Freitag: TikTok-Rechenzentrum für EU-Daten, OpenAIs Stargate-UK-Projekt auf Eis
ByteDance-Datacenter in Finnland + OpenAI-Rechenzentrum gestoppt + Meta-Milliarden für Cloud-Betreiber + Motor-Upgrade für E-Bikes + Podcast zu Glasfaser-Speed
(Bild: Konstantin Yolshin/Shutterstock.com)
TikTok investiert noch eine Milliarde Euro in Rechenzentren in Finnland, nachdem der chinesische Kurzvideo-Dienst zuvor bereits eine Milliarde Euro für ein erstes Datacenter in dem skandinavischen Land veranschlagt hatte. Eine externe Sicherheitsfirma soll Datenschutzbedenken ausräumen und die Datensouveränität der EU für TikTok gewährleisten. Andere Rechenzentrumspläne liegen hingegen auf Eis, denn OpenAI stoppt wegen der Rahmenbedingungen überraschend sein Stargate-UK-Projekt. Der ChatGPT-Hersteller verweist auf hohe Energiekosten und geänderte Regularien in Großbritannien, insbesondere beim Urheberrecht, will aber mit der Regierung in London weiter verhandeln. Kein neues eigenes Rechenzentrum will Meta Platforms bauen, aber der Datenkonzern erwirbt von CoreWeave KI-Cloud-Kapazität im Wert 21 Milliarden US-Dollar über sechs Jahre, nur einen Tag nach Vorstellung seines neuen KI-Modells Muse Spark. CoreWeave ist auf KI-Nutzung spezialisiert und zählt auch OpenAI zu den Großkunden – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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TikTok hat die Investition von einer Milliarde Euro für den Bau eines zweiten Rechenzentrums in Finnland angekündigt. Der chinesische Kurzvideo-Dienst lässt bereits ein Datacenter in Kouvola errichten, das bis Ende dieses Jahres den Betrieb aufnehmen soll. Nächstes Jahr soll dann das neue TikTok-Rechenzentrum in Lahti anlaufen. Damit will TikTok die Datensouveränität Europas andienen, was durch unabhängige Sicherheitsexperten garantiert werden soll. Denn Datenspeicherung in Europa garantiert keinen Datenschutz. Deshalb hat TikTok eine externe Sicherheitsfirma beauftragt, Datenflüsse und -schutz zu überwachen, zu prüfen und zu verifizieren sowie Unregelmäßigkeiten zu melden: TikTok baut weiteres Rechenzentrum in Finnland - für eine Milliarde Euro.
Dagegen legt OpenAI sein Rechenzentrumsprojekt Stargate UK in Großbritannien vorerst auf Eis. Als Gründe für den überraschenden Schritt nannte das Unternehmen regulatorische Hürden und hohe Energiekosten. Damit seien die Rahmenbedingungen für die Realisierung derzeit nicht gegeben. Das Land hat mit die höchsten Energiepreise weltweit, was die Anziehung energieintensiver KI-Rechenzentren erschwert. Und zuletzt hatte die britische Regierung frühere Vorschläge verworfen, KI-Firmen die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte zu erlauben, sofern die Rechteinhaber nicht ausdrücklich widersprechen. Das dürfte zur Entscheidung der Pausierung des Projekts beigetragen haben: OpenAI pausiert Stargate UK wegen hoher Energiekosten und Regularien.
Für eine Alternative zu eigenen Rechenzentren hat sich Meta Platforms entschieden. Der US-Social-Media-Konzern baut seine Partnerschaft mit dem Rechenzentrumsbetreiber CoreWeave aus und investiert weitere Milliarden, um im hart umkämpften KI-Wettbewerb aufzuholen. Der Deal sieht die Bereitstellung von KI-Cloud-Kapazität bis Dezember 2032 im Wert von rund 21 Milliarden US-Dollar vor. Die neue Vereinbarung ergänzt eine ähnliche Übereinkunft vom September über 14,2 Milliarden US-Dollar. CoreWeave stellt seinen Kunden Hardware- und Cloud-Ressourcen bereit und ist spezialisiert auf das Training und Ausführen (Inferenz) von KI-Modellen. Das weiß auch OpenAI und deshalb hat der ChatGPT-Entwickler ebenfalls Cloud-Kapazitäten bei CoreWeave bestellt. Es ist ein KI-Wettlauf: Meta und CoreWeave mit 21-Milliarden-Dollar-Deal.
