Vorstellung Audi Q4 e-tron Facelift: Basisantrieb wird effizienter

Audi renoviert den Q4 e-tron. Der Innenraum wird modernisiert, der Antrieb im Einstiegsmodell auf eine aktuelle Basis gestellt.

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Audi Q4 e-tron 2026

(Bild: Audi)

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Knapp 12.000 Q4 e-tron konnte Audi im vergangenen Jahr in Deutschland verkaufen. Damit liegt die Marke im Volkswagen-Konzern, die prestigebewusste Interessenten ansprechen soll, weit hinter anderen Konzernmodellen zurück. Im Rahmen einer Modellpflege werden der Innenraum umgestaltet und einige Antriebe auf eine aktuelle Basis gestellt. Die Eckdaten weichen von anderen Konzernmodellen auf dieser Plattform ab.

Äußerlich tut sich nicht viel. Teile der Front sind nun in Wagenfarbe gehalten, hinten gibt es veränderte Rückleuchten und einen umgeformten Heckspoiler, der den Luftwiderstand senken soll. Ein neu entworfener, hochgezogener Diffusor bilde einen „sportlichen Abschluss“, schreibt Audi. Neu sind auch drei Lackierungen und fünf Felgendesigns.

Sehr viel weitreichender sind die Veränderungen im Innenraum. Auf mich wirkte das bislang immer etwas unruhig in der Gestaltung, und Fan der Hochglanztasten auf dem Lenkrad war ich nie. Beim neuen Modell bleiben die Glanzflächen auf dem Steuer zwar erhalten, werden aber ergänzt durch Walzen. Hinter dem Lenkrad gibt es ein Display mit 11,9 Zoll, was sich offenkundig variabler einrichten lässt als in den zurückliegenden Testwagen A5 und Q5. Rechts schließt sich ein 12,8-Zoll-Display für den Unterhaltungsbereich an, das ein aktuelles Betriebssystem mitbringt. Es basiert auf Android Automotive OS, aber ohne Google-Dienste wie den Play Store. Apps von Drittanbietern können über den App-Store direkt im MMI heruntergeladen werden. Es gibt zwei induktive, gekühlte Ladeschalen, die allerdings mit 15 Watt nur eine spärliche Ladeleistung liefern. Schneller geht es über Kabel.

Der Innenraum ähnelt nun dem, was in anderen aktuellen Modellen der Marke Audi auch zu sehen ist.

(Bild: Audi)

Wer mag, kann zusätzlich einen 12-Zoll-Bildschirm für den Beifahrer ordern, dessen optische Integration allerdings etwas wirkt, als sei die Idee ein paar Minuten vor der Fertigstellung aufgekommen. Schade auch, dass Audi sich nicht durchringen konnte, die große Blindtaste in der rechten Türverkleidung zu vermeiden. Sportsitze sind serienmäßig, was eine gute Entscheidung ist. Audi gehört zu den Herstellern, bei denen sich dieser Aufpreis in der Vergangenheit praktisch immer lohnte.

Es gibt zwei gekühlte Ladeschalen mit einer Ladeleistung von maximal 15 Watt.

(Bild: Audi)

Auch bei den Antrieben verändert sich einiges. Wie bei den entsprechenden ID.-Modellen von VW wird bei Audi der Motor des Basismodells auf die aktuelle Grundlage mit der internen Bezeichnung APP350 umgestellt. In bislang vorgestellten Modellen auf dieser Plattform leistet er meist 140 kW, im VW ID.3 Neo allerdings bis zu 170 kW. Wichtiger als diese Betrachtung: Der APP350 bietet eine deutlich höhere Effizienz. Der Wirkungsgrad steige gegenüber dem bisherigen Modell um zehn Prozent, schreibt Audi. Dazu beitragen soll ein Pulswechselrichter mit Halbleitern aus Siliziumkarbid. Dabei betreibt die Marke auch im Detail etwas Feinschliff. Im Differenzial wird ein neues Öl mit geringerer Viskosität eingesetzt, von dem sich Audi besonders bei sehr niedrigen Temperaturen geringere Reibungsverluste verspricht. Die Rede ist von bis zu 12 km mehr Reichweite allein durch diese Umölung.

Audi macht keine Angaben zur Zellchemie der Traktionsbatterie des Basismodells. Ihr Energiegehalt liegt bei 63 kWh brutto und 59 kWh netto. Das würde dafür sprechen, dass auch Audi auf die neue LFP-Batterie umstellt. Allerdings liegt die Ladeleistung erheblich höher als in anderen Konzernmodellen. Dort nennt Volkswagen in der Spitze 105 kW, im Q4 e-tron sollen es 160 kW sein. Alle bislang bekannten, technischen Details habe ich für Sie in ein Datenblatt gepackt.

Die flach verlaufende Heckscheibe wird als Coupé-Form vermarktet. Die bringt etwas mehr Reichweite und naheliegenderweise etwas weniger Kofferraum – und kostet 1950 Euro mehr.

(Bild: Audi)

Bestellt werden kann der überarbeitete Q4 e-tron ab Mai, die Auslieferungen sollen im Sommer starten. Das Basismodell mit der 59-kWh-Batterie startet bei 47.500 Euro. Mit der großen Batterie sind mindestens 53.500 Euro fällig. Wer eine schräg verlaufende Heckscheibe statt des kantigen Abschlusses bevorzugt, zahlt für den Q4 Sportback einen Aufpreis von 1950 Euro.