Alphabets Geschäft brummt, Investitionen auch

Der KI-Bot in Googles Suchmaschine führt zu so vielen Eingaben wie noch nie. Das bringt Umsatz. Noch stärker wächst das Cloud-Geschäft.

vorlesen Druckansicht
Google-Schriftzug auf Glasfassade

(Bild: Skorzewiak/Shutterstock.com)

Lesezeit: 4 Min.
Inhaltsverzeichnis

Der Google-Konzern Alphabet hat im ersten Quartal 2026 fast 110 Milliarden US-Dollar umgesetzt, ein Zuwachs von 22 Prozent im Jahresabstand. Der operative Cashflow hat um 27 Prozent auf nicht ganz 48 Milliarden US-Dollar zugelegt. Es blieben rund 40 Milliarden US-Dollar als Betriebsgewinn, ein Zuwachs von 30 Prozent. Die Betriebsmarge ist um zwei Prozentpunkte auf 36 Prozent geklettert. „2026 hat einen tollen Start hingelegt”, freut sich Konzernchef Sundar Pichai. „Unsere KI-Investitionen und unser Full-Stack-Ansatz lassen jeden Bereich unserer Geschäfte aufleuchten.”

Besonders stark entwickelt sich derzeit die Suchmaschine. „KI verstärkt die Nutzung”, frohlockt Pichai. Es gab so viele Abfragen wie noch nie – ob das daran liegt, dass Anwender mehr wissen möchten, oder daran, dass der KI-Bot mehrfache Prompts benötigt, um zufriedenstellende Ergebnisse zu liefern, verrät der Manager nicht. Dieses Detail ist für den Werbeumsatz in den ersten drei Monaten des Jahres auch nicht so wichtig.

Die als „Google Search & other” ausgewiesene Konzernsparte hat ihren Werbeumsatz um 19 Prozent auf 60,4 Milliarden US-Dollar steigern können. Bei Youtube sind es elf Prozent mehr (9,9 Milliarden Dollar), nur bei von Google auf fremden Webseiten und Apps vermittelter Reklame gab es einen Rückgang um vier Prozent auf sieben Milliarden Dollar. In Summe bleibt die Vermittlung von Reklame mit 77,3 Milliarden US-Dollar (+16%) Quartalsumsatz Alphabets Kerngeschäft.

Hinzu kommen Einnahmen aus Abonnements wie Google One, für KI oder bei Youtube, andere bezahlte Dienstleistungen und der Vertrieb von Geräten. Diese Google-Geschäfte haben insgesamt 12,4 Milliarden US-Dollar Umsatz gebracht (+19%).

Mehr als dreifach so stark gewachsen ist der Umsatz der Google Cloud, die um 63 Prozent auf 20 Milliarden Dollar zugelegt hat. Sonstige Wetten haben vergleichsweise bescheidene 411 Millionen Dollar beigetragen, ein Minus von neun Prozent – obwohl Waymo immer mehr chauffeurlose Taxifahrten durchführt. Laut Pichai sind es inzwischen mehr als eine halbe Million Beförderungen pro Woche.

Die Google Cloud kann knapp ein Drittel des Umsatzes als Betriebsgewinn verbuchen. In absoluten Zahlen sind es 6,6 Milliarden US-Dollar, das Dreifache des Vorjahresquartals Alphabets. Bei den übrigen Leistungen Googles ist die Marge mit 45 Prozent deutlich höher, zumal Werbung zu vermitteln weniger Infrastruktur erfordert. 40,6 Milliarden US-Dollar sind ein Zuwachs von 24 Prozent – deutlich mehr als der Umsatzzuwachs. Der Betrieb ist also effizienter geworden.

Die traditionell verlustträchtigen Sonstigen Wetten sind es geblieben. Der Abgang von 2,1 Milliarden US-Dollar ist sogar um 71 Prozent gestiegen. Die vielen Waymo-Fahrten sind offensichtlich defizitär. 31 Milliarden US-Dollar hat Google durch die Ausgabe einer unbesicherten Anleihe erhalten.

Gleich um 85 Prozent nach oben geschnellt ist in dem Quartal Googles Vorsteuergewinn. Die 77,4 Milliarden US-Dollar setzen sich aus den erwähnten annähernd 40 Milliarden US-Dollar Betriebsgewinn und nicht ganz 38 Milliarden US-Dollar sonstigen Gewinnen zusammen. Dabei handelt es sich überwiegend um nicht realisierte Steigerungen von Buchwerten nicht-handelbarer Aktien, in die Google investiert hat.

Videos by heise

Die Steuerlast hat sich auf etwas unter 15 Milliarden US-Dollar verdoppelt, womit Alphabet 62,6 Milliarden US-Dollar als Reingewinn melden kann (+81%). Die Dividende wird erhöht, wenngleich um magere fünf Prozent. Im nachbörslichen Handel nach Bekanntgabe der Quartalszahlen Mittwochabend haben Google-Aktien zunächst mehr als sechs Prozent zugelegt.

Die Betriebskosten sind von knapp 60 Milliarden auf gut 70 Milliarden US-Dollar geklettert (+18%). Davon entfallen 17 Milliarden US-Dollar auf Forschung und Entwicklung (+26%).

Explodiert sind die Nettoausgaben für Investitionen, von gut 16 Milliarden auf mehr als 63 Milliarden US-Dollar, also fast das Vierfache. Darin enthalten ist der hundertmal so hohe Posten für Übernahmen anderer Firmen und den Erwerb von Immaterialgüterrechten (34 Milliarden US-Dollar). Größenordnungsmäßig gleiche Beträge sind in handelbare Wertpapiere (31 Milliarden US-Dollar. +68%) sowie die für KI-Rechenzentren wichtigen Immobilien und Anlagegüter (36 Milliarden US-Dollar, +107%) geflossen. Verkauf oder Auslaufen handelbarer Wertpapiere haben 38 Milliarden US-Dollar erlöst (+87%), was von den Nettoausgaben für Investitionen bereits abgezogen ist.

(ds)