30 Jahre heise online – vielen Dank für das Vertrauen!

Am 17. April 1996 startete der heise-Newsticker. Heute ist heise online das führende IT-Nachrichtenportal im deutschsprachigen Raum. Wir bedanken uns!

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30 Jahre heise online: ein Cupcake und der Text "30 Jahre und kein bisschen offline"

(Bild: Britta Engel / heise medien)

Lesezeit: 8 Min.
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Am 17. April 1996 erschien der erste Eintrag auf der Webseite, die in den folgenden Jahren als der „heise-Newsticker“ bekannt werden sollte: eine Meldung über Sicherheitsprobleme von Java und JavaScript. Der c’t-Artikel war bereits einige Tage zuvor veröffentlicht worden. Die erste „echte“ News schrieb unser Kollege Jo Bager noch am selben Tag, er arbeitet noch heute für c’t.

Drei Jahrzehnte und eine gute halbe Million Online-Beiträge später erreicht heise online monatlich über 44 Millionen Besuche und ist damit das meistgenutzte IT-Nachrichtenportal im deutschsprachigen Raum. Als gemeinsames Dach vereint es die Redaktionen c’t, iX, Mac & i, c’t Fotografie, Make, heise security, heise developer, heise autos, Tipps & Tricks, Bestenlisten und Telepolis. Hinzu kommen Angebote wie unsere Academy, Download-Bereich, Shop, Preisvergleich, IT-Jobportal und weitere.

Der Newsticker umfasst dabei längst mehr als klassische IT-News: Neben den ursprünglichen Kernthemen IT und Technik gibt es auf heise online die wichtigsten Meldungen zu Wissenschaft, Energie, Wirtschaft und Netzpolitik. Das Vertrauen unserer Leserinnen und Leser ist keine Selbstverständlichkeit – in Zeiten KI-generierter Desinformation und wachsender Medienskepsis erst recht nicht. Dass andere Medien und Nachrichtenagenturen uns regelmäßig zitieren, bestätigt dieses Vertrauen. Dennoch wird man in den Kommentaren zu diesem Beitrag lesen, dass früher alles besser war. Auch das gehört dazu.

Das wichtigste Fundament für das Vertrauen und den damit verbundenen Erfolg waren und sind Fachredakteurinnen und -redakteure, die ihre Themengebiete wirklich verstehen. Denn nur so können sie einordnen, gewichten und im Zweifel auch widersprechen. Das schlägt sich nicht zuletzt in den Recherchen unseres redaktionsübergreifenden Investigativteams nieder, bei denen wir immer wieder den Finger in die Wunde legen: entlarvte Fakeprofile in Datingportalen, fernsteuerbare Ampeln, übergriffiges Outlook, zahlreiche aufgedeckte Datenlecks oder in Kauf genommene Verluste in dreistelliger Millionenhöhe beim Deutschlandticket.

Zeitreise: heise online im Lauf der Jahre (22 Bilder)

Spartanische Anfänge...
(Bild: heise online / Wayback Machine)

heise online lebt aber nicht nur von der redaktionellen Arbeit, sondern ebenso von den Stimmen derer, die mitlesen, mitdenken und widersprechen. Deswegen haben wir im Jahr 1999 die Kommentarforen eröffnet. Heute zählen sie mehr als 46 Millionen Beiträge und dienen uns als Frühwarnsystem: Leserinnen und Leser machen dort oft auf Sicherheitslücken und andere wichtige Themen aufmerksam, bevor diese in anderen Medien ankommen. Das LG Hamburg entschied im Dezember 2005, dass heise online als Forenbetreiber für Nutzerbeiträge hafte – eine Entscheidung, die bundesweit für Unmut sorgte. Das OLG Hamburg schränkte diese Haftung in der Berufungsverhandlung im August 2006 erheblich ein: Ein Forum müsse nur dann überwacht werden, wenn der Betreiber konkret auf bereits stattgefundene Rechtsverstöße hingewiesen wurde. Auch das wurde zum Präzedenzfall für Forenbetreiber im gesamten deutschsprachigen Raum.

2005 begann ein weiterer Rechtsstreit, der das Verlinken im deutschen Online-Journalismus bis heute prägt. Acht Musikkonzerne – darunter Sony, Universal und Warner – klagten, weil wir über die DVD-Kopierschutzsoftware AnyDVD berichtet und auf die Herstellerseite verlinkt hatten. Der Bundesgerichtshof entschied im Oktober 2010, dass Hyperlinks im Journalismus von der Presse- und Meinungsfreiheit gedeckt sind. Das „Heise-Urteil“ ist seither Grundlage für das Verlinken im deutschen Online-Journalismus.

2019 kam das Bezahlangebot heise+ hinzu, das heise online um exklusive Ratgeber, Tests und Hintergrundbeiträge ergänzt und zusätzlich die Inhalte aller Magazin-Redaktionen bündelt. Inzwischen nutzen mehr als 90.000 Leserinnen und Leser das Angebot – wer noch nicht dazugehört:
In der Geburtstagswoche vom 17. bis 24. April gibt es das heise+ Lifetime Abo mit dauerhaft 30 Prozent Rabatt.

