Freitag: Meta-Entlassungen wegen KI, Intel-Aktiensprung trotz Milliarden-Minus
KI statt Mitarbeiter + Intel-Prognose belebt Börse + Datenraub französischer Ausweise + China gegen Scam + Verbot personalisierter Preise + Wärmepumpen-Podcast
(Bild: Andrey_Popov/Shutterstock.com)
Meta Platforms braucht Geld für KI, denn die ohnehin schon enormen Investitionen in KI-Rechenzentren werden im laufenden Jahr nochmals deutlich steigen. 8000 Angestellte müssen gehen, 6000 offene Stellen nicht besetzt. Ausgaben für gekündigte Mitarbeiter belasten auch die Geschäftszahlen von Intel. Doch zur Abwechslung retten nicht Massenentlassungen Intels Börsenreputation. Vielmehr ist der Ausblick bis zum Sommer rosig. Derweil gesteht Frankreichs Behörde für Ausweise ein, dass Daten von 12 Millionen Franzosen auf dem Schwarzmarkt feilgeboten werden. Der Täter spricht von 19 Millionen. Neben persönlichen Daten gehört auch die Kontonummer dazu – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Meta Platforms hat intern eine neue Kündigungswelle angekündigt. Die Belegschaft soll um ein Zehntel gekürzt werden. Das entspricht knapp 8000 Kündigungen. Die Kündigungen werden ausdrücklich auch Mitarbeiter betreffen, die „wertvolle Beiträge“ geleistet haben, schreibt Personalabteilungsleiterin Janelle Gale in einem internen Rundschreiben. Die Betroffenen sollen am 20. Mai informiert werden. Außerdem zieht der Datenkonzern 6000 Stellenausschreibungen zurück. Als Gründe für die Kündigungswelle führt Gale Effizienzgewinne und Ausgleich für Investitionen an. Im Vorjahr hat Meta gut 72 Milliarden US-Dollar, vorwiegend für KI-Rechenzentren, ausgegeben. Dieses Jahr soll dieser Posten auf 115 bis 135 Milliarden Dollar steigen. Der Konzern benötigt Geld für KI: Meta Platforms kündigt jedem zehnten Mitarbeiter.
Hohe Ausgaben verzeichnete auch Intel und gab einen Betriebsverlust von 3,1 Milliarden US-Dollar und einen Nettoverlust von 3,7 Milliarden US-Dollar für das erste Quartal 2026 bekannt. Vor einem Jahr waren es „nur“ 301 Millionen beziehungsweise 821 Millionen US-Dollar. Trotzdem schießt die Aktie im nachbörslichen Handel Donnerstagabend 20 Prozent hoch. Zum einen liegt der aktuelle Umsatz von 13,6 Milliarden US-Dollar (+7 % im Jahresabstand) über Intels letztem Ausblick, zum anderen übertrifft die Prognose für das zweite Quartal die Wall-Street-Erwartungen deutlich. Gleichzeitig prognostiziert Intel einen Nettogewinn von mehreren Millionen US-Dollar. Es wäre das erste grüne Quartal ohne milliardenschwere Einmaleffekte seit 2023: Warum Intels Aktie trotz Milliarden-Minus um 20 Prozent hochschießt.
Unbekannte Angreifer haben die Datenbank der Behörde für abgesicherte Ausweise (ANTS) Frankreichs geknackt. Es sind 11,7 Millionen Online-Konten betroffen. Laut französischer Medienberichte wird der erbeutete Datensatz bereits auf dem Schwarzmarkt feilgeboten. Dabei würden sogar 19 Millionen Datensätze versprochen, wobei der Grund für diese Diskrepanz unklar ist. Der Verkäufer könnte schlicht übertreiben oder Konten, die von der ANTS mehrere Dokumente bezogen haben, mehrfach zählen. Laut Behörde enthalten die erbeuteten Datensätze Username, Anrede, Vor- und Nachname, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Kontonummer und für einen Teil der Konten zusätzlich Postadresse, Geburtsort und Telefonnummer. Bürger sollten alsbald ihr Kennwort ändern: Behörde für abgesicherte Ausweise geknackt – Millionen Franzosen betroffen.
Diese Daten könnten für Scam-Versuche missbraucht werden, gegen die China und Kambodscha nun gemeinsam vorgehen wollen. Bei einem Staatsbesuch des chinesischen Außenministers in Kambodscha haben beide Länder unter anderem die Zusammenarbeit im Kampf gegen lokale Scam-Zentren vereinbart. Myanmar gilt als bevorzugter Standort für diesen geschäftsmäßigen Online-Betrug, doch auch in Kambodscha sind derartige Firmen und sogar Zwangsarbeitslager verbreitet, in denen Menschen gegen ihren Willen festgehalten und gezwungen werden, Online-Nutzer um ihre Ersparnisse zu erleichtern. Konkrete Maßnahmen im Kampf gegen Scam-Zentren wurden bislang allerdings nicht vereinbart – oder zumindest nicht öffentlich bekannt gegeben: China und Kambodscha gehen gemeinsam gegen kambodschanische Scam-Zentren vor.
Personenbezogene Daten werden aber auch dazu genutzt, Angebote auf die jeweilige Person zuzuschneiden. Das ist vor allem im Interesse der Anbieter. Der US-Staat Maryland versucht nun, bei Lebensmitteln einen Riegel vorzuschieben: Ab Oktober verbietet es Supermärkten, für steuerfreie Lebensmittel aufgrund personenbezogener Daten des Kunden höhere Preise zu verlangen. Dass die neue Vorschrift viel bewirkt, darf angesichts mehrerer Schlupflöcher bezweifelt werden. So sollen die neuen Verbraucherschutzbestimmungen keine Wirkung entfalten, wenn der Kunde in die Nutzung seiner Daten eingewilligt hat oder die genutzten Informationen öffentlich bekannt sind. In der Praxis dürfte von dem Verbot wenig übrig bleiben: Maryland verbietet personalisierte Preise bei Lebensmitteln.
Wärmepumpen arbeiten effizient: Aus einer Kilowattstunde Strom erzeugen sie je nach Gerät und Umgebung bis zu vier Kilowattstunden Wärme. Mit einem speziellen Wärmepumpenstromtarif lassen sich die Betriebskosten weiter senken. Um diesen Tarif nutzen zu können, muss man den Stromverbrauch getrennt erfassen und zwei Zähler installieren: einen für den Haushaltsstrom und einen separaten Zähler für die Wärmepumpe. Doch wird ein Zähler nach der Installation nicht korrekt im System hinterlegt, können Kunden nicht in den gewünschten Wärmepumpentarif eingestuft werden. Stattdessen erhalten sie fehlerhafte Abrechnungen und fallen unter Umständen sogar in die deutlich teurere Grundversorgung. Dann ist schnelles Handeln gefragt, erklären wir im Verbraucherschutz-Podcast: So sichern Sie sich günstige Stromtarife mit Wärmepumpen.
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(fds)