Tesla kann Umsatz, Gewinn und Margen steigern, aber Überproduktion läuft weiter

Teslas Quartalszahlen sind besser als erwartet, nur der Umsatz nicht. Elon Musk verspricht baldige Massenfertigung von Cybercab, Semi Truck und Optimus Roboter.

vorlesen Druckansicht 2 Kommentare lesen
Tesla Semi Lastwagen bei Produktion in Fabrikhalle

Tesla Semi

(Bild: Tesla)

Lesezeit: 4 Min.
Inhaltsverzeichnis

Tesla hat die Geschäftszahlen des ersten Quartals 2026 vorgelegt, die die Erwartungen der Marktbeobachter insgesamt übertreffen. Denn der Konzern von Elon Musk hat sowohl Umsatz als auch Gewinne gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Allerdings bleiben die Ergebnisse hinter den Zahlen der letzten beiden Quartale teilweise deutlich zurück und auch der Umsatz fällt niedriger aus, als Analysten erhofft hatten. Da Tesla für dieses Jahr zudem höhere als zuvor angekündigte Ausgaben plant, rutscht der Aktienkurs nach einem kurzen Zwischenhoch wieder ins Minus.

2025 ist Teslas Gewinn deutlich eingebrochen, nachdem das Geschäft zuvor auf Wachstumskurs war. Jetzt schreibt das Unternehmen immerhin wieder bessere Zahlen als im selben Zeitraum des Vorjahres. Im ersten Quartal 2026 hat Tesla den Gesamtumsatz um 16 Prozent auf 22,4 Milliarden US-Dollar und den Nettogewinn um 17 Prozent auf 477 Millionen Dollar gesteigert. Die Betriebseinnahmen sind dabei um 136 Prozent auf 941 Millionen Dollar in die Höhe geschnellt. Dadurch erhöhte sich die Betriebsmarge von 2,1 Prozent zu Beginn 2025 auf jetzt 4,2 Prozent.

Den allergrößten Teil der Einnahmen macht immer noch die Automobilsparte aus. Tesla-Fahrzeuge erzielten im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 16,2 Milliarden Dollar. Das ist 16 Prozent mehr als im Vorjahr und repräsentiert 72,5 Prozent des aktuellen Gesamtumsatzes. Die Einnahmen aus Energieerzeugung und -speicherung (Solaranlagen und Stromspeicher) sind im Jahresabstand hingegen um 12 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar gefallen. Die Umsätze aus Diensten und anderen Angeboten sind um 42 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar gestiegen.

Videos by heise

Tesla stellt aber immer noch mehr Elektrofahrzeuge her, als derzeit verkauft werden. Im ersten Quartal wurden 408.386 Modelle produziert, 13 Prozent mehr als im Vorjahr, aber nur 358.023 Exemplare ausgeliefert (+6 %). Bei dieser Verkaufsrate könnte Tesla knapp vier Wochen die Produktion einstellen, bevor die Autos ausgehen. Zwar überarbeitet Tesla die mittlerweile in die Jahre gekommenen Model 3 und Model Y immer mal wieder, aber bei der Präsentation der Quartalszahlen verspricht der Konzern „preisgünstigere Ausstattungsvarianten beider Modelle“.

Dabei konnte Tesla die Margen bei Elektroautos auf 19,2 Prozent steigern, höher als in jedem Quartal des letzten Jahres. Der Hersteller führt dies auf höhere durchschnittliche Verkaufspreise der Fahrzeuge und „niedrigere durchschnittliche Kosten pro Fahrzeug aufgrund geringerer Materialkosten“ zurück. Dabei spielt auch eine Rolle, dass Teslas vom Fahrer überwachtes „Full Self Driving (FSD) Supervised“ nur noch als Abonnement und nicht mehr als Kaufoption verfügbar ist.

Nachdem Tesla Model X und Model S in Deutschland aus dem Programm genommen hat, sind Tesla-Interessenten auf Model 3 und Model Y sowie den Cybertruck beschränkt. Aber der Konzern bereitet die Massenproduktion weiterer E-Fahrzeuge für dieses Jahr vor. Das Cybercab soll als Robotaxi fungieren und auch der Tesla Semi soll 2026 in Serie gefertigt werden. Der Semi Truck wurde nach vielen Verspätungen Ende 2022 erstmals ausgeliefert und Elon Musk versprach damals, dass Tesla schon 2024 allein für Nordamerika 50.000 Trucks produzieren will. Noch steckt der Semi aber in der Pilotproduktion.

Die durch die Streichung von Model X und Model S frei gewordenen Produktionskapazitäten will Tesla für den humanoiden Roboter Optimus nutzen. In Kalifornien wird die entsprechende Fabrik umgerüstet, um jährlich 1 Million Roboter herstellen zu können. Die Vorbereitungen für die Massenfertigung sollen laut Tesla im laufenden Quartal beginnen. In Texas wird derweil eine Optimus-Fabrik für die zweite Generation dieses Roboters gebaut. Dort sollen langfristig 10 Millionen Roboter pro Jahr produziert werden.

Tesla nennt beim Ausblick auf die Ergebnisse des laufenden Quartals keine Zahlen, aber im Gespräch mit Investoren und Analysten erklärte Finanzchef Vaibhav Taneja laut CNBC, dass der Konzern dieses Jahr 25 Milliarden Dollar investieren wird. Das sind 5 Milliarden Dollar mehr als ursprünglich geplant und 8,6 Milliarden Dollar mehr als 2025. Das dürfte Anleger abgeschreckt haben, denn nachdem die Tesla-Aktie im nachbörslichen Handel zunächst um rund 4 Prozent geklettert ist, rutschte sie letztendlich knapp ins Minus.

(fds)