Netzdienlich laden: Volkswagen kündigt Privatkunden-V2G für Ende 2026 an
Volkswagen und Elli wollen Privatkunden Ende 2026 ein integriertes Vehicle-to-Grid-Angebot machen. E-Auto-Fahrer können damit vom Stromhandel profitieren.
VW ID.7 mit Wallbox
(Bild: Elli)
Volkswagen kündigt ein integriertes Vehicle-to-Grid-Angebot an, mit dem Privatkunden in Deutschland ab dem vierten Quartal 2026 ihre Elektroautos zum netzdienlichen Laden nutzen können. Der Partner in diesem Projekt ist Elli, die Energiemarke von Volkswagen. Alle VW ID.-Elektroautos sind dazu ab Baujahr 2023 geeignet. VW-Vertriebsvorstand Martin Sander verspricht „deutlich geringere Ladekosten zu Hause und perspektivisch nahezu kostenfreies Laden.“
Bessere Nutzung erneuerbarer Energie
Überschüssige Energie, besonders aus erneuerbaren Quellen, kann dank V2G (“Vehicle-to-Grid“) in Fahrzeugen gespeichert und bei Bedarf wieder in das Stromnetz abgegeben werden. Elli zitiert aus Studien, denen zufolge in Europa bis 2040 jährlich idealerweise rund 22 Milliarden Euro an Systemkosten eingespart werden können. In Deutschland können gegenwärtig rund 9500 GWh aus erneuerbarer Energie nicht genutzt werden, weil Speicher und Freileitungen fehlen. Das sei genug, um rund drei Millionen Elektrofahrzeuge ein Jahr lang zu betreiben.
Vehicle-to-Grid soll für den Einzelnen idealerweise durch Einsparungen und Einnahmen eine Ersparnis von bis zu 700 bis 900 Euro jährlich bringen können, schreibt Elli. Zunächst bekommen alle an V2G Beteiligten unabhängig vom Handelserfolg eine Grundvergütung dafür, dass sie ihre Autos für den Energiehandel bereitstellen. Sie richtet sich nach der freigegebenen Entladungstiefe und anderen von den KundInnen freigegebenen Parametern.
Kostenvorteil von 700 bis 900 Euro möglich
Das integrierte Energiesystem von Elli verbindet die bidirektional arbeitende Wallbox zur Stromnetzverbindung mit einer digitalen App-Steuerung, den Zugang zu Energiemärkten und Energiehandel über die Börse „EPEX Spot“ mit einem entsprechenden Stromtarif. Mit der Software ID. 6 soll VWs V2G-Angebot auf weitere Batteriegrößen ausgeweitet werden können. Volkswagen betont, dass V2G in diesem System dank robuster Hochvoltbatterien und Schutzsystemen die Batterielebensdauer „nicht nennenswert beeinflussen“ soll.
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Im V2G-Ökosystem von VW/Elli wird wMSB als bundesweiter Messstellenbetreiber die Installation des dafür nötigen Smart Meters und der Bereitstellung hochaufgelöster Messdaten übernehmen. Die Smart Meter sollen innerhalb von acht bis zehn Wochen zur Verfügung gestellt werden können.
(fpi)