Einen anderen Wettlauf liefern sich die Hersteller von E-Bike-Motoren, doch die jetzige Neuvorstellung dürfte für Diskussionen sorgen. DJI legt sein Avinox-Antriebssystem für E-Bikes in zweiter Generation auf. Und dieses verschiebt die Grenzen, was ein E-Bike leisten kann, weiter. Der Motor wird in zwei Varianten erscheinen, die stärkere erzielt laut Hersteller eine maximale Spitzenleistung von 1500 Watt und ein maximales Drehmoment von bis zu 150 Newtonmeter. Die stärksten Motoren vieler anderer Hersteller pendeln sich im Bereich 750 Watt und 100 Nm ein. Denn eine stärkere Motorisierung von Fahrrädern könnte eine Regulierung der EU nach sich ziehen. Erstmals wird DJI die Avinox-Motoren auch mit Wechselakku anbieten: Neuer DJI-Motor mit 1500 Watt und 150 Nm verschiebt E-Bike-Grenzen.
Als Turbo für das Netz gilt Glasfaser. Datenraten von 300, 600 oder 1000 Mbit/s im Download versprechen die Anbieter, und die Hälfte davon im Upload. Doch in der Praxis kommt die gebuchte Leistung oft nicht an: Streams ruckeln, Downloads dauern, abends und am Wochenende wird es besonders zäh. Wer dann beim Provider reklamiert, stößt häufig auf Abwehrstrategien statt auf Lösungen. Die Ursache für Geschwindigkeitseinbrüche liegt dabei selten beim Kunden. Schwankt die Bandbreite im Tagesverlauf und bricht sie abends ein, wenn viele Nutzer gleichzeitig streamen, deutet das auf ein Lastproblem im Netz des Providers hin. Im c’t-Verbraucherschutz-Podcast erläutern wir, wie Sie nachmessen und Ihre Rechte durchsetzen, wenn der Provider mauert: Vorsicht, Kunde! – Wenn der Glasfaseranschluss lahmt.
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Auch noch wichtig:
- Deutschlands oberster Wettbewerbshüter fordert die Mineralölbranche auf, die Preise zu senken. Sinkende Rohölkosten sollten sich an der Zapfsäule widerspiegeln. Das setzt die Tankstellenbranche unter Druck: Kartellamt verlangt zügige Preisanpassung.
- Die Microsoft-Konten für die Entwickler von VeraCrypt und WireGuard wurden gesperrt. Das verhinderte Updates, doch die Lösung ist in Sicht: Trubel bezüglich Treibersignierung von VeraCrypt und WireGuard.
- Streamen auf Reisen scheitert oft, weil die Dienste aufs Heimatland eingeschränkt sind. Ein Fritz-VPN-Reiserouter hilft. Wir zeigen, wie Sie ihn einrichten: Mit Fritzbox als Reiserouter unterwegs online wie daheim.
- 49 Tage, 17 Stunden, 2 Minuten und 47 Sekunden: Nach dieser Nutzungszeit kommt es beim Mac laut Forschern zu einem Integer-Overflow. TCP-Verbindungen versagen: Wer seinen Mac mit fast 50 Tagen Uptime laufen lässt, bekommt TCP-Probleme.
- Was telefoniert unter Linux nach Hause? Mit der Firewall Little Snitch lassen sich Anwendungen jetzt auch abseits von macOS überwachen: Ausgehenden Traffic unter Linux mit Little Snitch kontrollieren.
- Mit Version 1.3.0 erhält Plane viele wichtigste Updates. Gitea-Login, verbesserte Oberfläche und neue API-Endpunkte kommen für die Open-Source-Jira-Alternative: Update der freien Jira-Alternative Plane 1.3.0.
- Die Crew der Artemis-2 hat die Orion-Kapsel auf Kurs zur Erde gebracht. Das Bergungsschiff der US-Navy ist auf dem Pazifik unterwegs zur Position der Wasserung: Artemis-2 ist auf dem Kurs zur Erde.
- Apple hat in der Nacht zum Donnerstag ein weiteres iOS-Update vorgelegt. Der Hersteller macht wenige Angaben dazu, doch es geht wohl um iCloud-Probleme bei diesem Bugfix-Update: Apple veröffentlicht iOS 26.4.1 und iPadOS 26.4.1.
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- Der Cupra Raval ist die dynamischere Variante der günstigen Elektro-Einstiegsmodelle VW ID. Polo und Skoda Epiq. Sogar ein Sportmodell hat Cupra angekündigt vom Elektro-Kleinwagen Cupra Raval: Mehr Dynamik zum Einstieg.
- Die Reiselimousine Xpeng P7+ bietet ruhiges Design, hohe Ladeleistung und viel Komfort. Gegen einige Schwächen der Bedienung hilft aber nicht einmal Gewöhnung. Das zeigt das Elektroauto Xpeng P7+ im ersten Fahrbericht: Chinas stille Überraschung.
(fds)