Renommierte Chipentwickler planen revolutionäre KI-CPU mit neuer Firma Nuvacore

Ehemalige Mitarbeiter von Qualcomm, Apple und Intel wollen mit neuem Start-up Nuvacore „die Regeln von Silizium neu schreiben“. Es geht um KI-Beschleunigung.

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Chip mit symbolisch erhellten Leitungen auf Platine

(Bild: Connect world/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Drei ehemalige und für die Halbleiterentwicklung bei Apple, Intel und Qualcomm bekannte Mitarbeiter haben ein neues Start-up gegründet. Bei „Nuvacore“ wollen Gerard Williams III, John Bruno und Ram Srinivasan einen neuen Prozessorkern entwickeln, der als General-Purpose-CPU zwar alles berechnen, aber insbesondere KI-Berechnungen schnell und effizient ausführen können soll. Dazu wollen sie nichts anderes als „die Regeln von Silizium komplett neu schreiben“, wie sie versprechen.

Bislang gibt es weder ein Produkt noch Spezifikationen, aber die drei renommierten CPU-Entwickler haben mit Sequoia Capital einen prominenten Investor gefunden, der auch das Berliner KI-Start-up n8n mitfinanziert. Gerard Williams III und John Bruno waren in der Halbleitersparte von Apple unter anderem für die Entwicklung von iPhone-Prozessoren und dem M1-Chip für die ARM-Macs zuständig, bevor sie 2019 mit Nuvia eine neue Firma für Server-Chips gründeten.

Bereits zwei Jahre später wurde Nuvia von Qualcomm übernommen, um Notebook-Prozessoren mit eigenen CPU-Kernen zu entwickeln. Williams ist dabei als Senior Vice President of Engineering eingestiegen und arbeitete bei Qualcomm weiter mit Bruno zusammen, der für Systemarchitekturen verantwortlich war. Für Nuvacore haben Williams und Bruno ihren ehemaligen Apple-Kollegen Ram Srinivasan ins Boot geholt, einen Spezialisten für System-on-Chip-Architekturen, der vor Qualcomm, Nuvia und Apple sieben Jahre bei Intel als Performance-Architekt gearbeitet hat.

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Gemeinsam wollen sie bei Nuvacore nun neue CPU-Kerne entwickeln. „Jahrzehntelang wurde die Halbleiterindustrie von einer 'alten Garde' dominiert, von Technologiegiganten, die auf Basis bewährter Architekturen entwickelten und diese immer wieder verbesserten“, heißt es im ersten Blog-Beitrag von Nuvacore. „Doch mit dem rasanten Anstieg der Anforderungen an künstliche Intelligenz und Kerninfrastruktur reicht diese Weiterentwicklung nicht mehr aus.“

Zwar bleibt Nuvacore vage bei der Ankündigung, aber das Start-up verspricht einen von Grund auf neu entwickelten „General-Purpose-Prozessorkern ohne Kompromisse“. Der Fokus liegt auf „maximaler Leistung und absoluter Flächeneffizienz“. Das Ziel ist demnach nicht nur die schnelle Bearbeitung von Standardaufgaben in Rechenzentren, sondern „intensive, kontinuierliche Anforderungen an fortschrittliche KI-Systeme und agentenbasiertes Rechnen“.

Welche Befehlssatzarchitektur Nuvacore für den neuen CPU-Kern verwendet, wird nicht erwähnt, aber aufgrund der Erfahrung der Beteiligten mit ARM-Architekturen ist genau davon auszugehen. Schließlich kommen ARM-Server-CPUs nicht nur von Spezialisten wie Ampere Computing. Auch die weltgrößten Cloud-Dienstleister (Hyperscaler) Amazon AWS (Graviton), Microsoft Azure (Cobalt 100) und Google Cloud (Axion) nutzen jeweils eigene ARM-Serverprozessoren.

(fds)