Nach Aus für gewerkschaftlich organisierte Apple-Läden: Beschwerde eingereicht
Apple macht mehrere US-Stores dicht, darunter einen, in dem es erstmals eine gewerkschaftliche Vertretung gab. Die IAM Union geht dagegen nun vor.
Apple Towson Town Center: Bald komplett dicht.
(Bild: Apple)
Nach dem von Apple beschlossenen Aus des ersten US-Ladengeschäftes, das eine gewerkschaftliche Vertretung hatte, gibt es Streit vor dem für Arbeitnehmerangelegenheiten zuständigen National Labor Relations Board (NLRB). Die unabhängige US-Bundesbehörde erhielt eine Beschwerde seitens der zuständigen Gewerkschaft IAM Union, die die Arbeiter in dem Laden in Towson, Maryland, vertritt. In dem Schreiben an die NREL heißt es, Apple diskriminiere gesetzeswidrig Personen, die gewerkschaftlich organisiert seien. Dazu wurde eine so genannte Unfair Labor Practice Charge (ULPC) eingereicht. Diese fordert das NLRB auf, tätig zu werden.
Gewerkschaft sieht Diskriminierung
Apple habe, heißt es in der ULPC, den Mitarbeitern in Towson verweigert, sich zu anderen Läden versetzen zu lassen. Dies widerspreche dem Vorgehen in anderen Ladengeschäften, die Apple schließen will und die keine gewerkschaftliche Repräsentanz haben. Die IAM Union meint, dass dies eine Diskriminierung der von ihr vertretenen Arbeitnehmer sei, damit diese ihre verbrieften Rechte, sich zu organisieren, nicht ausüben können.
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Apples Angaben zufolge macht der Konzern insgesamt drei Läden – neben Towson auch in Trumbull, Connecticut, und Escondido, Kalifornien – dicht, weil das jeweilige Umfeld immer schlechter geworden sei. Es habe in den Einkaufszentren, in denen diese liegen, den Abgang mehrerer Händler sowie „sich verschlechternde Bedingungen“ gegeben. Apple hatte gegenüber US-Medien mitgeteilt, im Umkreis von 80 km keine Läden zu betreiben oder betreiben zu wollen, die die nun zu entlassenden Mitarbeiter aufnehmen könnten.
Apple sieht die Sache anders
Das NLRB hat nur wenige Sanktionsmöglichkeiten, es spricht unter anderem Rügen und Anordnungen aus. Was bei Erfolg der ULPC wäre, blieb zunächst unklar. Apple selbst reagierte gegenüber Macrumors auf das Vorgehen von IAM Union. „Wir weisen die vorgebrachten Behauptungen entschieden zurück und werden uns auch weiterhin an die Vereinbarung halten, die mit der Gewerkschaft ausgehandelt wurde. Wir freuen uns darauf, dem NLRB alle Fakten darzulegen“, so der Konzern.
IAM Union hatte unter anderem kritisiert, dass den Mitarbeitern in Trumbull und Escondido Ersatzarbeitsplätze angeboten wurden. IAM Union hält das Vorgehen Apples für einen „zynischen Versuch des Union-Busting“.
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(bsc)