Montag: Anthropic-Kampf gegen KI-Leaks, endgültig Schluss für Suchdienst ask.com

Folgen des Claude-Code-Leaks + Ende für „Ask Jeeves“ + NASA testet neuen Antrieb für Marsflüge + KI-Agent löscht Firmendaten + Apple entfernt kleinsten Mac mini

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Finger eines Mannes zeigt auf Tisch-Display neben Laptop; Montag: Claude-Kontroverse, Ask-Jeeves-Ende, Marsmission-Antrieb, KI-Eigenmächtigkeit & Mac-Sortimentskürzung

(Bild: amgun/ Shutterstock.com)

Lesezeit: 7 Min.

Ein menschlicher Fehler bei Anthropic enthüllt die Architektur autonomer KI-Agenten und löst eine hitzige Debatte über das Copyright an KI-generiertem Code aus. Nicht nur, dass die Konkurrenz auf Basis der Anthropic-Quelltexte eigene Systeme verbessern kann, auch Urheberrechtsansprüche auf KI-generierten Code könnten vor Gericht kaum erfolgreich sein. Wenig Erfolg hatte auch der als „Ask Jeeves" vor der Jahrtausendwende gestartete Dienst von ask.com, eine der ältesten Internet-Suchmaschinen. Am 1. Mai hat der Betreiber ask.com aufgegeben. Der Fokus liege auf anderen Plattformen dieses Unternehmens. Dabei nutzte ask.com schon vor 25 Jahren natürliche Sprache für Anfragen wie heutige KI-Suchdienste. Derweil hat die NASA einen magnetoplasmadynamischen Thruster mit Lithium-Antrieb erfolgreich getestet. Die Technologie gilt als ein Schlüssel für bemannte Marsflüge. Denn konventionelle Raketen benötigen sehr viel Treibstoff und sind weniger leistungsfähig als der jetzt getestete elektrische Antrieb – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Ein Moment der Unachtsamkeit reichte aus, um die mühsam errichteten Mauern um eines der wertvollsten Geheimnisse der KI-Industrie einzureißen. Was als „menschliches Versagen“ bei Anthropic begann, hat sich innerhalb weniger Wochen zu einem handfesten Skandal entwickelt, der die Grundfesten des digitalen Urheberrechts erschüttert. Im Zentrum steht der Quelltext von Claude Code, einem Werkzeug, das Programmierer bei der Softwareentwicklung unterstützt. Unlängst berichteten Beobachter über den vermeintlichen Diebstahl geistigen Eigentums durch einen Modell-Abgriff. Aufgrund einer versehentlich veröffentlichten Source-Map-Datei landete der originale Quellcode im Netz. Nun stellt sich die Frage der Urheberschaft bei KI-generiertem Quellcode: Anthropics aussichtsloser Kampf gegen den Leak von Claude Code.

Aussichtslos war wohl auch der Kampf von ask.com um Marktanteile, denn eine der ältesten Suchdienste im Internet nimmt keine Fragen mehr an. Der Inhaber hat ask.com nach über 25 Jahren aufgegeben. Die Webseite zeigt seit dem 1. Mai 2026 nur noch eine Meldung über die Einstellung des Dienstes und gibt den Nutzern keine Eingabemöglichkeit mehr. Der Betreiber begründet den Schritt mit der Verschärfung des eigenen Fokus. Das Suchgeschäft gehört offenbar nicht mehr dazu. Schon seit rund fünfzehneinhalb Jahren ist ask.com keine richtige Suchmaschine mehr. Seit Ende 2010 beschränkte sich die Plattform auf Antworten aus einem festen Frage-Antwort-Katalog. Zudem konnten Benutzer die Fragen anderer Benutzer beantworten. Doch auch damit ist jetzt Schluss: Suchmaschine ask.com endgültig abgeschaltet.

Kürzlich zündete ein Team am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Kalifornien erstmals einen sogenannten magnetoplasmadynamischen Thrusterruster, der mit Lithium-Metalldampf betrieben wird – bei Leistungsstufen, die nach Angaben der Behörde alle bisherigen US-Tests dieser Technologie übertreffen sollen. Die Anlage habe dabei Leistungen von bis zu 120 Kilowatt erreicht, mehr als das 25-Fache der Antriebsleistung der aktuell stärksten elektrischen Triebwerke, die die NASA im Weltraum betreibt. Elektrische Antriebe verbrauchen nach NASA-Angaben bis zu 90 Prozent weniger Treibstoff als chemische Raketen. Das wäre eine Lösung für das Antriebsproblem bei Reisen zum Mars, denn konventionelle Raketen benötigen enorme Mengen Treibstoff: NASA erreicht Rekordleistung bei neuem Antrieb für Marsmission.

Mars-Rover Opportunity (18 Bilder)

Am Rand des Krater Endeavour
(Bild: NASA/JPL-Caltech/Cornell Univ./Arizona State Univ.)

Es ist der Albtraum eines jeden Softwareunternehmens: Ein KI-Agent löscht nahezu jegliche Daten, auch aus der Produktionsumgebung. Als wäre das nicht schon genug, tut er es unter Missachtung seiner Safeguards – und liefert danach ein schriftliches Geständnis mit quasi minutiösem Protokoll. Genau das ist jetzt dem Unternehmen PocketOS passiert, Hersteller einer gleichnamigen Software für Autovermietungen. Der Übeltäter ist in diesem Fall eine KI-gestützte Entwicklungsumgebung, bei PocketOS mit Anthropics renommiertem Modell Claude Opus 4.6 betrieben. Allerdings mit Beihilfe der Systeme des Anbieters Railway. Denn fehlende Sicherheitsvorkehrungen des cloud-gestützten Tools für Software Deployment machten das Fiasko offenbar erst möglich, dass der KI-Agent Daten löscht: Katastrophe für PocketOS.

In den eigenen Online-Stores bietet Apple den bisher günstigsten Mac für den Schreibtisch nicht mehr an: Das Modell des Mac Mini mit M4-SoC, 16 GByte RAM und 256 GByte SSD-Kapazität kann nicht mehr bestellt werden. Das gilt auch für den deutschen Apple-Store, dort beginnen die Konfigurationen jetzt bei einer SSD mit 512 GByte. Schon seit Wochen sind die Preise für den bisher günstigsten Mac mini mit der kleinen SSD deutlich gestiegen. Konnte das Gerät im vergangenen Jahr häufig noch für rund 560 Euro gekauft werden, so kostet es nun um 650 Euro. Etliche Drittanbieter haben den kleinsten Mac noch vorrätig. Direkt bei Apple kostet das neue Einstiegsgerät mit 512-GByte-SSD jetzt 949 Euro. Das dürfte auf schon länger existierende Lieferprobleme zurückzuführen sein: Apple streicht kleinsten Mac mini aus dem Programm.

Auch noch wichtig:

(fds)