US-Amerikaner verlieren 2025 fast 21 Milliarden US-Dollar durch Cybercrime
In den USA gemeldete Cybercrime-Fälle und -Schäden erreichen neue Rekordhöhen. Die größten Verluste erleiden Krypto-Investoren und US-Amerikaner über 60 Jahre.
(Bild: Butsaya/Shutterstock.com)
Das FBI zählte im vergangenen Jahr einen erneuten Anstieg von Cybercrime-Fällen in den USA, wobei der Schaden für US-Amerikaner auf eine neue Rekordhöhe von zusammen genommen 20,877 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. Das sind knapp 26 Prozent mehr als 2024, als die US-Polizeibehörde 16,6 Milliarden Dollar Verlust durch Online-Kriminalität errechnet hatte. Gleichzeitig stieg die Zahl der 2025 dem FBI gemeldeten Fälle gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent und übersprang erstmals die Millionenmarke.
Während die Schäden durch Cybercrime in den USA seit zehn Jahren kontinuierlich ansteigen, war die Zahl der gemeldeten Fälle 2024 etwas zurückgegangen. 2023 hatte das FBI noch Verluste in Höhe von 12 Milliarden US-Dollar durch Cybercrime berichtet, bei der damaligen Rekordzahl von 880.418 Fällen. Die US-Polizeibehörde stützt sich dabei auf Zahlen des „Internet Crime Complaint Center“ (IC3), bei dem US-Amerikaner Online-Betrug oder -Scams melden können. 2025 verzeichnete das IC3 fast 3000 Beschwerden täglich, schreibt das FBI.
FBI-Cybercrime-Bericht 2025 (2 Bilder)

Die häufigsten Cybercrime-Fälle waren letztes Jahr laut FBI-Bericht Phishing-Angriffe (191.000), Erpressung (89.000) und Anlagebetrug (72.000). Obwohl andere Fälle deutlich weniger häufig gemeldet wurden, gab es 2025 auch eine beachtliche Zahl schwerwiegender Angriffe wie die Kompromittierung geschäftlicher E-Mails (24.700), Datenlecks (3900), Ransomware-Attacken (3600) und SIM-Swapping (971).
Größte Verluste bei Kryptowährungen
Anlagebetrug gehörte 2025 zu den häufigsten Scam-Versuchen (49 Prozent) und verursachte letztes Jahr Verluste in Höhe von insgesamt 8,6 Milliarden Dollar. Die Schäden bei Kryptowährungen waren allerdings deutlich größer. Cyberangriffe auf Krypto-Investoren führten zu Verlusten von über 11 Milliarden Dollar bei 181.565 Fällen. Insgesamt war Cyberbetrug bei 453.000 Fällen für Schäden von zusammen genommen 17,7 Milliarden Dollar verantwortlich.
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Die Höhe der Verluste steigt mit dem Alter der Opfer. US-Amerikaner über 60 beklagten 2025 Schäden von insgesamt 7,75 Milliarden Dollar, mehr als doppelt so viel wie Menschen zwischen 50 und 60 Jahren (3,68 Milliarden Dollar). Allerdings hat die höhere Altersgruppe mit 201.266 Fällen auch deutlich mehr Meldungen eingereicht als Menschen in den 50ern (124.820 Fälle). Interessanterweise meldeten Opfer zwischen 40 und 50 (167.066 Fälle) sowie zwischen 30 und 40 (153.293 Fälle) mehr Cybercrime-Angriffe beim FBI als Menschen zwischen 50 und 60. Das FBI berechnet einen durchschnittlichen Verlust durch Cybercrime von 20.699 Dollar pro Opfer.
Cyberangriffe per KI und auf KRITIS
Das FBI hat erstmals auch KI-bezogene Betrugsversuche berichtet, die in 22.300 Fällen Schäden von insgesamt 893 Millionen Dollar verursacht haben. Bei solchen Fällen haben die Täter laut Polizeibehörde mithilfe künstlicher Intelligenz Stimmen imitiert, Online-Profile und Dokumente gefälscht sowie Deepfake-Videos erstellt. Zwei Fälle von erfolgreichen Angriffen auf kritische Infrastruktur hat das FBI als Datenlecks klassifiziert. Dabei handelte es sich um einen Staudamm und ein Kernkraftwerk.
Als präventive Maßnahmen gegen Cybercrime hat das FBI nach eigenen Angaben in 3900 Fällen Teile finanzieller Transaktionen blockiert. Dabei wollten Cyberkriminelle 1,16 Milliarden Dollar abgreifen, die Polizeibehörde konnte aber 679 Millionen Dollar vor dem Verlust einfrieren. Zudem hat das FBI potenzielle Opfer von Anlagebetrug mit Kryptowährungen gewarnt. Von den 3780 darüber informierten Menschen waren sich 78 Prozent nicht bewusst, Ziel eines Betrugsversuchs zu sein.
(fds)