Hyundai Ioniq 3 vorgestellt: Kleines E-Auto mit bis zu 61 kWh Energiegehalt
Hyundai stellt den Ioniq 3 vor, einen elektrischen Kompaktwagen, der unter anderem den VW ID.Polo herausfordert.
Der Hyundai Ioniq 3 basiert wie der Kia EV2 auf der Plattform e-GMP mit 400 Volt Systemspannung.
(Bild: Hyundai)
- Christoph M. Schwarzer
Hyundai hat den Ioniq 3 vorgestellt: Der elektrische Kompaktwagen wurde im europäischen Technikzentrum in Rüsselsheim entwickelt. Er ergänzt das Portfolio mit den Ziffern 9, 6 und 5 nach unten. Einer seiner direkten Konkurrenten wird der VW ID.Polo. Es ist verblüffend, wie ähnlich diese beiden Elektroautos bei den Rahmendaten sind. Allerdings ist der Ioniq 3 mit 4,16 Meter rund zehn Zentimeter länger als der VW. Auch der Radstand des Hyundais liegt mit 2,68 Meter acht Zentimeter über dem des Konkurrenten aus Wolfsburg, der am 29. April präsentiert wird. Für die Praxis ist außerdem relevant, dass im Ioniq 3 zwei Batteriesysteme zur Wahl stehen, die mehr Energieinhalt und mehr Reichweite als die Speicher im ID.Polo bieten: Entweder hat er 42,2 kWh und 344 km im WLTP oder 61 kWh und 496 km.
Hyundai hatte im Rahmen der IAA 2025 die Studie Concept Three gezeigt, die einen Hinweis auf das finale Design gegeben hat. Der reale Ioniq 3 ist optisch harmloser als das wilde Konzeptfahrzeug. Trotzdem bleibt die Reminiszenz an den Veloster: Alles am Ioniq 3 ist flacher und sportlicher als bei den direkten Konkurrenten. Er ist auch ganz anders gestaltet als der Kia EV2 auf der gleichen Plattform. Um den dynamischen Charakter zu betonen, zeigt Hyundai vorerst ausschließlich Bilder des Ioniq 3 N Line. Dass es optisch gemäßigtere Versionen geben wird, beweisen unter anderem die Felgengrößen: Bei 16 Zoll geht es los, bei 19 Zoll für die N Line endet es.
Hyundai Ioniq 3 auĂźen (5 Bilder)

Hyundai
)Erstaunlich viel Platz
Der Hyundai Ioniq 3 macht dem ID.Polo ausgerechnet dort Konkurrenz, wo der eigentlich die Konkurrenz deklassieren will: Beim Raumangebot. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass das riesige Kofferraumvolumen mit 441 Litern der beiden exakt gleich ist. Ein Golf fällt mit 381 Litern ab. Hyundai teilt das Volumen imaginär in den Raum über dem Ladeboden (322 Liter) und die sogenannte Megabox (119 Liter) darunter.
Ein Fach unter der vorderen Haube ist nicht vorhanden. Hier sitzt die Antriebseinheit mit Elektromotor und Leistungselektronik. Der Motor leistet 99,5 oder 107,8 kW und beschleunigt den Ioniq  3 in 9 beziehungsweise 9,6 Sekunden auf 100 km/h. Die Spitzengeschwindigkeit ist auf 170 km/h begrenzt. Das maximale Drehmoment beträgt in allen Fällen 250 Nm. Bemerkenswert: Hyundai kombiniert die kleinere Batterie mit dem etwas stärkeren Motor – und umgekehrt die 61-kWh-Batterie mit dem 99-kW-Motor.
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Bis zu 22 kW AC-Ladeleistung
Der Ioniq 3 basiert auf der bekannten Plattform e-GMP in der Ausführung mit 400 Volt Systemspannung. Wie im Konzern inzwischen gewohnt, kann er externe Geräte mit Strom versorgen (Vehicle-to-Load, abgekürzt V2L). Eine Besonderheit in diesem Segment ist, dass es gegen Aufpreis statt des serienmäßigen Wechselstromladegeräts mit 11 eines mit 22 kW Ladeleistung gibt.
An Gleichstromladestationen schafft der Ioniq 3 mit dem kleinen Batteriesystem eine Peakleistung von 110 und mit dem großen von 119 kW. Bei der Standzeit von zehn auf 80 Prozent hat der Hyundai einen klassenüblichen Wert von rund einer halben Stunde; die Performance der beliebten e-GMP mit 800 Volt von 18 Minuten wie etwa im Ioniq 5 (Test) kann er nicht erreichen. Der Routenplaner mit Vorkonditionierung ist bei der Marke aus Südkorea ohnehin gelungen; im Ioniq 3 kommt die Plug & Charge-Fähigkeit hinzu: Die Freischaltung des Stroms an öffentlichen Ladepunkten soll automatisch erfolgen, wenn der Betreiber das zulässt.
Weiterhin haptische Bedienelemente
Ein von vornherein als Elektroauto konzipierter Pkw hat diverse Vorteile, zu denen beim Ioniq 3 der große Kofferraum und der lange Radstand gehören. Dazu kommt, dass eine durchdachte Systemintegration das Gewicht reduziert: 1550 bis 1580 kg sind im Vergleich wenig. Fast könnte man einen versteckten Kommunikationskanal zwischen Rüsselsheim und Wolfsburg vermuten, denn der Luftwiderstandsbeiwert des Ioniq 3 liegt bei cW 0,263. Im Polo ist die Aerodynamik mit 0,264 minimal ungünstiger. Auch so sieht Wettbewerb aus.
Hyundai Ioniq 3 innen (5 Bilder)

Hyundai
)Ganz neu bei der Marke ist das Infotainmentsystems. Es nennt sich Pleos Connect und arbeitet mit Android Automotive OS. Je nach Ausstattungsvariante hat der Monitor 12,9 oder 14,6 Zoll Diagonale. Dankenswerterweise hat sich Hyundai nicht dazu hinreißen lassen, die komplette Bedienung auf berührungsempfindliche Elemente umzustellen. Ja, selbstverständlich werden viele Funktionen über das zentrale Display gesteuert. Aber für die Wichtigsten gibt es haptische Kipp- und Drückschalter. Wer den Ioniq 3 öffnen und schließen will, kann das wiederum per Digital Key in seinem Smartphone oder Wearable tun.
Auslieferung ab dem dritten Quartal
Nahezu selbstverständlich ist, dass auch in diesem Segment viele Assistenzsysteme eingebaut sind. Dazu gehören – teilweise gegen Mehrpreis – Autobahnassistenten, Parkassistent mit Fernbedienung oder die 360-Grad-Kamera. Serienmäßig sind dagegen sieben Airbags. Der Ioniq 3 wird ab dem dritten Quartal 2026 ausgeliefert, also zeitgleich mit dem ID.Polo. Eine Preisliste ist noch nicht veröffentlicht. Plausibel ist eine Spanne von rund 27.000 Euro für die Einstiegsversion bis etwa 33.000 Euro für das große Batteriepaket. Die N Line dürfte über 35.000 Euro kosten.