WhatsApp plant eigene Cloud-Backup-Lösung für Nutzer
WhatsApp arbeitet an einem eigenen Cloudspeicher für Backups, um unabhängiger von Google Drive und iCloud zu werden und die Interoperabilität zu verbessern.
Whatsapp-App auf Smartphone
(Bild: PixieMe/Shutterstock.com)
Der weitverbreitete Messengerdienst WhatsApp nutzt als Cloudbackup-Lösung je nach Betriebssystem entweder Google Drive bei Android oder iCloud bei iPhones. Das scheint sich bald zu ändern, denn die Meta-Tochter bereitet eine eigene Cloudlösung für Backups vor, unter anderem um sich ein wenig unabhängiger zu machen. Ein Vorteil für Nutzer dürfte zudem die Interoperabilität sein.
Die WhatsApp-Trüffelschweine WABetaInfo haben entsprechende Hinweise der hauseigenen Backuplösung entdeckt. Die Standardgröße soll nach aktuellem Stand 2 GByte umfassen und optional neben den bisherigen Cloud-Backups angeboten werden. Bislang hat WABetaInfo das neue Feature offenbar nur in der Android-App entdeckt, die unter Googles Betriebssystem Google Drive ersetzen könnte, um so den Cloudspeicher zu entlasten. Manche erinnern sich vielleicht noch daran, dass die WhatsApp-Backups bis Anfang 2024 nicht auf den Google-Speicher angerechnet wurden. Für iPhones scheint WhatsApp die gleiche Lösung zu planen. Mitbewerber Signal bietet übrigens schon eine solche Lösung an.
Nachteil der bisherigen Backup-Lösung: Man kann das Google-Drive-Backup nur auf einem neuen Android-Gerät einspielen, aber nicht auf einem iPhone – das Gleiche gilt für die in der iCloud liegenden WhatsApp-Backups auf iPhones. Bei Diebstahl oder Verlust sind Nutzerinnen und Nutzer quasi gezwungen, entweder abermals zu einem Android-Gerät oder einem iPhone zu greifen.
Diese Einschränkungen könnte WhatsApp in einem zukünftigen Update durch die Einführung eines eigenen Cloudspeichers beheben. Dann können Nutzer selbst entscheiden, wo sie ihre Backups speichern. Laut der Quelle scheint es noch unklar, ob der 2 GByte große Cloudspeicher kostenlos oder Teil des neuen WhatsApp-Plus-Abos sein wird. Neben der 2-GByte-Option plane WhatsApp angeblich auch Backup-Speicheroptionen von bis zu 50 GByte – für diesen größeren Tarif plant WhatsApp derzeit einen Preis von rund einem US-Dollar monatlich.
Videos by heise
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als Standard
Sollten Nutzer sich für die WhatsApp-Backup-Funktion entscheiden, ist WABetaInfo zufolge eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle gespeicherten Daten obligatorisch. Zudem können Nutzer entscheiden, auf welche Art der Absicherung sie setzen möchten. Die von WhatsApp vorgeschlagene Standardoption ist die Passkey-basierte, mit der sich Nutzer kein klassisches Passwort mehr merken müssen. Falls Nutzer keinen Passkey verwenden möchten, können sie ihre Backups mit einem Passwort oder einem 64-stelligen Schlüssel absichern.
Unklar ist noch, wann WhatsApp seine eigene Backuplösung einführen wird. In der Regel testet das Unternehmen solche Funktionen zunächst in seinem Beta-Kanal. Anschließend landen sie irgendwann in der stabilen Version.
(afl)