Fast 50 Tage Uptime: Wer seinen Mac solange laufen lässt, bekommt TCP-Probleme

49 Tage, 17 Stunden, 2 Minuten und 47 Sekunden: Nach dieser Nutzungszeit kommt es beim Mac laut Forschern zu einem Integer-Overflow. TCP-Verbindungen versagen.

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Ethernet-Stecker

Ethernet-Stecker: Nach 50 Tagen sollte man seinen Mac besser einmal neustarten.

(Bild: alexskopje / Shutterstock.com)

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Wer seinen Mac, beispielsweise bei der Nutzung als Server, über einen langen Zeitraum laufen lässt, kann Probleme mit Netzwerkverbindungen bekommen. Laut Sicherheitsforschern des Agentic-AI-Unternehmens Photon sollte man macOS-Systeme nicht über eine Uptime von knapp 50 Tagen hinaus betreiben. Nach genau 49 Tagen, 17 Stunden, 2 Minuten und 47 Sekunden werde dann ein Problem im XNU-Kernel Apples sichtbar. Die interne TCP-Timestamp-Uhr versagt mit einem unsignierten 32-Bit-Integer-Overflow. Ist sie eingefroren, werden TCP-TIME_WAIT-Verbindungen nicht mehr beendet, eigentlich flüchtige Ports werden nicht mehr freigegeben. Das führt nach einiger Zeit dazu, dass keine neuen TCP-Verbindungen mehr möglich sind und der Netzwerkzugriff versagt. Gemein: Ping-Pakete via ICMP gehen weiterhin durch, es ist also zunächst nicht feststellbar, welches Problem vorliegt.

Das Problem besteht laut Photon bereits seit macOS Catalina (10.15, erschienen 2019). Wirklich viele Fehlerberichte seitens der Nutzerschaft gab und gibt es aber nicht. Der Grund dürfte sein, dass Macs zwar üblicherweise eine lange Uptime haben, Apple aber regelmäßig Updates publiziert, die dann einen Neustart erfordern. Der Entwickler Michael Tsai schreibt, er habe das Problem trotz monatelanger Verwendung eines Mac-Servers noch nicht erlebt. Tahoe (macOS 26) habe er aber noch nicht eingespielt.

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Unterbrechungsfrei aktive Macs werden unter anderem gerne als Dateiserver verwendet. Zuletzt wurden Mac minis als OpenClaw-Maschine immer beliebter, Perplexity hatte zudem sein agentisches System „Personal Computer“ für den kleinen Desktop-Rechner angekündigt. Mac-Notebooks können ebenfalls eine hohe Uptime aufweisen. Sie werden üblicherweise nur durch Aufklappen des Displays aktiviert. Das vollständige Herunterfahren und spätere Hochfahren bei neuerlicher Verwendung, wie dies dereinst bei PC-Notebooks oft Standard war, kennen macOS-Nutzer nicht – stattdessen werden die Maschinen, genauso wie Desktops, seit Jahrzehnten bei Nichtnutzung nur in den Schlaf geschickt.

Photon machte keine Angaben dazu, ob der Fehler an Apple gemeldet wurde. Der Konzern dürfte die Analyse aber sicher gesehen haben und das Problem kurzfristig beheben, sollte dies möglich sein. Derzeit gibt es bei Auftreten nur die Möglichkeit, den Mac neu zu starten. Das ist aus der Ferne ohne Netzwerkverbindung gegebenenfalls nicht möglich. Hier hilft nur spezielle KVM-Hardware, die ihre eigene Netzwerkversorgung mitbringt.

Von dem Problem betroffen dĂĽrften auch Rechenzentren sein, in denen Macs als Colocation platziert wurden, ebenso lang laufende Mac-Cluster oder Rendering-Workstations.

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(bsc)