NTFS-Treiber für Linux: NTFS-3G schließt Rechteausweitungslücke
Nach rund vier Jahren ist eine neue NTFS-3G-Version erschienen. Sie schließt eine Rechteausweitungslücke und bessert Fehler aus.
(Bild: heise medien)
Für Linux und andere Unix’oide Betriebssysteme gibt es mehrere Treiber-Optionen für den Zugriff auf das Windows-NTFS-Dateisystem. Eine davon ist das quelloffene NTFS-3G von Tuxera, das auf FUSE (Filesystem in Userspace) fußt. Nach knapp vier Jahren haben die Entwickler ein Update veröffentlicht, das auch eine hochriskante Sicherheitslücke schließt.
Laut Sicherheitsmitteilung von Tuxera handelt es sich dabei um einen Heap-basierten Pufferüberlauf. In der mit SUID-root ausgeführten ntfs-3g-Binärdatei können Angreifer mit einem sorgsam präparierten NTFS-Image den Pufferüberlauf in der Funktion ntfs_build_permissions_posix() provozieren, erklären die Programmierer. Der Fehler löst bei Lesezugriffen beim Verarbeiten von Security-Deskriptoren aus, die mehrere „Zugriff verboten“-Einträge mit Inhalt „WRITE_OWNER“ von unterschiedlichen Gruppen-Security-Identifiern (SID) enthalten (CVE-2026-40706, CVSS 7.8, Risiko „hoch“).
Die Entwickler führen weiter aus, dass bösartige Akteure Kontrolle über die Größe des Überlaufs haben, von 8 bis über 14.000 Bytes. Zudem können sie zum Teil kontrollierte Daten dadurch in den Speicher hinter dem allokierten Heap schreiben. Das grätscht wiederum in Heap-Daten der glibc. Explizit schreiben sie es nicht, aber auch der Schweregrad der Lücke deutet damit an: Angreifer können so Code einschleusen und mit den root-Rechten aus SUID laufen lassen.
Korrigierter Quellcode
Tuxera hat am Dienstag dieser Woche korrigierte Quellen veröffentlicht. Sie heben NTFS-3G auf den Stand 2026.2.25 – zuvor war Version 2022.10.3 aus dem Jahr 2022 aktuell. Die Release-Notizen zählen noch zahlreiche kleinere Fehlerkorrekturen auf. Die reichen von Tippfehlern in Meldungen hin zu Crash-Bugs.
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Wer den Treiber nicht umgehend aktualisieren kann, kann vorgeschlagene Gegenmaßnahmen umsetzen. Das Deaktivieren von ACLs in der Build-Konfiguration mit anschließendem Rebuild und Reinstall hilft den Entwicklern zufolge, oder etwa das erzwungene Deaktivieren von User-Mapping mit anschließendem unmount und mount mit einer gesetzten Option -ousermapping=. Zudem soll Abhilfe schaffen, für alle gemounteten NTFS-Volumes die Datei „.NTFS-3G/UserMapping“ zu löschen und anschließend die Images aus- und wieder neu einzuhängen. Wer auf den Paketmanager seiner Distribution setzen kann: Debian stellt bereits gepatchte Pakete für alle stabilen Releases über den Security-Channel bereit, Ubuntu folgte ebenfalls mit Backports des Sicherheitsupdates.
Es gibt inzwischen alternative NTFS-Treiber, die im Linux-Kernel laufen und performanter sein sollen. Im vergangenen Oktober hat der Entwickler Namjae Jeon etwa „ntfsplus“ vorgestellt.
Siehe auch:
- NTFS-3G: Download schnell und sicher von heise.de
(dmk)