Patreon: Podcaster verdienten 629 Millionen Dollar im vergangenen Jahr

Podcasting ist zum zweiten Mal in Folge die umsatzstärkste Kategorie auf Patreon und legt gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich zu.

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Zwei Männer nehmen in einem Studio mit Mikrofonen und Kopfhörern einen Podcast auf und lachen miteinander.

Podcasts sind der größte Umsatztreiber auf Patreon.

(Bild: Jacob Lund/Shutterstock.com)

Lesezeit: 3 Min.

Podcaster erzielten im vergangenen Jahr mehr als 629 Millionen US-Dollar Umsatz auf Patreon, was einem Zuwachs von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zugleich wächst die Plattform sowohl bei Podcastern als auch bei Fans: Mehr als 47.000 Podcaster veröffentlichen dort Inhalte, unterstützt von rund 7,6 Millionen zahlenden Abonnenten, schreibt Patreon. Zum Vergleich: 2024 lag der Umsatz bei mehr rund 472 Millionen US-Dollar, ein Plus von rund 35 Prozent gegenüber 2023. Die Zahl der zahlenden Abonnenten betrug damals 6,7 Millionen und ist damit innerhalb eines Jahres um knapp eine Million gestiegen.

Laut Variety zählen Popkultur und Comedy, Lifestyle und Hobbys sowie Bildung und Information zu den umsatzstärksten Podcast-Kategorien auf Patreon. Zu den bekannteren Podcast-Angeboten auf Patreon zählen Quentin Tarantinos „The Video Archives Podcast“ sowie der Podcast des ehemaligen Rappers Joe Budden. Letzterer erzielt monatlich Einnahmen von mehr als einer Million US-Dollar.

Patreon deutet das Wachstum als Trend hin zu direktem Fan-Podcasting, bei dem Einnahmen stärker über Beziehungen zu zahlenden Fans statt über Werbung oder Algorithmen entstehen.

„Feeds sind zunehmend überfüllt, Algorithmen bestimmen die Sichtbarkeit, und auch wenn einzelne Clips große Reichweiten erzielen, bleiben viele Hörer nicht dauerhaft. Gleichzeitig suchen Fans nach mehr Nähe, Austausch und direkterem Zugang zu den Creatorn, denen sie tatsächlich folgen. Podcasting kommt diesem Wandel entgegen“, schreibt Patreon.

Dem Wachstum der Kategorie gingen Investitionen in die Podcast-Infrastruktur sowie Partnerschaften mit Plattformen wie Spotify voraus. Zu den Podcasting-Werkzeugen zählen Funktionen zur Verwaltung mehrerer Shows, Bereitstellung kostenloser und kostenpflichtiger Inhalte sowie neue Möglichkeiten, Episoden oder Staffeln zu bündeln und zu vermarkten. Hinzu kommen werbefreie Livestreams und Newsletter, wie Patreon schreibt.

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Im vergangenen Jahr hat Patreon zudem ein Partnerschaftsprogramm für Podcast-Netzwerke gestartet, an dem zum Auftakt ausgewählte Podcasts unter anderem von Sony Music beteiligt sind. Das unterstreicht den Anspruch der Plattform, nicht nur einzelne Creator, sondern auch größere Podcast-Netzwerke als Monetarisierungspartner zu gewinnen.

Gleichzeitig hat Patreon die Integration mit Spotify weiter ausgebaut, die 2023 eingeführt und später um zusammengeführte freie und kostenpflichtige Feeds erweitert wurde. Creator können so exklusive Inhalte direkt neben frei verfügbaren Folgen platzieren, was die Sichtbarkeit kostenpflichtiger Angebote erhöht. Rund 15 Prozent der Spotify-Hörer, die die Patreon-Seite eines Creators besucht haben, schließen anschließend ein kostenpflichtiges Abo ab, sagt COO Paige Fitzgerald zu Variety.

(tobe)