2020 folgte der Fachdienst heise security PRO – der konsequente nächste Schritt nach der Gründung von heise security durch Jürgen Schmidt im Jahr 2003: Eine Community für IT-Sicherheits- und Datenschutzverantwortliche, die neben aktuellen Nachrichten auch tiefgehende Analysen, Webinare, Praxistipps und den Austausch mit anderen Security-Profis suchen. Inzwischen hat die Community über 1000 Mitglieder.

Ebenfalls bauen wir seit 2022 Podcasts, YouTube und soziale Medien konsequent aus. Waren der 2014 erstmals erschienene Redaktionspodcast c't uplink und die seit 2016 live ausgestrahlte #heiseshow lange unser einziges Audio-/Videoformat, gibt es inzwischen 18 redaktionelle Podcasts, mehrere TikTok- und YouTube-Kanäle, etwa heise & c’t und c’t 3003. Insgesamt erreichen wir mit Podcasts, YouTube-Videos, Social Media und Newslettern bis zu 10 Millionen Menschen im Monat. Seit 2024 erscheinen die meisten Nachrichten von heise online auch in englischer Sprache – ein erster Schritt, die Sprachbarriere zu überwinden.

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Wer wissen will, wie gut er die vergangenen drei Jahrzehnte IT-Geschichte im Gedächtnis hat, bekommt mit unserem neuen Spiel „Guess The Year“ ab sofort eine Chance, sein Wissen zu beweisen und sich täglich in der Bestenlisten zu verewigen: echte Heise-Meldungen, von Datum und Links befreit, und die Aufgabe, das Erscheinungsjahr möglichst genau zu erraten. Knackschwer, aber wer ab 9 Uhr die Geburtstagsausgabe unseres wöchentlichen Quiz #TGIQF spielt und die wichtigsten Produkte und Politiker aus den vergangenen Jahrzehnten kennt, hat gute Karten. Aber Vorsicht! Wer ohnehin gerne rätselt, verliert sich schnell darin – wie ich nach einigen Stunden und 123 zeitlich korrekt (± 1 Jahr) eingeordneten Artikeln weiß. Sehen Sie es als Motivation, mehr zu wissen. Aber bitte nicht schummeln, das verdirbt den anderen den Spaß.

Eine Online-Redaktion ist nur so gut, wie ihr technischer Unterbau – und davon gibt es bei heise online einige Schichten. Diese können Sie bei unserer Rätselreise durch die Technik-Schichten selbst erkunden: Hangeln Sie sich von Hinweis zu Hinweis – versteckt in SVG-Kommentaren, TLS-Zertifikaten oder anderswo, wo Sie es nicht unbedingt erwarten. Um die Ecke zu denken, hilft dabei ungemein. Die Reihenfolge, in der sie die Rätsel lösen, ist egal, ein Leaderboard hilft beim Überblick, und das Forum steht für Hinweise offen. Nur komplette Lösungen bitte für sich behalten.

Unseren Anspruch aus den vergangenen 30 Jahren werden wir nicht ändern: Qualität vor Tempo, kritische Einordnung, fundierte Analyse. Was sich ändert, ist das Umfeld: KI-generierte Desinformation nimmt zu, digitale Systeme werden komplexer, die Informationsflut größer. Genau deshalb wird unabhängiger Technikjournalismus mit echtem Fachwissen noch wichtiger – auf Deutsch wie auf Englisch.

KI nutzen wir dabei auch selbst – aber gezielt. Routineaufgaben wie Geklicke im Content-Management-System, Faktencheck oder das Vorschlagen passender Verlinkungen lassen sich ablösen oder beschleunigen. Die gewonnene Zeit nutzen unsere Redakteurinnen und Redakteure dafür, weiter zu recherchieren, bei Kontakten nachzuhaken, auf Veranstaltungen zu gehen, Interviews zu führen oder sich gänzlich neuen Themen zu widmen. Ein illustrierendes Beispiel: Dass unser News-Cast „kurz informiert“ inzwischen zweimal täglich erscheint, ist nur möglich, weil eine synthetische Stimme Isabel Grünewald den Sprechpart abnimmt – und ihr so Zeit bleibt für „KI-Update“, „Bits & Böses“ oder die deutsche Ausgabe der „Darknet Diaries“.

Unser Dank gilt allen, die in den vergangenen 30 Jahren mit Herzblut an heise online gearbeitet haben – Redaktion, Entwicklung, Design, Produktmanagement, Vertrieb, Marketing, Anzeigenverkauf, Assistenz – sowie unseren Autorinnen und Autoren, Medienpartnern und Anzeigenkunden, ohne die all das nicht möglich wäre. Und natürlich ein herzliches Dankeschön für die Treue an alle, die täglich unsere Inhalte lesen und abonnieren. Auf die nächsten 30 Jahre.

(vza)