Freitag: TikTok-Rechenzentrum für EU-Daten, OpenAIs Stargate-UK-Projekt auf Eis

ByteDance-Datacenter in Finnland + OpenAI-Rechenzentrum gestoppt + Meta-Milliarden für Cloud-Betreiber + Motor-Upgrade für E-Bikes + Podcast zu Glasfaser-Speed

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Server-Hardware; Freitag: TikTok-EU-Rechenzentrum, OpenAI-UK-Pause, KI-Cloud-Milliarden, E-Bike-Motoren & Verbraucherschutz-Podcast

(Bild: Konstantin Yolshin/Shutterstock.com)

Lesezeit: 7 Min.

TikTok investiert noch eine Milliarde Euro in Rechenzentren in Finnland, nachdem der chinesische Kurzvideo-Dienst zuvor bereits eine Milliarde Euro für ein erstes Datacenter in dem skandinavischen Land veranschlagt hatte. Eine externe Sicherheitsfirma soll Datenschutzbedenken ausräumen und die Datensouveränität der EU für TikTok gewährleisten. Andere Rechenzentrumspläne liegen hingegen auf Eis, denn OpenAI stoppt wegen der Rahmenbedingungen überraschend sein Stargate-UK-Projekt. Der ChatGPT-Hersteller verweist auf hohe Energiekosten und geänderte Regularien in Großbritannien, insbesondere beim Urheberrecht, will aber mit der Regierung in London weiter verhandeln. Kein neues eigenes Rechenzentrum will Meta Platforms bauen, aber der Datenkonzern erwirbt von CoreWeave KI-Cloud-Kapazität im Wert 21 Milliarden US-Dollar über sechs Jahre, nur einen Tag nach Vorstellung seines neuen KI-Modells Muse Spark. CoreWeave ist auf KI-Nutzung spezialisiert und zählt auch OpenAI zu den Großkunden – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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TikTok hat die Investition von einer Milliarde Euro für den Bau eines zweiten Rechenzentrums in Finnland angekündigt. Der chinesische Kurzvideo-Dienst lässt bereits ein Datacenter in Kouvola errichten, das bis Ende dieses Jahres den Betrieb aufnehmen soll. Nächstes Jahr soll dann das neue TikTok-Rechenzentrum in Lahti anlaufen. Damit will TikTok die Datensouveränität Europas andienen, was durch unabhängige Sicherheitsexperten garantiert werden soll. Denn Datenspeicherung in Europa garantiert keinen Datenschutz. Deshalb hat TikTok eine externe Sicherheitsfirma beauftragt, Datenflüsse und -schutz zu überwachen, zu prüfen und zu verifizieren sowie Unregelmäßigkeiten zu melden: TikTok baut weiteres Rechenzentrum in Finnland - für eine Milliarde Euro.

Dagegen legt OpenAI sein Rechenzentrumsprojekt Stargate UK in Großbritannien vorerst auf Eis. Als Gründe für den überraschenden Schritt nannte das Unternehmen regulatorische Hürden und hohe Energiekosten. Damit seien die Rahmenbedingungen für die Realisierung derzeit nicht gegeben. Das Land hat mit die höchsten Energiepreise weltweit, was die Anziehung energieintensiver KI-Rechenzentren erschwert. Und zuletzt hatte die britische Regierung frühere Vorschläge verworfen, KI-Firmen die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte zu erlauben, sofern die Rechteinhaber nicht ausdrücklich widersprechen. Das dürfte zur Entscheidung der Pausierung des Projekts beigetragen haben: OpenAI pausiert Stargate UK wegen hoher Energiekosten und Regularien.

Für eine Alternative zu eigenen Rechenzentren hat sich Meta Platforms entschieden. Der US-Social-Media-Konzern baut seine Partnerschaft mit dem Rechenzentrumsbetreiber CoreWeave aus und investiert weitere Milliarden, um im hart umkämpften KI-Wettbewerb aufzuholen. Der Deal sieht die Bereitstellung von KI-Cloud-Kapazität bis Dezember 2032 im Wert von rund 21 Milliarden US-Dollar vor. Die neue Vereinbarung ergänzt eine ähnliche Übereinkunft vom September über 14,2 Milliarden US-Dollar. CoreWeave stellt seinen Kunden Hardware- und Cloud-Ressourcen bereit und ist spezialisiert auf das Training und Ausführen (Inferenz) von KI-Modellen. Das weiß auch OpenAI und deshalb hat der ChatGPT-Entwickler ebenfalls Cloud-Kapazitäten bei CoreWeave bestellt. Es ist ein KI-Wettlauf: Meta und CoreWeave mit 21-Milliarden-Dollar-Deal.

Einen anderen Wettlauf liefern sich die Hersteller von E-Bike-Motoren, doch die jetzige Neuvorstellung dürfte für Diskussionen sorgen. DJI legt sein Avinox-Antriebssystem für E-Bikes in zweiter Generation auf. Und dieses verschiebt die Grenzen, was ein E-Bike leisten kann, weiter. Der Motor wird in zwei Varianten erscheinen, die stärkere erzielt laut Hersteller eine maximale Spitzenleistung von 1500 Watt und ein maximales Drehmoment von bis zu 150 Newtonmeter. Die stärksten Motoren vieler anderer Hersteller pendeln sich im Bereich 750 Watt und 100 Nm ein. Denn eine stärkere Motorisierung von Fahrrädern könnte eine Regulierung der EU nach sich ziehen. Erstmals wird DJI die Avinox-Motoren auch mit Wechselakku anbieten: Neuer DJI-Motor mit 1500 Watt und 150 Nm verschiebt E-Bike-Grenzen.

Als Turbo für das Netz gilt Glasfaser. Datenraten von 300, 600 oder 1000 Mbit/s im Download versprechen die Anbieter, und die Hälfte davon im Upload. Doch in der Praxis kommt die gebuchte Leistung oft nicht an: Streams ruckeln, Downloads dauern, abends und am Wochenende wird es besonders zäh. Wer dann beim Provider reklamiert, stößt häufig auf Abwehrstrategien statt auf Lösungen. Die Ursache für Geschwindigkeitseinbrüche liegt dabei selten beim Kunden. Schwankt die Bandbreite im Tagesverlauf und bricht sie abends ein, wenn viele Nutzer gleichzeitig streamen, deutet das auf ein Lastproblem im Netz des Providers hin. Im c’t-Verbraucherschutz-Podcast erläutern wir, wie Sie nachmessen und Ihre Rechte durchsetzen, wenn der Provider mauert: Vorsicht, Kunde! – Wenn der Glasfaseranschluss lahmt.

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