte eine wichtige Rolle: die Store-Mitarbeiter sollten den Kunden eine erstaunlich tiefgehende Einführung in das Spatial-Computing-Headset geben, auf dass diese das derzeit mindestens 3800 Euro teure Gerät erwerben. Doch bei diesen Präsentationen ging offenbar einiges schief, wie es in einem neuen Buch heißt, aus dem das Magazin Wired nun Auszüge veröffentlicht hat.

New-York-Times-Autor Noam Scheiber schreibt darin, dass das Management der Läden aufgrund einer zu dünnen Personaldecke wenig Möglichkeiten hatte, die Mitarbeiter dafür auszubilden. Resultat: Oft gab es bei der von Apple vorgesehenen Sales-Choreografie schwere Probleme. Scheiber glaubt gar, dass diese dazu führten, dass das Headset zum Flop wurde.

Apple hatte zur Einführung des Headsets Anfang 2024 extra zu geheimen Schulungen in Cupertino eingeladen, wo ausgewählte Apple-Store-Mitarbeiter unter Abgabe ihrer Telefone und Unterzeichnung einer Geheimhaltungserklärung trainiert wurden. Die jeweils 20 Minuten lange Demonstration hatte ein komplexes Skript, durch das die Store-Mitarbeiter die Kunden per iPad führten.

Schon bei der Anpassung des Headsets mit seinen knapp 25 Light-Seals („Lichtdichtungen”) soll es häufig Probleme gegeben haben, ebenso mit vorhandenen Brillenglasaufsätzen. Mehrfach sei das Bild beim Kunden nur verschwommen gewesen, ohne dass die Mitarbeiter dies mitbekamen. Die interne Wissensweitergabe habe zudem nicht funktioniert, wie Apple sich das gewünscht hatte.

Videos by heise

Apple soll zudem gehofft haben, dass sich die Store-Mitarbeiter selbst an der Vision Pro fortbilden. Das Problem: Für die meisten von ihnen war das Gerät schlicht zu teuer – auch abzüglich eines 25-prozentigen Rabatts. In Schreibers Buch, das den Titel „Mutiny: The Rise and Revolt of the College-Educated Working Class“ trägt, heißt es weiter, Apple habe den alten Ansatz von Steve Jobs, gut bezahlte Fachleute in seinen Apple Stores zu beschäftigen, teils umgeworfen. Nun gehe es insbesondere um Geräteverkäufe, Zubehörerwerb und weitere konventionelle Retail-Metriken. Auch Dienste wie iCloud oder AppleCare werden von den Mitarbeitern verstärkt an Mann und Frau gebracht. Die Rolle des sogenannten „Creative“ wurde hingegen zurückgedrängt, kritisiert das Buch.

Es ist unklar, wie gut sich die Vision Pro bislang verkauft hat. Apple nennt keinerlei Zahlen. Das Headset wurde im vergangenen Jahr jedoch mit dem M5-Chip ausgestattet und mit einem neuen Dual-Kopfband für besseren Sitz. Zudem wurden die Preise minimal abgesenkt. Apple bietet die Demos der Vision Pro nach wie vor in seinen Läden an, allerdings sieht man diese wesentlich seltener als noch im vergangenen Jahr.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

(bsc)